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MCP-Bereich, Schwerpunkt C#, alternativ ASP.NET

03/11/2009 - 21:07 von Markus Fischer | Report spam
http://msdn.microsoft.com/de-de/net...04594.aspx
http://msdn.microsoft.com/de-de/net...63309.aspx
http://www.microsoft.com/learning/e...en-us#tab2

Hallo,
wie ist der beste Einstieg, um irgendwann mal Microsoft Spezialist C# zu
werden.

A) Einstieg?
B) Welche Kurse?
C) Welche Bücher sind zu empfehlen?
D) Wo gibt es Musterprüfungen?
E) Was muss man da absolvieren?
F) Wie sehen die Berufsaussichten aus?
F1) --> Besser Studium Bacherlor
G) Die Hochschulen zeigen wenig über Microsoft
G1) Die Industrie sucht teils Microsoftspezialisten leider auch nicht mehr
so viele.

H) Es gibt so viele Infos
http://www.microsoft.com/germany/le...fault.mspx
dass man auch nicht weiß wie am besten den Einstieg schaffen.
https://www.microsoftelearning.com/...d&5882
Gibt es so etwas auch in Deutsch?
http://www.microsoft.com/learning/e...nalMX3.swf

Grüße Markus
 

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#1 Immo Landwerth
04/11/2009 - 00:01 | Warnen spam
Markus Fischer wrote:

wie ist der beste Einstieg, um irgendwann mal Microsoft Spezialist C#
zu werden.



Das ist eine sehr allgemeine Frage, auf die es nicht wirklich die
ultimativ richtige Antwort gibt. Meine persönliche Meinung:

Du solltest einen Weg für Dich finden, der

a) zu Dir passt
b) praktische Erfahrungen möglich macht
c) ein inspirierendes Umfeld bereitstellt
d) anspruchsvoll ist

A) Einstieg?
B) Welche Kurse?
C) Welche Bücher sind zu empfehlen?
D) Wo gibt es Musterprüfungen?
E) Was muss man da absolvieren?



Ich war nie, bin nicht und werde vermutlich nie ein Freund der ganzen
Microsoft Zertifierugen sein. Für mich ist das wie mit dem Kampfsport:
Gürtel sammeln mag bei Laune halten, aber eine Faust im Gesicht bleibt
eine Faust im Gesicht. Anders ausgedrückt: Prüfungen ersetzen die
notwendige Praxis nicht.

Mich beeindruckt ein Lebenslauf mit Projekten deutlich mehr, als ein
Sammelsurium aus MCPs, MCTs oder was gerade aktuell bei MS in Mode ist.

F1) --> Besser Studium Bacherlor



Nun, das hàngt zum einen von Deinen Zukunfsplànen ab und zum anderen
was Dir liegt. Generell gilt: bei Universitàten liegt der Fokus mehr
auf der Theorie, als auf der Praxis. Das kann von Vorteil sein, wenn Du
làngerfristig eine Promotion oder Arbeiten im R&D Umfeld anstrebst. Es
gibt auch nach wie vor Firmen in Deutschland, in denen ohne eine
Promotion gewisse Türen, trotz langjàhriger Diensterfahrungen, schlicht
nicht aufgehen.

Ich habe an der TU München Informatik auf Diplom studiert und bereue es
nicht. Einen gewissen Fundus an Theorie zu haben, ist kein Fehler. Mich
persönlich frustiert es ehrlich gesagt mitunter, mit meinen Kollegen
bei der Arbeit (teilweise FH, teilweise Quereinsteiger) die
Unterschiede Graph vs. Baum zu erötern. Ich habe auch schon die Frage
bekommen, warum die Framework Klasse Stack kein Flag besitzt, um ihn
auf FIFO Mode umzustellen. Auf mein Einwand, dass man diese
Datenstruktur Queue nennt und sie selbstverstàndlich im Framework
enthalten ist, wurde mit Unverstàndnis reagiert...

Anders herum hat mich an der Uni immer die Vorstellung frustiert, das
Unis im allgemeinen den Anspruch haben 'pure' Systemdesigner zu
gebàhren. Meine Meinung hat sich in all den Uni Jahren nicht veràndert
- ein guter Architekt war in einer vorherigen Lebensphase mal ein
aktiver Programmierer. Er muss nicht nicht der beste Programmierer
gewesen sein (Architektur erfordert andere Fàhigkeiten), aber er muss
ein Grundverstàndnis von den dortigen Problemen haben. Unis neigen
mitunter nur leider dazu, Programmierkenntnisse herabzuwürdigen, als
eine Tàtigkeit, die besser von schlecht bezahlten Indern zu erledigen
ist - was mich sowohl in technischer wie auch in menschlicher Hinsicht
veràrgert.

Das gleiche gilt auch für Führungskràfte. Ich habe nur drei Monate im
CLR Team in Redmond gearbeitet, aber alle Personen, die ich dort
gesehen-, gesprochen- und mit denen ich zusammengearbeitet habe, hatten
eines gemeinsam: sie alle hatten einen starken Software Engineering
Hintergrund. In Deutschland habe ich auch schon für etliche Firmen
(kleine wie große) gearbeitet, aber das habe ich so noch nie erlebt. Es
war ein wahnsinnig inspirierendes und produktives Arbeitsumfeld.

Ich glaube der Hauptgrund für mich ist, dass ich Leute nur dann
wirklich als Führungsperson akzeptiere, wenn ich sie respektieren kann.
Einen Entwicklungsleiter kann ich aber nur dann als solchen
respektieren, wenn ich mir nicht in jeder zweiten technischen
Diskussion die Haare raufen muss, weil entweder essentielles
Basiswissen fehlt oder nicht mal der Hauch von praktischer Erfahrung
vorhanden ist.

G) Die Hochschulen zeigen wenig über Microsoft



Das ist korrekt. Ich war und bin derzeit immernoch Microsoft Student
Partner an der TU München. Die TU ist nicht gerade, sagen wir mal ganz
verschleiert, Microsoft affin.

Obgleich ich sehr positiv gegenüber MS eingestellt bin, muss ich für
den universitàren Bereich allerdings sagen, dass ich das gar nicht mal
so schlecht finde.

FH und Uni unterscheiden sich nàmlich in einem Punkt gewaltig:
Universitàten befassen sich mehr damit, Wissen zu schaffen, wàhrend FHs
sich eher darauf beschrànken, Wissen weiterzugeben. Wohlgemerkt - bei
beiden sind die Grenzen fließend, aber die Tendenz ist deutlich
erkennbar.

Warum wenig MS bei den Unis? Lass es mich anders herum erzàhlen: Bei
Microsoft Research gilt freie Technologiewahl für die Forscher. Das
bedeutet, man sieht besonders viel CVS, SVN, Latex, Java, Unix/Linux.
Warum? Weil die Forscher alle von den Unis kommen und weder TFS, Word,
noch Windows kennen oder benutzen wollen? Nein. Weil Forschung viel mit
Kooperation zu tun hat. Wissen muss geteilt werden. Wissen muss frei
zugànglich sein. Wissen muss erweiterbar sein. Das sind alles eher
Gedanken aus der Free Software Bewegung und die sind mit traditionellen
Firmeninteressen - vor allen denen von Microsoft - nur schwer vereinbar.

Allerdings sehe ich das nicht unbedingt als Widerspruch an. Wissen und
Produktinnovation kann zu unterschiedlichen Zeiten entwickelt werden
und sich spàter mal in einem konkreten Feature niederschlagen (z.B.
wurde die erste Version des .NET Garbage Collectors in LISP
programmiert und anschließend auf C portiert).

Wàhrend meines Studiums habe ich innerhalb der Uni sehr viel Mathe,
Java, Latex und auch Linux mitbekommen. Außerhalb der Uni habe ich für
einen Microsoft Partner gearbeitet und sehr viel über .NET, C#, Office
und Windows Server gelernt.

Zugegebener Maßen weiß ich mehr über das MS Umfeld - aber das hat mehr
persönliche Gründe. Mir macht das Zeug aus Redmond einfach mehr Spaß.

Allerdings glaube ich auch, dass mehr Wissen über Linux & Co mich zu
einer wertvolleren Ressource machen würde..

F) Wie sehen die Berufsaussichten aus?
G1) Die Industrie sucht teils Microsoftspezialisten leider auch nicht
mehr so viele.



Ich persönlich glaube, man sollte Langzeitziele und Lebensveràndernde
Maßnahmen - wie z.B. Wahl des Studium - nicht an kurzfristigen Trends
festmachen.

Wer im IT Bereich arbeitet, arbeitet als Wissensarbeiter. Man muss
inbesondere in unserem Bereich stàndig lernen und sich weiterbilden.
Nur weil COM und C++ noch vor 10 Jahren nahezu überall auf der Windows
Platform erforderlich und daher gesucht waren, kann man sich nicht ewig
auf MFC und ATL Kenntnissen ausruhen.

Gibt es so etwas auch in Deutsch?
http://www.microsoft.com/learning/e...nalMX3.swf



Vielleicht, vielleicht auch nicht.

Speziell für das Microsoft Umfeld möchte ich Dir allerdings einen
wesentlichen Rat mit auf den Weg geben: Begrenze die Dir zu Verfügung
stehenden Ressourcen nicht auf die Deutsche Sprache. Es gibt viele gute
deutsche Texte zu Microsoft Themen, aber die Firma ist extrem goß, die
Produkte ensprechend vielfàltig und die reine Anzahl an
Neuerscheinungen mitunter schwindelrerregend. Die meisten Ressourcen
wirst Du daher auf englisch vorfinden.

Ich lese z.B. sehr gerne die Blogs von Microsoft Mitarbeitern auf
blogs.msdn.com oder schaue mir die Interviews auf Channel 9 an - dort
erfàhrt man nàmlich oft _warum_ manche Dinge auf eine bestimmte Art und
Weise implementiert worden sind. Dinge, die man in der MSDN
Dokumentation (egal ob deutsch oder englisch) nur sehr selten oder gar
nicht vorfindet. Für echts Verstàndnis sind deratige Kenntnisse meines
Erachtens unerlàsslich.

Hoffe, Dir hiermit ein wenig weitergeholfen zu haben.

Immo Landwerth

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