MMIC (MSA0885) bringt keine Leistung

02/12/2008 - 22:13 von j | Report spam
Ich habe hier ein uraltes Projekt ausgegraben, ein DDS mit einem
AD9850 (lag schon seit Jahren in der Kiste, nun war endlich auch mal
eine Platine dafür fertig). Nach dem obligatorischen Tiefpass möchte
ich den Pegel gern auf 10 dBm anheben, das wàren also 0,7 V[rms].

Dazu wollte ich nun ein MMIC MSA0885 von HP benutzen, das ebenfalls
schon ewig in der Schublade schlummert. Es will mir aber partout
nicht gelingen, da eine vernünftige Leistung draus zu erhalten. Viel
kann man ja an der Schaltung nicht falsch machen: am Eingang eine
Einkopplung über 10 nF, am Ausgang der Bias-Widerstand von 100 Ohm,
und die HF mit 10 nF ausgekoppelt. Die DDS làuft derzeit erstmal fest
auf 10 MHz. Das MMIC sollte ja eigentlich keine wirliche untere
Grenzfrequenz haben, auch wenn alle Daten erst bei 0,1 GHz beginnen.

Solange ich die Ansteurung von Seiten der DDS gering halte, sieht das
Ausgangssignal gut aus. Das geht aber nur bis zu einem Pegel von 2
dBm (285 mVrms). (Die FFT des Oszis erzàhlt mir dort, die erste
Oberwelle hàtte -30 dBc, der Sinus ,,sieht gut aus''.) Wenn ich den
Pegel anhebe auf 6 dBm, dann beginnt sich der Sinus augenscheinlich zu
verformen (die FFT sagt -20 dBc für die erste Oberwelle), und bei 12
dBm flacht der obere Teil des Sinus dann deutlich ab. Das Datenblatt
meint aber, dass 12 dBm drin sein sollten.

Die Verstàrkung ist so bei 26 dB, das ist ein wenig unter den
angegebenen 33 dB, aber würde an sich genügen.

Mit verschiedenen Bias-Widerstànden und Versorgungsspannungen habe ich
gearbeitet, aber ohne augenscheinliche Änderungen. Die
Betriebsspannung des MMIC liegt bei 6,5 V, das ist im unteren Bereich
der Toleranzen (6,2 V werden als Minimum angegeben).

Das Ausgangssignal wird direkt an den Oszi geführt, dort sitzt an
einem T-Stück ein 50-Ohm-Abschluss.

Hat noch jemand 'ne Idee, außer dass das MMIC am unteren Ende der
Toleranzen sein könnte? Wenn ich recht drüber nachdenke, die Angabe
der Ausgangsleistung ist bezogen auf 1 dB gain compression, aber heißt
das wirklich, dass die "gain compression" nur auf einer Halbwelle
wirkt?

cheers, J"org .-.-. --... ...-- -.. . DL8DTL

http://www.sax.de/~joerg/ NIC: JW11-RIPE
Never trust an operating system you don't have sources for. ;-)
 

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#1 j
02/12/2008 - 23:03 | Warnen spam
Joerg schrieb:

Diesen MMIC kenne ich nicht,



Dürfte einer der ersten MMICs gewesen sein. Die Teile liegen schon
recht lange in der Kiste, die habe ich mal aus purer Begeisterung
darüber gekauft, dass man fix und fertige UHF-Verstàrker nun so schön
einfach zu kaufen bekommt. ;-) Das Herstellungsdatum auf der Packung
zeigt 9914. Baut HP überhaupt noch Halbleiter?

dem Dingen geht vermutlich nur die Luft aus und ja, dann verzerrt
zuerst eine Halbwelle.



OK.

Gibt mal mehr Saft drauf,
so 10-12% unterhalb der Schmerzschwelle.



Naja, das wird so schon alles recht warm.

Habe mal ein Bild vom Oszi gemacht:

http://www.sax.de/~joerg/dds-mmic.jpg

Oben das Ausgangssignal, auf einigermaßen 10 dBm getrimmt. Unten die
FFT dafür.

Oder in der Kruschtelkiste weitergraben, ob sich nicht noch ein MMIC
mit mehr Ruhestrom findet.



Ich habe noch ein zweites MSA0885 da, kann ja mal gucken, ob das
besser ausfàllt. Ansonsten nur noch MSA0685, die sind eher nach unten
skaliert (kleinere Spannung, kleinerer Strom, kleine Leistung).

Hast du sonst noch 'ne Empfehlung, was man dafür derzeit kaufen würde?

Oliver, jetzt weggucken: Notfalls kann man die Dinger auch parallel
schalten.



Rein HF-màßig, vermute ich, oder? Gleichspannungsmàßig dürften die
Betriebsspannung zweier unterschiedlicher Exemplare ja so
unterschiedlich sein, dass bei direkter Parallelschaltung nur einer
die Last tràgt.

cheers, J"org .-.-. --... ...-- -.. . DL8DTL

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