Mehrere Masivleiter (Adern) in Leerrohre? Drehstrom, Absicherung usw.?

09/02/2009 - 05:09 von Franz Oebel | Report spam
Hi!

Es geht um ein Haus von 1950. Leider sind mehrheitlich noch alte Leitungen
und Rohre vorhanden. Alles neu zu machen scheidet wegen Aufwand aus. Zudem
gibt es Ärger mit der Regierung wenn man sonst Ràume im Top Zustand wieder
aufkloppt usw

Ich möchte daher neue Adern so weit wir es eben Leerrohre und VDE erlauben
neu einziehen und gleich so gut als möglich auch PEN (also die Nullung)
auftrennen. Auch hàngen jetzt mehrere Ràume an einer Ader, dies möchte ich
auch àndern, dass also pro Raum eine Ader und ein LSS vorhanden ist. Dazu
habe ich eben jetzt mehrere Fragen:

Ich habe natürlich nur immer ein altes Leerrohr liegen. Da würden dann auf
den ersten 2m drei Ràume versorgt, die nàchsten 3m versorgen noch 2 Ràume
und der letzte Meter noch ein Raum.

Was für eine Verlegeart ist das? B1 oder B2? ?
3 Belastete Adern könne ich mit 15,5A = B16 absichern?

Um 3 Ràume einzeln abzusichern bràchte ich auch min. 3 mal Phase. Was ich
technisch am besten bzw. was ist erlaubt?
1.) ich könnte für jeden Raum 3 Adern L/N/PE rein ziehen. Wenn ich noch 1
mal Licht und 3 Adern für eine Wechselschaltung habe müßte ich nicht nur 13
Adern einziehen (mit 1,5mm² wohl schon SEHR eng(?), sondern ich müßte die
Absicherung auf 10 belastete Adern auslegen.
a) diese drei Ràume würde ich alle an L1 anlegen. Problem besteh wohl,
wenn ein Kurzschluß die Leiter mal trifft, man eine Betriebserde mit 2-3
Automaten belastet. Wortwörtlich heiß.
b) ich würde die drei Ràume getrennt mit L1-L3 versorgen. Vorteil: Man
merkt einen Kurzschluß zwischen Leitern sofort am Abgang vom LSS, Kurzschluß
auf N/PE ist sonst nicht weiter tragisch. ABER ich höre immer wieder
Gerüchte das sei in Leerrohren und Dosen nicht erlaubt. - Ist das war?
Wieso?

2.) Andere Möglichkeit wàre ich würde (echten) Drehstrom durch die Leerrohre
führen. Also L1,L2,L3,N,PE (alles nur einfach ausgeführt). D.h. N und PE
würden sich alle Ràume teilen. Aber auch hier die Frage ist das erlaubt?
Wie vorgehen? Was für Tipps habt Ihr?


Speziell zu der 2. Möglichkeit habe ich noch Frage. Mit ist klar, dass bei
Drehstrom mit drei symmetrisch belasteten Leitern kein Strom auf Null
fließt. Wie sieht es aber aus, wenn man nur 2 Leiter belastet?
Fließt dann Null auch nur einfacher, Wurzel2 oder gar Wurzel3 an Strom?
Kann man da Null und Schutzleiter überhaupt noch bei B16 als 1,5mm²
ausführen oder muß es 2,5mm² sein?

Wenn mehr als 1-facher Strom auf Null fließt, kann man bei zwei belasteten
Leitern überhaupt noch mit 3 belasteten Adern rechnen? Man hàtte doch zwei
Adern mit einfachem Strom und auf Null würde 1,4 oder gar 1,7 facher Strom
fließen. Also hàtte man doch 3,4-3,7 belastete Adern?
 

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#1 Carsten Kreft
09/02/2009 - 10:55 | Warnen spam
Was für eine Verlegeart ist das? B1 oder B2? ?



Im Prinzip B1. Wobei die als "Einzeladern in einem Rohr auf einer Holzwand"
definiert ist.
Infos:
http://www.helukabel.de/pdf/german/...GUNGEN.pdf

3 Belastete Adern könne ich mit 15,5A = B16 absichern?



NEIN! 16 > 15,5. Ist doch eigentlich klar, oder?

Um 3 Ràume einzeln abzusichern bràchte ich auch min. 3 mal Phase. Was ich
technisch am besten bzw. was ist erlaubt?
1.) ich könnte für jeden Raum 3 Adern L/N/PE rein ziehen. Wenn ich noch 1
mal Licht und 3 Adern für eine Wechselschaltung habe müßte ich nicht nur
13 Adern einziehen (mit 1,5mm² wohl schon SEHR eng(?), sondern ich müßte
die Absicherung auf 10 belastete Adern auslegen.



Kannst Du vergessen. Die Adern sind dann kaum einzuziehen und kaum
belastbar.
Du benötigst sowieso nur einen PE.


a) diese drei Ràume würde ich alle an L1 anlegen. Problem besteh wohl,
wenn ein Kurzschluß die Leiter mal trifft, man eine Betriebserde mit 2-3
Automaten belastet. Wortwörtlich heiß.



Du musst (!) ja sowieso einen Fehlerstromschutzschalter einbauen, das
Problem der PE Überklastung existiert also nicht.


b) ich würde die drei Ràume getrennt mit L1-L3 versorgen. Vorteil: Man
merkt einen Kurzschluß zwischen Leitern sofort am Abgang vom LSS,
Kurzschluß auf N/PE ist sonst nicht weiter tragisch. ABER ich höre immer
wieder Gerüchte das sei in Leerrohren und Dosen nicht erlaubt. - Ist das
war? Wieso?
2.) Andere Möglichkeit wàre ich würde (echten) Drehstrom durch die
Leerrohre führen. Also L1,L2,L3,N,PE (alles nur einfach ausgeführt). D.h.
N und PE würden sich alle Ràume teilen. Aber auch hier die Frage ist das
erlaubt?
Wie vorgehen? Was für Tipps habt Ihr?





1. Man darf aus einem Drehstromkreis Wechselstromkreise auskoppeln.
2. Man muss den gesamten Drehstromkreis durch eine gemeinsame
Trennvorrichtung abschalten können.
3. Das darf auch ein RCD sein.
4. Die Sicherungen dürfen Einzelautomaten sein, jedoch muss durch ihre Lage
die Zusammengehörigkeit erkennbar sein.

Speziell zu der 2. Möglichkeit habe ich noch Frage. Mit ist klar, dass bei
Drehstrom mit drei symmetrisch belasteten Leitern kein Strom auf Null
fließt. Wie sieht es aber aus, wenn man nur 2 Leiter belastet?
Fließt dann Null auch nur einfacher, Wurzel2 oder gar Wurzel3 an Strom?



Das Ganze addiert sich vektoriell. Bei cos(phi)=1 gilt, dass die Belastung
des N maximal 16A sein kann, wenn in den Außenleitern maximal 16A fließen.
Bei anderen cos(phi) und insbesondere bei Anteilen Harmonischer kann der
Strom im N gleich der Summe aller Außenleiterströme sein - sehr unangenehm.

Kann man da Null und Schutzleiter überhaupt noch bei B16 als 1,5mm²
ausführen oder muß es 2,5mm² sein?



Sowieso 2,5mm².
Und das wird vermutlich schon eng werden (vom Platz her).

Hier ist nun auch die Stelle, an der ich Dich an einen geeigneten Fachmann
verweisen muss.
Aus eigener Erfahrung weiß ich aber, dass die sich oftmals selber nicht so
genau an die Regeln halten, im Privathaus geht das glücklicher Weise oft
auch gut, da die Belastung der Adern kaum ausgereizt wird.

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