Michelson Morley - Verständnisfrage

25/12/2007 - 14:45 von Klaus Moedinger | Report spam
Hallo,

das Ergebnis des MM-Versuchs wird üblicherweise so interpretiert:

(1) Es gibt keinen Äther
(2) Die Geschwindigkeit des Lichts ist in allen Bezugssystemen diesselbe

Wàhrend mir (1) einleuchtet, habe ich ein Verstàndnisproblem mit (2).
Auch viel Googeln hat mir nicht weitergeholfen.

Inwiefern àndert sich das Bezugssystem, in dem sich die Apparatur
befindet, durch Drehung derselben?

Ich möchte mein Verstàndnisproblem noch an einem Beispiel erlàutern:

Ich messe meine eigene Schrittgeschwindigkeit in einem fahrenden Zug.
Einmal in, einmal entgegengesetzt der Fahrtrichtung. Ich erhalte in
beiden Fàllen das gleiche Ergebnis und schlussfolgere:

Meine Schrittgeschwindigkeit ist in allen Bezugssystemen dieselbe.

Dieser Schluss ist offensichtlich falsch.

Wo ist mein Denkfehler? Danke im voraus für das Entfernen der
Scheuklappen. ;-)

Viele Grüße
Klaus
 

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#1 Ralf Kusmierz
25/12/2007 - 18:40 | Warnen spam
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begin quoting, Klaus Moedinger schrieb:

das Ergebnis des MM-Versuchs wird üblicherweise so interpretiert:
(1) Es gibt keinen Äther
(2) Die Geschwindigkeit des Lichts ist in allen Bezugssystemen diesselbe
Wàhrend mir (1) einleuchtet, habe ich ein Verstàndnisproblem mit (2).



Das ist ràtselhaft, weil (1) normalerweise die Folgerung aus (2) ist.

Auch viel Googeln hat mir nicht weitergeholfen.
Inwiefern àndert sich das Bezugssystem, in dem sich die Apparatur
befindet, durch Drehung derselben?



Gar nicht. Aber wenn das Licht in seinem "eigenen" Bezugssystem eine
absolute Geschwindigkeit hàtte und dieses System gegenüber dem
Beobachtersystem bewegt wàre, dann würde man im Beobachtersystem *bei
Anwendbarkeit der Galilei-Transformation*, also der vektoriellen
Summierbarkeit von Geschwindigkeiten, eine richtungsabhàngige
Lichtgeschwindigkeit messen, was bei einer Drehung der Apparatur zu
einer Verànderung des Interferenzmusters führen müßte - das wird aber
nicht beobachtet, daher muß wenigstens eine der Voraussetzungen falsch
sein.

Ich möchte mein Verstàndnisproblem noch an einem Beispiel erlàutern:
Ich messe meine eigene Schrittgeschwindigkeit in einem fahrenden Zug.
Einmal in, einmal entgegengesetzt der Fahrtrichtung. Ich erhalte in
beiden Fàllen das gleiche Ergebnis und schlussfolgere:
Meine Schrittgeschwindigkeit ist in allen Bezugssystemen dieselbe.
Dieser Schluss ist offensichtlich falsch.
Wo ist mein Denkfehler? Danke im voraus für das Entfernen der
Scheuklappen. ;-)



Welche Geschwindigkeit mißt denn ein Beobachter außerhalb des Zugs?

Gegenbeispiel Schall - ach, überlege es Dir selber, was man beobachten
würde, wenn man mit einer MM-Apparatur bei starkem Wind die
Schallgeschwindigkeit messen würde.

(Der Punkt ist, daß sich der Schall relativ zur Luft bewegt, und zwar
so langsam, daß man die Galilei-Transformation ohne merklichen Fehler
anwenden kann.)


Gruß aus Bremen
Ralf
R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen:
adressiert Appell asynchron Atmosphàre Autor bißchen Ellipse Emission
gesamt hàltst Immission interessiert korreliert korrigiert Laie
nàmlich offiziell parallel reell Satellit Standard Stegreif voraus

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