Neue GSMA Studien beleuchten Barrieren bei der Nutzung mobiler Breitbandstrukturen in Lateinamerika und der Karibik

24/02/2016 - 02:33 von Business Wire

Neue GSMA Studien beleuchten Barrieren bei der Nutzung mobiler Breitbandstrukturen in Lateinamerika und der KaribikLokal relevante Inhalte und digitale Fähigkeiten ausschlaggebend für die digitale Inklusion in der Region.

Für die Vernetzung der geschätzten 363 Millionen Bewohner Lateinamerikas und der Karibik, die durch mobile Breitbandnetzwerke abgedeckt, jedoch noch nicht vernetzt sind, wird die Verbesserung der digitalen Fähigkeiten und die Gewährleistung ausschlaggebend sein, dass lokal relevante Inhalte und Dienste bereitgestellt werden können. Laut einer Reihe neuer Berichte, die von der Connected Society der GSMA in Auftrag gegeben und von GSMA Intelligence erstellt wurden, wird der weiteren Zusammenarbeit zwischen Mobilfunkbetreibern und Regierungsstellen besondere Bedeutung zukommen, um die mobile Konnektivität auszuweiten und für Millionen von Bewohnern in der Region Internetdienste bereitstellen zu können. Die Erschwinglichkeit und Netzwerkabdeckung wurden als weitere wichtige Hindernisse für die digitale Inklusion in der Region identifiziert.

„Das mobile Breitband bildet die Speerspitze bei der Bereitstellung erschwinglicher Internetzugänge in Lateinamerika und der Karibik, da es eine Reihe ökonomischer und sozialer Vorteile mit sich bringt und die UN Social Development Goals unterstützt”, so Sebastian Cabello, GSMA’s Head of Latin America. „Es besteht jedoch die Gefahr der Vergrößerung der digitalen Spaltung der Region aufgrund von Millionen Menschen, die entweder unfähig oder nicht gewillt sind, mobile Breitbanddienste in Anspruch zu nehmen. Daher fordern wir die Regierungen auf, mit der Mobilfunkbranche zu kooperieren, um die Hindernisse zu überwinden, die der Verbreitung der mobilen Technologie im Wege stehen, und zu gewährleisten, dass das mobile Internet zugänglicher, nützlicher und verständlicher für jedermann wird.”

„Die Mobilfunkbranche ist bestrebt, eine wichtige Rolle bei der Vernetzung bislang unvernetzter Bevölkerungsteile in Lateinamerika und rund um den Globus einzunehmen”, so Matthew Bloxham, Head of the GSMA’s Connected Society Programme. „Die GSMA kooperiert eng mit Mobilfunkbetreibern, staatlichen Stellen und der größeren internationalen Entwicklungsgemeinde bei der Entwicklung und Implementierung kommerziell nachhaltiger und skalierbarer Initiativen, die wichtige Hindernisse sowohl auf der Angebots- als auch auf der Nachfrageseite bei der Verbreitung mobiler Internetdienste überwinden helfen.”

Quantifizierung der Nachfragelücke für mobiles Breitband

Die Regionen Lateinamerikas und der Karibik beheimaten 634 Millionen Bewohner. Gemäß der jüngsten Untersuchung fällt die Abdeckungslücke für das mobile Breitband nicht allzu groß aus. Lediglich rund 10 Prozent der Bevölkerung - oder 64 Millionen Bewohner – haben keinen Zugang zu 3G- oder 4G-Netzwerken. Weitere 33 Prozent (207 Millionen) der Bevölkerung leben in Reichweite zu diesen Netzen und sind registrierte Nutzer mobiler Breitbanddienste. Somit verbleiben 57 Prozent (363 Millionen) der Gesamtbevölkerung, die in Reichweite zu mobilen Breitbandnetzen wohnen aber noch nicht vernetzt sind.

Mehr als 100 Millionen Menschen aus dieser letzten Gruppe leben in Brasilien, dem größten Markt der Region. Die Nachfragelücke variiert auch in der Region, zu der auch Länder wie Chile und Costa Rica gehören, in denen der Anteil der Bewohner, die als Nutzer mobiler Breitbanddienste registriert sind, relativ hoch ist, sowie Märkte wie Guatemala und Ecuador, in denen signifikante Lücken zwischen der Verfügbarkeit mobiler Breitbanddienste und ihrer Nutzung durch registrierte Anwender bestehen.

Verständnis der Hindernisse der digitalen Inklusion

Erkenntnisse aus der GSMA Intelligence Consumer Survey 2015 und aus zahlreichen nationalen Haushaltsumfragen in der Region beleuchten vier wichtige Hindernisse, die überwunden werden müssen, um die Verbreitung mobiler Breitbandnetze voranzubringen:

  • Mangel an lokal relevanten Inhalten: Die Untersuchung verweist auf ein eingeschränktes Angebot für attraktive Inhalte – sowohl im Hinblick auf die lokalen Sprachen als auch auf den lokalen Bezug. Die Analyse des Web-Datenverkehrs zeigt, dass weniger als 30 Prozent des zugänglichen Contents in Lateinamerika und der Karibik in der lokalen Sprache zur Verfügung steht – trotz der Verbreitung der beiden Sprachen Spanisch und Portugiesisch in der Region. Zudem ist der in App Stores und auf Websites der Mobilfunkbetreiber verfügbare Content weitgehend unterhaltungsbezogen und sorgt für ein Missverständnis bei den Nichtnutzern, dass das Internet lediglich ein Entertainment-Tool darstellt. Somit wird oftmals die Bedeutung und das lifestyle-verändernde Potenzial des mobilen Internets nicht erkannt. Lokal relevanter Content wird von der Verbraucherumfrage als bedeutenderer Faktor hervorgehoben als Kosten oder weitere Gesichtspunkte in den meisten anderen Märkten.
  • Mangel an digitalen Fähigkeiten: Obwohl die zugrunde liegende Alphabetisierungsrate in der Region höher ist als der globale Durchschnittswert, bleibt dennoch eine Lücke bei der digitalen Alphabetisierung und den zugehörigen Fähigkeiten. Die Untersuchung belegt, dass die unzureichende IKT-Infrastruktur und Unterstützung durch Schulungen viele mobile Nutzer von der Erforschung der Vorteile des Internets abhält.
  • Erschwinglichkeit: Die lateinamerikanische und die karibische Region verfügen über das höchste regionale Einkommensungleichgewicht weltweit. Die Erschwinglichkeit ist eine signifikante Barriere für die Internet-Akzeptanz bei Personen am unteren Ende der Wohlstandspyramide. Für die unteren 40 Prozent der Bevölkerung betragen die Kosten für die mobile Nutzung durchschnittlich 17 Prozent des Einkommens, verglichen mit lediglich 2 Prozent des Einkommens bei den oberen 20 Prozent der Bevölkerung. Eine der signifikantesten Barrieren mit Blick auf die Erschwinglichkeit ist die Besteuerung der Mobilfunkdienste, insbesondere in Ländern wie Brasilien und Argentinien, in denen die Verbrauchsteuern mehr als 30 Prozent der Gesamtkosten für die mobile Nutzung betragen. Eine Reduzierung der sektorspezifischen Steuern, Gebühren und Abgaben sowohl auf Verbraucher- als auch auf Betreiberseite könnte daher dazu beitragen, die Erschwinglichkeit zu verbessern.
  • Netzwerkabdeckung: Die Bereitstellung einer mobilen Breitbandabdeckung von 90 Prozent der Bevölkerung der Region bedeutet einen signifikanten Fortschritt. Dennoch ist die Abdeckung der verbleibenden, spärlich bevölkerten Gebiete (wie Bergregionen, Regenwälder und Inseln) ohne eine enge Zusammenarbeit und einige öffentliche Partnerschaften nicht kommerziell rentabel.

Drei Studien wurden von dem Connected Society Programm der GSMA und dem GSMA Latin America Büro initiiert und von GSMA Intelligence erstellt. Jeder Bericht unterstreicht potenzielle Gebiete einer Zusammenarbeit für Betreiber, staatliche Stellen und Entwicklungsorganisationen und bietet Fallstudien bestehender Initiativen, die bei der Überwindung unterschiedlicher Hindernisse einer weiteren Verbreitung bereits erfolgreich waren. Die folgenden Berichte stehen zur Verfügung:

„Digital inclusion in Latin America and the Caribbean” - Englisch | Spanisch
„Content in Latin America: Shift to local, shift to mobile” - Englisch | Spanisch
„Closing the coverage gap in Latin America” - Englisch | Spanisch

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Über die GSMA

Die GSMA vertritt die Interessen der weltweiten Mobilfunkindustrie. Die Organisation vereint fast 800 Netzbetreiber sowie mehr als 250 Unternehmen aus dem Umfeld der mobilen Kommunikation, darunter Mobiltelefon- und Gerätehersteller, Software-Unternehmen, Ausrüstungsanbieter, Internetfirmen und Unternehmen aus angrenzenden Branchen. Die GSMA organisiert zudem branchenweit führende Veranstaltungen wie den Mobile World Congress, den Mobile World Congress Shanghai und die Konferenzen der Mobile 360 Series.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der GSMA unter www.gsma.com. Folgen Sie der GSMA auf Twitter: @GSMA.

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Source(s) : GSMA

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