Menschheit braucht noch mehr als viele alephs

13/10/2010 - 23:10 von Ai Nagase | Report spam
http://www.spiegel.de/wissenschaft/...72,00.html

13.10.2010

WWF-Report
Menschheit bràuchte in 20 Jahren zweiten Planeten

Skyline von Dubai: Eine Oase in der Wüste - und Sinnbild von
Ressourcen-Verschwendung

Überfischung, Umweltzerstörung, schwindende Artenvielfalt: Der Raubbau an
der Natur hat laut einer WWF-Studie dramatische Ausmaße angenommen. Die
Menschheit verbraucht so viel Ressourcen, dass ab 2030 zwei Erden nötig
wàren, um den Bedarf zu decken.

Berlin - Der "Living Planet Report" des WWF zeichnet seit 1998 regelmàßig
Bilder des Schreckens. In den vergangenen zwölf Jahren war die zentrale
Botschaft stets dieselbe: Die Menschheit lebt über ihre Verhàltnisse. Und
zwar bei weitem.

Die diesjàhrige Ausgabe des Berichts, die am Mittwoch in Berlin und
weltweit vorgestellt wurde, zeichnet den düsteren Trend weiter:
Im globalen Durchschnitt verbraucht jeder Mensch 1,5-mal so viel, wie
die Natur zu geben im Stande ist, in den Industrielàndern liegt der
Wert um ein Mehrfaches höher.

Sollte die aktuelle Entwicklung anhalten, verbraucht die Menschheit
im Schnitt doppelt so viel, wie die Erde bereitstellen kann - theoretisch
wàre dann ein zweiter Planet vonnöten.

Eine Milliarde Menschen haben keinen ausreichenden Zugang zu Trinkwasser.
Seit den siebziger Jahren ist der Bestand von 2500 ausgewàhlten Tierarten
weltweit um 30 Prozent zurückgegangen, in den Tropen sogar um fast 60
Prozent.

70 Prozent aller Fischbestànde von Überfischung bedroht.
WWF-Vorstand Eberhard Brandes stellte den Bericht in einem Berliner Kaufhaus
vor, "um auf den für die Zerstörung der Natur maßgeblich verantwortlichen
Konsum aufmerksam" zu machen. Würde die Erde naturvertràglich und gerecht
aufgeteilt, bekàme jeder Mensch eine Nutzflàche von etwa 1,8 globalen Hektar
(gha). Seit den siebziger Jahren aber überschreitet die Menschheit die
jàhrliche Biokapazitàt der Erde deutlich und braucht durchschnittlich 2,7
gha pro Kopf. Der ökologische Fußabdruck ist damit 1,5-mal so groß, wie er
bei einem naturgemàßen Verbrauch sein dürfte.

Besonders der Energieverbrauch sei in den vergangenen 50 Jahren drastisch
gewachsen, heißt es in der Untersuchung weiter. Auch in Làndern wie China,
Indien, Brasilien und Russland steige dieser immer weiter. Mittlerweile
entfalle fast die Hàlfte des weltweiten ökologischen Fußabdrucks auf die
Bereitstellung von Energie. In Deutschland habe sich dieser Anteil in den
vergangenen 50 Jahren verzehnfacht.

Wohlstand mit Raubbau erkauft

"Um die Nachfrage nach Nahrung, Energietràgern und anderen natürlichen
Rohstoffen zu decken, bràuchte man jetzt schon einen zweiten Planeten",
sagte Brandes. Der Wohlstand in den Làndern mit hohem Einkommen werde mit
dem biologischen Reichtum unter anderem der Tropen erkauft.

Auf besonders großem Fuß leben die Vereinigten Arabischen Emirate mit über
10 gha pro Kopf, gefolgt von Dànemark, Belgien und den USA. Deutschland
liegt mit etwa 5 gha im Mittelfeld. Osttimor, Bangladesch und Afghanistan
bilden mit rund 0,5 gha die Schlusslichter. Umgelegt auf den Planeten,
konsumiert der Mensch bereits die Biokapazitàt von 1,5 Planeten jàhrlich.
Setzt sich der Trend fort, bràuchte der Mensch im Jahr 2030 laut WWF zwei
Planeten. Dabei leben die Industriestaaten auf Kosten der Entwicklungs- und
Schwellenlànder.

Das macht sich auch in der Entwicklung der Artenvielfalt bemerkbar, die der
WWF im "Living Planet Index" wiedergibt. Wàhrend die Umweltschützer in den
tropischen Zonen seit 1970 einen dramatischen Rückgang der Artbestànde von
60 Prozent beobachten, hat der Index für die gemàßigten Breiten um 29
Prozent zugenommen. Insgesamt berechnen die Umweltschützer einen Verlust von
30 Prozent.

Stellenweise positive Entwicklung

Die positive Entwicklung in den Industrielàndern sei darauf zurückzuführen,
dass die Ausgangszahlen der Arten niedrig waren, aber auch auf die Erfolge
durch Schadstoffkontrolle, Waldschutz und Ausweisung von
Naturschutzgebieten. So seien in den gemàßigten Breiten Seeadler und
Fischotter wieder im Aufschwung. Andere Arten wie Kampflàufer und
Regenpfeifer seien jedoch nach wie vor stark gefàhrdet.

In den tropischen Gebieten sieht es ganz anders aus: Im Indopazifik sank die
Artenvielfalt seit 1970 um 66 Prozent, in Südamerika um 55 Prozent. Wie zum
Beweis hàlt Brandes ein aktuelles Bild einer Fotofalle aus dem tropischen
Sumatra in der Hand. Es zeigt die Stelle, wo Forscher in einem
Regenwaldschutzgebiet mit einer Standkamera einen Tiger aufnehmen wollten.
Anstelle des Tigers knipste sie einen Bulldozer, der Bàume niederwalzte.
"Wir befinden uns auf einem Weg, der nicht zukunftsweisend ist", sagt
Brandes. Er fordert ein Umdenken, weg vom unbegrenzten Wachstum und hin zur
nachhaltigen Nutzung. 15 Prozent der Erdoberflàche müssten zu Schutzgebieten
erklàrt werden.

Im Hinblick auf den viel zu großen ökologischen Fußabdruck der
Industrielànder sei eine "neue Definition von Wohlstand làngst überfàllig",
so Brandes. Die fundamentalen Herausforderungen seien, die stàndig wachsende
Erdbevölkerung mit Nahrung und Energie zu versorgen und die vorhandenen
Rohstoffe gerecht aufzuteilen. Die Uno-Konferenz zur Artenvielfalt, die am
kommenden Montag in Japan beginnt, könnte hierfür erste und ernsthafte
Zeichen setzen.

mbe/dpa/dapd
 

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#1 Rainer Willis
14/10/2010 - 01:44 | Warnen spam
Am 13.10.2010 23:10, schrieb Ai Nagase:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/...72,00.html

13.10.2010

WWF-Report
Menschheit bràuchte in 20 Jahren zweiten Planeten

Skyline von Dubai: Eine Oase in der Wüste - und Sinnbild von
Ressourcen-Verschwendung

Überfischung, Umweltzerstörung, schwindende Artenvielfalt: Der Raubbau an
der Natur hat laut einer WWF-Studie dramatische Ausmaße angenommen. Die
Menschheit verbraucht so viel Ressourcen, dass ab 2030 zwei Erden nötig
wàren, um den Bedarf zu decken.



Es gibt aber keine zweite Erde, die Menschheit müsste sich halbieren.
Kriege sind da ein probates Mittel, man könnte auch Arsen ins
Trinkwasser der Höchstverbraucher schütten. Eher unwahrscheinlich. "Wenn
es nicht mehr für alle reicht, springen die Armen ein" (sinngemàß
zitiert nach Ernst Bloch), es wird zu Verteilungskàmpfen kommen, die ja
schon làngst begonnen haben.
Im günstigsten Fall stirbt die Menschheit aus, es gàbe dann zumindest
niemanden mehr, der darum trauern könnte.
Wir sind wie Bakterien in einer Petrischale: wenn die Nahrung ausgeht,
wird aus der Exponentialfunktion erst eine gesàttigte
Exponentialfunktion und dann eine mit negativem Exponenten.

[...]

Eine Milliarde Menschen haben keinen ausreichenden Zugang zu Trinkwasser.
Seit den siebziger Jahren ist der Bestand von 2500 ausgewàhlten Tierarten
weltweit um 30 Prozent zurückgegangen, in den Tropen sogar um fast 60
Prozent.



Und? Wen interessiert das? Den Planeten Erde? Kaum.
"Grundsàtzlich sind im Lauf der Erdgeschichte nach Schàtzungen von
Wissenschaftlern bisher ca. 500 Millionen Tierarten (bzw. über 99,9%
ausgestorben."
http://de.wikipedia.org/wiki/Aussterben

Die haben *wir* ja wohl nicht alle umgebracht.

Hört sich mein Beitrag sarkastisch an? Soll er auch sein, ich neige
manchmal dazu. Hier noch ein Textausschnitt eines von mir bewunderten
Großmeisters dieser Kunstform, George Carlin:

"The planet has been through a lot worse than us. Been through all kinds
of things worse than us. Been through earthquakes, volcanoes, plate
tectonics, continental drift, solar flares, sun spots, magnetic storms,
the magnetic reversal of the poles…hundreds of thousands of years of
bombardment by comets and asteroids and meteors, worlwidefloods, tidal
waves, worldwide fires, erosion, cosmic rays, recurring ice ages..."

Hier ein Teil des ganzen Textes
http://anopinmind.wordpress.com/200...he-planet/

und ansehen kann man sich den Vortrag auch:
http://www.youtube.com/watch?v=eScDfYzMEEw

Gruß Rainer

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