Messmikrofone

28/12/2013 - 16:35 von Marcel Müller | Report spam
Hallo,

was nimmt man denn heute eigentlich so als Messmikrofone zum
Lautsprecher und Raum einmessen? Früher waren die Panasonics WM-60A,
WM-61A aka Monacor MCE 2000, MCE 2500 das Mittel der Wahl. Mir scheint
aber, die Burschen werden nicht mehr hergestellt. Und so richtigen
Ersatz habe ich noch nicht gefunden.

Das einzige, was es zu geben scheint, sind mehr oder minder (un-)genaue
USB-Mirofone wie Behringer ECM 8000. Leider haben die Burschen die Sache
nicht bis zum Ende durch gedacht. Dadurch dass die Dinger asynchron (mit
eigenem Quarz-Takt) laufen und (natürlich) keinen Master-Clock können,
ist die Störsignalunterdrückung unter aller Kanone, da man kein Lock-In
bei der Messung verwenden kann(1). Das macht sie aus meiner Sicht für
messtechnische Zwecke gànzlich unbrauchbar. Die Genauigkeit ist, soweit
ich es gesehen habe, meist auch eher schlecht, jedenfalls verglichen mit
den Panasonics.

Also was kann man denn da noch nehmen? USB funktioniert wie gesagt nur,
wenn gleichzeitig ein Line-Ausgang für das Testsignal mit dabei ist, der
auch aus demselben Quarzoszillator gespeist wird.

Ach, und bevor ich es vergesse, ich wollte mir für dasselbe Geld keinen
Gebrauchtwagen kaufen können. Die Panasonic-Kapseln haben seinerzeit
keine 5,- gekostet. Und ein OP27 als Mikrofonverstàrker auch nicht mehr.


[Xpost & fup d.r.m.h]

(1) Wenn man auf LineOut einer beliebigen Soundkarte ein Signal ausgibt
und gleichzeitig auf derselben Soundkarte die Mikrofonantwort aufnimmt,
sind die Phasen vom Testsignal und der Raumantwort zu 100% zeitlich
reproduzierbar. Dadurch kann man die Test-Frequenzen auf wenige PPM
genau wiedererkennen und Störgeràuschen einschließlich Rauschen nahezu
vollstàndig unterdrücken. Dann dauert die komplette Messung des
Spektrums kaum eine Minute. Ohne diese Korrelation ist man locker eine
halbe Stunde unterwegs und hat trotzdem ein schlechteres Ergebnis.


Marcel
 

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#1 Falk Dµeß ßert
28/12/2013 - 18:07 | Warnen spam
Marcel Müller meinte...

Hallo,

was nimmt man denn heute eigentlich so als Messmikrofone zum
Lautsprecher und Raum einmessen? Früher waren die Panasonics WM-60A,
WM-61A aka Monacor MCE 2000, MCE 2500 das Mittel der Wahl. Mir scheint
aber, die Burschen werden nicht mehr hergestellt. Und so richtigen
Ersatz habe ich noch nicht gefunden.

Das einzige, was es zu geben scheint, sind mehr oder minder (un-)genaue
USB-Mirofone wie Behringer ECM 8000.



Das Behringer ECM8000 ist kein USB-Mikrofon.

Leider haben die Burschen die Sache
nicht bis zum Ende durch gedacht.



Die Chinesen bei Behringer haben auch das mit der Spitze der Vorlage
(MBNM 550 EL) nicht ganz verstanden, weswegen über den Winkel gemessen
der Frequenz-Amplitudengang ordentlich wellig ist und zwar so, dass man
Freiluft oder einen schalltoten Raum braucht um mit dem Behringer
reproduzierbar messen zu können.

Der Phasengang des Beheringers über die Frequenz ist auch eher was für
Liebhaber.

Dadurch dass die Dinger asynchron (mit
eigenem Quarz-Takt) laufen und (natürlich) keinen Master-Clock können,
ist die Störsignalunterdrückung unter aller Kanone, da man kein Lock-In
bei der Messung verwenden kann(1).



Mir reicht ein Amplituden-richtiges Signal. Das Störsignal ist ja auch
ohne Messung noch da und kann dann berücksichtigt werden. Alles darüber
hinaus ist die Frage ob man in einem ausgebombten Haus ein oder zweimal
pro Woiche Staub wischt.

Also was kann man denn da noch nehmen? USB funktioniert wie gesagt
nur, wenn gleichzeitig ein Line-Ausgang für das Testsignal mit dabei
ist, der auch aus demselben Quarzoszillator gespeist wird.



Das ist weniger eine Frage des Mikrofons, als des gesamten Messaufbaus.
Viele kommen mit der TASCAM US 122 und Messmikrofonen aus.

Ich habe mir irgendwann einen Phonic PAA3 zugelegt.


Ach, und bevor ich es vergesse, ich wollte mir für dasselbe Geld keinen
Gebrauchtwagen kaufen können. Die Panasonic-Kapseln haben seinerzeit
keine 5,- gekostet. Und ein OP27 als Mikrofonverstàrker auch nicht mehr.



Bei einem Messmikrofon ist das Gehàuse, vor allem die Spitze und deren
Anpassung an die Kapsel erheblich wichtiger als die Kapsel selbst.
Aber bei Messtechnik gilt meistens noch: you get what you pay for.

Falk D.

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