Mit Thorium in die nukleare Zukunft?

23/06/2013 - 19:05 von Fritz | Report spam
Ist zwar ein Beitrag aus 2008 - was ist davon zu halten?
Ich bin zwar kein Freund der Kernkraftwerke aber Alternativen
interessieren mich.
Und wenn Flüssigfluorid-Thorium-Reaktoren so vielversprechend sind,
warum hat man noch keine gebaut?

<http://www.final-frontier.ch/thoriumenergie>
»Thorium – die vergessene Alternative
Die Alternative heisst: Flüssigfluorid-Thorium-Reaktoren. Was zuerst arg
chemisch und gefàhrlich klingt, ist in Wirklichkeit ein revolutionàres
Reaktorkonzept, das ich im Folgenden etwas genauer vorstellen möchte.
Thorium-Reaktoren verwenden als Brennstoff nicht Uran, sondern Thorium.
Dieses Element ist in der Erdkruste rund drei Mal hàufiger als Uran, so
dass auch bei einem flàchendeckenden, weltweiten Einsatz die Vorràte für
Jahrhunderte gesichert wàren. Zudem ist es in der natürlich vorkommenden
Form praktisch nicht radioaktiv (im Gegensatz zum Uran, das in den
natürlich vorkommenden Erzen wie Pechblende radioaktiv ist), die
Halbwertszeit des einzigen, natürlich vorkommenden Isotops Thorium-232
betràgt über 14 Milliarden Jahre. Um dieses Isotop des Thoriums
überhaupt erst spaltbar zu machen, muss es mit Neutronen beschossen
werden – dann wandelt es sich in Thorium-233 um, das wiederum in wenigen
Minuten zu Proactinium-233 zerfàllt. Dieses muss nun von einem weiteren
Neutroneneinfang geschützt werden, so dass es – in rund 27 Tagen – zu
Uran-233 zerfallen kann.
Thorium-Nitrat
Uran-233 wiederum ist ein hervorragender Kernreaktor-Brennstoff, mit dem
sich eine Kettenreaktion aufrecht erhalten làsst: unter
Neutronenaufnahme setzt Uran-233 weitere Neutronen frei, die weiteres
Uran-233 zur Spaltung anregen – und nebenbei weiteres Thorium-232 zu
Thorium-233 umwandeln, womit sich der Kreislauf schliesst. Die
Spaltprodukte von Uran-233 sind wesentlich kurzlebiger: Der radioaktive
Abfall würde bereits nach rund 300 Jahren nicht mehr gefàhrlich
strahlen. Làngerlebige radioaktive Nuklide werden nur in sehr geringen
Mengen produziert. Zudem ist die totale Menge an radioaktiven Abfàllen
pro nutzbare Energie um etwa den Faktor 1000 kleiner. Dies liegt vor
allem daran, weil rund 98% des Brennstoffs auch tatsàchlich verbrannt
wird, im Gegensatz zu Uran-Brennstoffen, wo die Brennstàbe nach rund
2-5% Verbrennung (je nach dem, ob Aufbereitet wird oder nicht) als
Abfàlle entsorgt werden müssen.«

Fritz
 

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#1 Hans-Peter Diettrich
24/06/2013 - 02:03 | Warnen spam
Fritz schrieb:
Ist zwar ein Beitrag aus 2008 - was ist davon zu halten?
Ich bin zwar kein Freund der Kernkraftwerke aber Alternativen
interessieren mich.
Und wenn Flüssigfluorid-Thorium-Reaktoren so vielversprechend sind,
warum hat man noch keine gebaut?



Das dürfte nicht an physikalischen, sondern an politischen und
wirtschaftlichen (Des-)Interessen liegen.

Wikpedia: Der deutsche THTR-300 wurde nach nur 423 Tagen Volllastbetrieb
und vielen Problemen schon 1989 stillgelegt. Neuere Studien weisen zudem
darauf hin, dass eine Nukleartechnik unter Einbeziehung von Thorium
erhebliche Proliferationsrisiken beinhaltet.

Möglicherweise haben die entgegen der Theorie unerwarteten Probleme das
Interesse stark gedàmpft.

DoDi

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