MTU-Einstellung nötig?

18/04/2013 - 11:03 von Jan Schmidt | Report spam
Hallo NG,

hier gibt es ein lokales Ethernet und daran angeschlossen ist ein Router.
Der Router hat eine MTU von 1418, das Ethernet von 1500.
Jetzt habe ich mit tracepath eine Zeit von ca. 35ms für einen Rechner nach
dem Router ermittelt.
Dann habe ich die MTU im lokalen Netz auf 1418 reduziert. Anschließend
ist die Zeit auf 20ms gesunken.

Muss / Sollte ich nun die MTU im Ethernet verringern? Und wie passt
das mit der automatischen Bestimmung der MTU zusammen, die der Kernel
macht?

Prinzipiell würde mich die Reduzierung im Ethernet nicht stören (nur 100).
Allerdings funktioniert dann PXE nicht mehr (der Client empfàngt kein
Bootfile und dadurch braucht das Booten ~5min wegen Timeout).

Gruss,
Jan
 

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#1 Jan Schmidt
18/04/2013 - 21:09 | Warnen spam
Juergen Ilse schrieb:
Hallo,

Jan Schmidt wrote:
hier gibt es ein lokales Ethernet und daran angeschlossen ist ein Router.
Der Router hat eine MTU von 1418, das Ethernet von 1500.



Die MTU ist keine eigenschaft einer Maschine sondern die eigenschaft eines
Netzwerkinterfaces. Der Router hat mindestens 2 davon ...



diese Erkenntnis hat mich zu dem Posting veranlasst...

Im Grunde geht es um folgende Struktur.

N1--R1--N2--R2--N3

Die betrachteten Clients sind in N3. R1 hat eine MTU von 1418. Die
Netzwerke N1,N2,N3 jeweils 1500.
Wenn jetzt ein Client aus N3 mit einem Server aus N1 kommunizieren will,
muss er ja die MTU von R1 beachten. Dazu muss der Client ja entweder
probieren und die ICMP-Antwort auswerten und sich merken oder man
verringert überall die MTU auf das Minimum von R1.

Meine Vermutung aufgrund der Zeitunterschiede war, dass der Client in
N3 sich das nicht (lange genug) merkt und jedes Paket angemeckert
bekommt, so dass sich fast eine Verdopplung der Übertragungszeit in N1
ergibt. Das tut besonders weh, weil die Bandbreite von R1 "nicht üppig"
ist. Es ist also besser, alles so einzustellen, dass die gesamte
Bandbreite von R1 ausgenutzt werden kann - auch auf Kosten der
Verringerung der Bandbreite in N2 und N3.

Kann man denn die "MTU-Tabelle" des Kernels (Linux, XP) auslesen?
Eigentlich muss sich der Kernel ja alle von der Norm abweichenden
IP-Adressen merken, welche Netzwerke über R1 angesprochen werden weiß
er ja nicht, da alles was nicht in N3 liegt über den Defaultgateway R2
geht.

ok, ich mache die Messung nochmal mit ping. Aber seit ich bei den
Clients! in N3 die MTU reduziert habe (per dhcp), ist die
Übertragungszeit stabil bei 20-22ms geblieben. Größere Werte habe ich
nicht wieder gesehen. Vielleicht waren die 35ms wirklich nur ein
Ausreißer.

Prinzipiell würde mich die Reduzierung im Ethernet nicht stören (nur 100).
Allerdings funktioniert dann PXE nicht mehr (der Client empfàngt kein
Bootfile und dadurch braucht das Booten ~5min wegen Timeout).



Fummele nicht ohne Not an irgendwelchen Netzwerkparametern herum, wenn du
nicht *ganz* *genau* weisst, was du tust.



naja, warum die Reduzierung der MTU für N3 auf R2 den TFTP auf R2 kaputt
macht, ist auch so ein Ràtsel...

jan

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