Multiroom: Mono vs. Stereo

12/06/2014 - 09:22 von Ralph Aichinger | Report spam
Da ich sowieso alles in meiner Wohnung neu mache, und auch
haufenweise Kabel verlegt habe (und noch weitere legen werde),
überlege ich ernsthaft mir eine multiroom-Audio-Installation
zu basteln.

Was ich mich dabei frage: Inwieweit hat es Sinn so ein System
in Stereo zu betreiben, wenn man mehrere Ràume gleichzeitig
bei offenen Türen beschallt?

Ich hab so ein System noch nie in der Praxis erlebt, aber
ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, daß der klassische
Stereo-Effekt (oder jede andere ràumliche Anordnung wie
5.1) da besonders viel Sinn ergibt, wenn aus dem Nebenraum
noch mal das gleiche Signal über die gleichen Kanàle spielt.

Wenn man daher erwartet, daß ein Raum eher mit anderen mit
betrieben wird, und weniger zum "richtigen" Musikhören mit
hinsetzen etc. ist da ein Mono-Downmix und eine Einzelbox
sinnvoller (z.B. im Küchenbereich)?

Wohlgemerkt ich rede noch nichteinmal von den Sync-Problemen,
sondern einfach von der Schall-Laufzeit und dem "Mithören"
von Nebenràumen.

Hat jemand von euch mit sowas Erfahrung? AFAIK haben ja z.B.
kommerzielle Systeme wie Sonos die Möglichkeit eine Einzelbox
zu nutzen oder zwei als Stereopaar.

TIA
/ralph
 

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#1 Marcel Müller
12/06/2014 - 19:40 | Warnen spam
On 12.06.14 09.22, Ralph Aichinger wrote:
Da ich sowieso alles in meiner Wohnung neu mache, und auch
haufenweise Kabel verlegt habe (und noch weitere legen werde),
überlege ich ernsthaft mir eine multiroom-Audio-Installation
zu basteln.

Was ich mich dabei frage: Inwieweit hat es Sinn so ein System
in Stereo zu betreiben, wenn man mehrere Ràume gleichzeitig
bei offenen Türen beschallt?



Genauso viel wie in einem Raum.

Du hast auch in einem Raum jede Menge indirekten Schall, der aus allen
möglichen Richtungen, nur nicht vom Lautsprecher kommt. Und weil das
nicht nur bei Lautsprechern so ist, hat unser Hörsinn gelernt vorwiegend
die ersten 3 Millisekunden für die Ortung einer Schallquelle zu
verwenden. In der Zeit schafft der Schall gerade mal einen Meter.

Ich hab so ein System noch nie in der Praxis erlebt, aber
ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, daß der klassische
Stereo-Effekt (oder jede andere ràumliche Anordnung wie
5.1) da besonders viel Sinn ergibt, wenn aus dem Nebenraum
noch mal das gleiche Signal über die gleichen Kanàle spielt.



Das macht kaum Unterschied, wenn der Lautsprecher im Nachbarraum nicht
gerade so steht, dass er vorwiegend durch die offene Tür blàst.

In der Praxis ist man eigentlich immer Kilometerweit von einer idealen
Stereowiedergabe entfernt. Da kommt es auf das bisschen auch nicht mehr an.

Mehr sorgen würde ich mir um die Delays machen. Wenn ein Abspieler
direkt versorgt wird und ein anderer indirekt über einen WLAN-Stream
können schon mal eklatante Latenzunterschiede zusammenkommen. Und das
nervt total. Und ich meine da nicht ein paar Millisekunden, sondern eher
halbe Sekunden und so. Wenn ich z.B. am TV ein Programm an habe und dann
dasselbe Programm noch mal über den PC oder eine Box streame, ist
bestimmt eine Sekunde dazwischen. Und ich meine jetzt kein IPTV übers
Internet, sondern einfach nur DVB-S2 Receiver versus DVB-S2 Karte im
Server. Beide am selben SAT-Verteiler.
Solange man bei Geràten aus einer Serie bleibt, ist das Problem i.d.R.
adressiert. Aber wie (un)realistisch ist es langfristig bei einem
Geràtetausch immer alle Geràte im Haus auszutauschen?


Wenn man daher erwartet, daß ein Raum eher mit anderen mit
betrieben wird, und weniger zum "richtigen" Musikhören mit
hinsetzen etc. ist da ein Mono-Downmix und eine Einzelbox
sinnvoller (z.B. im Küchenbereich)?



Das kann einfach aus ökonomischen Erwàgungen so sein. In der Küche wàre
mir das zum Beispiel total rille.


Wohlgemerkt ich rede noch nichteinmal von den Sync-Problemen,
sondern einfach von der Schall-Laufzeit und dem "Mithören"
von Nebenràumen.



Der Laufzeit-Unterschied ist im Vergleich zu Sync-Problemen
vernachlàssigbar. Sagen wir mal 10 m Streckenunterschied; das ist schon
recht viel. Macht 30 Millisekunden.
Faktisch vermischt sich das verzögerte Signal mit dem Nachhall aus dem
eigenen Raum. Und 30 ms Nachhall ist schon sehr sprortlich wenig. Einmal
zur gegenüberliegenden Wand und zurück sind auch ruck-zuck mal 8 m.

Und eine einfache Pingzeit über WLAN sind schon 3 ms, und wenn etwas los
ist auch mal unvorhersagbar mehr. Wenn man auch unter Last eine
zuverlàssige Verbindung haben will, muss man schon mal 500 ms puffern.
Unter 100-200 ms Puffer geht über WLAN gar nichts.


Marcel

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