Netwon und Alchemie

27/06/2008 - 18:17 von Richard Vetter | Report spam
"Isaac Newton war Alchemist. Bekannt vor allem durch seine genialen
Bewegungsgesetze, sein Konzept der allgemeinen Gravitation, durch die
Infinitesimalrechnung, die Schàrfe seines Experlmentlerens und seine
naturwissenschaftliche Methodologie, war Newton nichtsdestoweniger ein
Alchemist. Er studierte die alchemische Literatur auf das sorgfàltigste,
trug umfangreiche Aufzeichnungen zusammen und schrieb sogar ganze Traktate
mit eigener Hand ab. Schließlich entwarf er eigene alchemische Abhandlungen
voller Verweise auf die àltere Literatur. Die handschriftliche
Hinterlassenschaft seiner wissenschaftlichen Beschàftigung mit der Alchemie
ist außerordentlich groß und bezeugt, wie lange und intensiv er sich diesem
Gebiet gewidmet hat. Hinzu kommt das schriftliche Zeugnis seiner
alchemischen Experimente. Seine knappen, verschlüsselten
Laboratoriumsnotizen sind die Frucht ungezàhlter Stunden an Schmelztlegel,
Ofen und Kohlenfeuer. Seine Versuchsablàufe zogen sich oft über Wochen,
Monate oder gar Jahre hin.
...
Die Alchemie und die nicht-mechanischen, aktiven, kreativen Prozesse, mit
denen sie zu tun hatte, waren für Newton der Beweis für Gottes fortlaufendes
Handeln in der Welt der Materie - ein Beweis, der für ihn jegliche
Vorstellung eines vollstàndig mechanistischen Weltsystems hinreichend
widerlegte."

aus: Betty Dobbs, Alchemische Kosmogonie und arianische Theologie bei Isaac
Newton,
in: Die Alchemie in der europàischen Kultur- und Wissenschaftsgeschichte,
Christoph Meinel (Hg.), Wolfenbütteler Forschungen Bd. 32, Wiesbaden 1986

http://de.wikipedia.org/wiki/Isaac_Newton
http://www.zeit.de/2005/28/Kurztext
 

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#1 Frank Feger
27/06/2008 - 22:55 | Warnen spam
Richard Vetter schrieb:

"Isaac Newton war Alchemist.



Konnte damals noch passieren.

Seine Versuchsablàufe zogen sich oft über Wochen,
Monate oder gar Jahre hin.



Vom "Stein der Weisen" oder dem "universellen Trennwasser" dürfte
er aber bis zum Ende nur getràumt haben. Na ja, das mit Protonen
und Neutronen konnte er ja nicht wissen, sonst hàtte er irgendwann
aufgegeben.

Die Alchemie und die nicht-mechanischen, aktiven, kreativen Prozesse, mit
denen sie zu tun hatte, waren für Newton der Beweis für Gottes fortlaufendes
Handeln in der Welt der Materie - ein Beweis, der für ihn jegliche
Vorstellung eines vollstàndig mechanistischen Weltsystems hinreichend
widerlegte."



Scheint seine Logik verloren zu haben, denn die Alchemie hat zwar
nach einigen Sachen gesucht (s.o.), diese aber nicht gefunden. Sie
kann somit nicht als Beweis gelten, sondern allenfalls als Suche
nach einem solchen.

Spàter hat sich Newton dann sehr in Richtung Theologie orientiert,
was IMHO einen _massiven_ Abstieg bedeutet. Ansonsten hàtte der Mann
vielleicht noch viel für die Physik leisten können.


Grüße,

F^2


http://astro1.physik.uni-siegen.de/...index.html

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