Mint 13 -> 17

07/06/2014 - 22:40 von Andreas Kohlbach | Report spam
Hat schon jemand von Mint 13 (oder 14 oder 15) auf 17 geupgradet? Also
nicht von der 16?

Ich soll das remote (ssh) bei jemandem machen, ich würde gerne wissen, ob
das, wenn auch nicht empfohlen, funktioniert hat. Wenn ja, welche
Schritte hat sie/er dazu ausgeführt?
Andreas

I wish my grass was emo. Then it would cut itself.
 

Lesen sie die antworten

#1 Christoph Mehdorn Weber
09/06/2014 - 14:07 | Warnen spam
Hallo!

* Andreas Kohlbach :

Hat schon jemand von Mint 13 (oder 14 oder 15) auf 17 geupgradet? Also
nicht von der 16?



D.h. du willst das auf einen Rutsch ohne Zwischenversionen
machen?

Konkret kann ich dir dabei nicht helfen, aber ich habe schon
zweimal àhnliche Situationen gehabt:

- Upgrade antikes Debian auf aktuelles Debian

In dem Fall habe ich mir eine Liste mit Software gemacht, die
installiert ist (dpkg --get-selections) und alles deinstalliert,
was ich aktuell nicht benötige, aber die Konfigurationsdateien
behalten.

Danach das Minimalsystem in den üblichen Einzelschritten über
die Zwischenversion aktualisiert. Das ging erfreulich schnell.

Am Ende dann wieder die Software installiert, sofern sie noch
verfügbar war, oder ggf. Ersatz gesucht. Aber meist betrifft das
ohnehin nur irgendwelche Libs, die in neueren Versionen vorliegen.
Dabei die alten Konfigs wieder benutzen lassen und sie nur einmal
ggf. anpassen müssen und nicht bei jedem Zwischenschritt.

Am Ende noch nach "dummy" und "transitional" gesucht und soweit
wie möglich entfernt. Und ganz zum Schluß ein "aptitude purge ~c",
um die restlichen Konfigs, zu denen keine Pakete mehr installiert
sind, loszuwerden.

- "Upgrade" antike SuSE auf Debian

In dem Fall habe ich auf der SuSE eine Partition gesucht, wo
genug Platz (schaffbar) war und ein leeres Verzeichnis erstellt.
Zudem habe ich debootstrap installiert und damit innerhalb dieses
Verzeichnisses eine Debian-Chroot-Minimalumgebung installiert und
danach schrittweise die Pakete, die ich noch so brauche.

Nach und nach habe ich dann die Konfigurationen auf das chroot
portiert, die zugehörigen Services auf der SuSE abgeschaltet und
im chroot hochgefahren. Als die SuSE dann quasi nur noch eine
hohle Schale um Debian war, habe ich die Partition mit dem chroot
umgebaut: neues Verzeichnis erstellt, alles hinein geschoben, und
das chroot direkt auf die Partition verlegt. Bootloader
entsprechen umgetragen, damit diese Partition angebootet wird,
noch einmal überprüft, ob Kernel, fstab, Netzwerkeinstellungen
etc. stimmen, und neugestartet.

Ist remote etwas heikel. Beim ersten Mal hat mich udev gebissen,
da die Maschine mehrere Netzwerkkarten hatte und die dann prompt
in der "falschen" Reihenfolge waren.


Die Methode hat zwei große Haken:
- Wenn es nur eine Partition gibt, ist es etwas heikler mit dem
Verschieben am Ende, insbesondere bei /lib. Daher sollte man
vorher genau gucken und den Bootloader nach Möglichkeit schon
mal zum Laufen bringen. Dann startet man eine statisch gelinkte
Busybox und macht die Verschiebung damit, dann "sync" und Reboot
per Sysrq, da normaler Shutdown dann üblicherweise nicht mehr
mag.
- Wenn die Kernel/Libc-Versionen zu weit voneinander abweichen,
wird es nichts mit chroot.


Wenn ein Ausfall also okay ist, empfehle ich dringend die erste
Methode. Eventuell kann man dabei auch Versionen überspringen,
aber zu große Sprünge würde ich meiden, da das Problem mit nicht
passenden Kernel und Libc auch dort auftreten kann.

Bei der zweiten Variante kann man nach und nach migrieren und
sogar nebenbei die Distribution wechseln, allerdings ist der
Aufwand gefühlt deutlich größer und man vergißt leicht mal etwas,
was spàtestens nach dem finalen Reboot-Versuch auffàllt.

Christoph

Was man heute Rap-Musik nennt, hiess frueher Stottern und war heilbar...

Ähnliche fragen