Neuer GSMA-Bericht untersucht Geschlechterrolle im Telekommunikationssektor

25/02/2015 - 19:48 von Business Wire
Neuer GSMA-Bericht untersucht Geschlechterrolle im Telekommunikationssektor

Die GSMA veröffentlichte heute den neuen Bericht „Accelerating the Digital Economy: Gender Diversity in the Telecommunications Sector” mit einem Überblick über die Geschlechterverteilung in Unternehmen der Branche. Das Ziel der von A.T. Kearney1 entwickelten Studie besteht in der Schaffung einer Grundlage für die Personalentwicklung, im Austausch bester Verfahrensweisen und der Unterstützung der Industrie durch die Gestaltung der Arbeitsplätze bei optimaler Potenzialausschöpfung der Geschlechterdiversität.

„Die sich rasant entwickelnde Mobilfunkindustrie befindet sich im Zentrum der digitalen Revolution mit enormen Auswirkungen auf soziale und wirtschaftliche Fortschritte. Um diese Geschwindigkeit von Wachstum und Innovation beizubehalten, müssen wir die Anforderungen unseres Personals mit künftigen Chancen in Einklang bringen”, so Anne Bouverot, Director General, GSMA. „Dieser Bericht betont die Vorteile einer ausgeglichenen Belegschaft und unterstreicht jedoch auch, dass Geschlechterdifferenzen in unserer Branche noch immer bestehen. Jetzt ist es im Telekommunikationssektor an der Zeit, sich auf die Einstellung von mehr Frauen zu konzentrieren, um in der künftigen Talent-Pipeline ein Defizit zu vermeiden und dazu beizutragen, die Geschlechterkluft zu überbrücken.”

Trotz einiger Fortschritte bei der Repräsentation und Entwicklung der Frauenquote am Arbeitsplatz sind laut Bericht noch immer wesentliche Verbesserungen erforderlich, um die Geschlechterlücke in der Telekommunikationsindustrie zu schließen. Nachfolgend die wichtigsten Ergebnisse der Studie:

  • Der weibliche Anteil der Belegschaft im Telekommunikationsbereich ist äußerst unterschiedlich und schwankt bei den untersuchten Unternehmen zwischen 10 und 52 Prozent
  • Bei 75 Prozent der befragten Telekommunikationsunternehmen betrug der Frauenanteil weniger als 40 Prozent
  • Es bestehen wesentliche regionale Differenzen bei den befragten Unternehmen, wobei amerikanische Unternehmen bei der weiblichen Repräsentation die Führung einnehmen.

„Die Studienergebnisse verdeutlichen, dass jedes Unternehmen der Telekommunikationsindustrie die Geschlechterdiversität mit unterschiedlichen Voraussetzungen angeht und verschiedene Länderhürden zu überbrücken hat”, erklärte Dr. Maria Molina, Principal, A.T. Kearney. „Die Branche muss in Bezug auf Austausch und Übernahme bester Verfahrensweisen systematischer und kompromissloser vorgehen und bei der Personaldiversität volles Engagement zeigen, während gleichzeitig lokale kulturelle Normen und gesetzliche Verpflichtungen eingehalten werden.”

Der Bericht zeigt, dass die branchenweite Zusammenarbeit und Transparenz durch Mechanismen wie jährliche Indexierung und Austausch bester Verfahrensweisen ebenfalls als wesentliche Faktoren bei der Bewertung der aktuellen Lage des Sektors und zur Aufrechterhaltung der Dynamik gelten.

Frauen in Führungspositionen

Die Untersuchungsergebnisse geben ferner zu erkennen, dass sich die Geschlechterkluft mit dem Dienstalter erhöht. Bei den befragten Unternehmen in allen Regionen außer Nordamerika sind durchschnittlich weniger als 20 Prozent Frauen in Führungsposition tätig. Der Frauenanteil im Führungsbereich beträgt in den meisten Gebieten außer in Nordamerika in der Regel die Hälfte derer auf Eintrittsebene. Bei den afrikanischen Unternehmen der Studie sind weniger als 10 Prozent der Frauen in Führungspositionen zu finden.

Eine potenzielle Erklärung der geringen Frauenquote auf Führungsebene liegt in der Bildungs- und Kompetenzlücke in den Bereichen Wissenschaft, Technologie, Ingenieurswesen und Mathematik (STEM). Ein aktueller Bericht über Mitgliedsstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ließ erkennen, dass der Frauenanteil mit wissenschaftlichen und technischen Abschlüssen lediglich bei 38 bzw. 25 Prozent liegt2.

Vorteile der Geschlechtervielfalt

Im Laufe der Jahre haben die Ergebnisse vieler Studien gezeigt, dass Unternehmen mit einer ausgewogenen Belegschaft unterschiedlichen Geschlechts besser in der Lage sind, Innovationen zu entwickeln und sich über die Konkurrenz hinwegzusetzen. Gemäß den Studien besteht bei diesen Organisationen eine um 45 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit, ihren Marktanteil zu erhöhen, die Möglichkeit, eine um 53 Prozent höhere Eigenkapitalrendite zu erzielen und eine um 70 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit zur Erschließung neuer Märkte3.

Weitere Vorteile neben dem finanziellen Nutzen eines diversifizierten Personals bilden die Auswirkungen auf die B2C- (Business-to-Consumer) und B2B-(Business-to-Business) Segmente des Marktes. Obwohl die meisten Unternehmen Frauen als Endverbraucher anvisieren, setzen nur wenige das weibliche Talent optimal ein, um festzustellen, was diese Endverbraucher tatsächlich wünschen und benötigen4. Unternehmen, die Frauen beschäftigen, können jedoch die Erfolgswahrscheinlichkeit von neuen Produkten und Diensten um 144 Prozent steigern5.

Bewältigung der digitalen Geschlechterkluft

Um die Industrie bei ihren Bestrebungen in Richtung einer ausgeglicheneren Geschlechterverteilung zu unterstützen, unterstreicht der Bericht die besten Verfahrensweisen im Rahmen der ‘Mitarbeiterreise’, wie beispielsweise:

  • Bewusstseins- und Kontaktprogramme, um junge Mädchen und Frauen mit den erforderlichen Kenntnissen, relevanten Qualifikationen und Inspirationen auszustatten, die für eine Karriere in den vier STEM-Bereichen erforderlich sind;
  • Individuelle Stellenbeschreibungen, geschlechtsausgeglichene Bewerberquoten und ausgeglichene Einstellungsgremien;
  • Betrachtung von Initiativen, wie flexible Arbeitsvereinbarungen, als Wertschöpfung für Männer und Frauen;
  • Formale Nachfolgeplanung, Sponsoring-Mentorenprogramme, vorurteilsfreie und geschlechtsspezifische Schulungen sowie
  • Returnships (Rückkehr nach Praktika) und Phase-Back-Programme, um die Talent-Pipelines zu füllen, insbesondere auf Managementebene.

Der Bericht beleuchtet eine Reihe an bestehenden Initiativen zur Schließung der Geschlechterlücke im IKT-Sektor. Durch die Kampagnen #InspireHerMind und Girls Who Code erzielt die Verizon Foundation beispielsweise Fortschritte bei der Änderung von Stereotypen und Ausstattung von Schulkindern mit der Inspiration und den notwendigen Kenntnissen zur Verfolgung einer Karriere in STEM. Intel hat zudem unlängst seine Pläne zur Investition von 300 Millionen USD verkündet, um beim Aufbau einer Talent-Pipeline mit dem Ziel beizutragen, bis 2020 eine vollständige Vertretung bei Frauen und unterrepräsentierten Minderheiten zu erreichen.

Obwohl die Initiativen und die Implementierung guter Praktiken kritische Faktoren bilden, legt der Bericht nahe, dass eine ganzheitliche Strategie mit Schwerpunkt auf einer Umgestaltung der Unternehmenskultur und Denkweise von wesentlicher Bedeutung für die Entwicklung der Arbeitsplätze ist. Das GSMA-Programm Connected Women6 unterstützt die Förderung einer umfassenderen Änderung und größeren Einbindung von Frauen in der Mobilfunkindustrie als Verbraucher, Mitarbeiter und Führungskräfte.

„Die Unternehmenskultur spielt eine wichtige Rolle bei dem bestehenden geschlechtsspezifischen Ungleichgewicht. Allerdings sollten Regierungen und politische Entscheidungsträger neben Interessenvertretern ebenfalls ihren Teil bei der Schaffung nachhaltiger geschlechtsorientierter Diversität in dynamischen Sektoren wie dem Telekommunikationsbereich beitragen”, erklärte Bouverot. „Letztendlich müssen wir zusammenarbeiten, um mehr Frauen zu bewegen, die vielfältigen Möglichkeiten ihrer Talente in der Mobilfunk- und IKT-Industrie zu erkennen.”

Der Bericht ist abrufbar unter www.gsma.com/gender-diversity.

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Anmerkung an Redakteure

1 GSMA und A.T. Kearney haben eine internationale Studie mit 54 Unternehmen im Oktober und November 2014 mit Schwerpunkt auf dem Telekommunikationssektor durchgeführt und Erkenntnisse über die Verfahrensweisen anderer Industrien gesammelt. 85 Prozent waren Telekommunikationsgesellschaften und 15 Prozent Internet- und Hi-Tech-Unternehmen. Die Telekommunikationsgesellschaften wurden als Festnetz- bzw. Mobilfunkbereich oder beides klassifiziert. Sie beschäftigten durchschnittlich 12.900 Mitarbeiter und waren regional folgendermaßen präsent: Afrika (17 Prozent), Asien-Pazifik (21 Prozent), Europa (19 Prozent), Lateinamerika (9 Prozent), Nahost (19 Prozent) und Nordamerika (15 Prozent). Zu den Befragten zählten Global Diversity und Inclusion Directors, HR Directors und CEOs of Mobility.

2 Quelle: OECD, “Society at a Glance”, 24. September 2014. OECD-Mitgliedsländer: Australien, Österreich, Belgien, Kanada, Chile, Tschechische Republik, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Ungarn, Island, Irland, Israel, Italien, Japan, Korea, Luxemburg, Mexiko, Niederlande, Neuseeland, Norwegen, Polen, Portugal, Slowakische Republik, Slowenien, Spanien, Schweden, Schweiz, Türkei, Großbritannien, USA.

3 Quellen: „How Women Drive Innovation and Growth”, Harvard Business Review, 2013. „The Bottom Line: Corporate Performance and Women’s Representation on Boards”, Catalyst 2011.

4 Quelle: „The Rise of the Female Economy in B2B”, A.T. Kearney in Zusammenarbeit mit der Confederation of British Industry, 2014.

5 Quelle: „How Women Drive Innovation and Growth”, Harvard Business Review, 2013.

6 Das GSMA-Programm Connected Women arbeitet mit Partnern zusammen, um sozioökonomische Vorteile für Frauen und das breitere mobile Ökosystem durch eine größere Einbindung des weiblichen Geschlechts in der Branche herbeizuführen. Der Schwerpunkt des Programms liegt auf einem höheren Zugang von Frauen zu Mobiltelefonen sowie zu mobilen Diensten in Schwellenmärkten zur Steigerung der Lebensqualität. Weitere Ziele liegen darin, die digitale Geschlechterlücke in Bezug auf Bildung zu schließen, weibliche Talente zu erreichen und zu binden und weibliche Führungsstärke in der Technologie auf globaler Ebene zu begünstigen. Weitere Informationen sind verfügbar unter http://www.gsma.com/connectedwomen.

Über die GSMA

Die GSMA vertritt die Interessen der weltweiten Mobilfunkindustrie. Die Organisation vereint fast 800 Netzbetreiber weltweit sowie mehr als 250 Unternehmen aus dem Umfeld der mobilen Kommunikation, darunter Mobiltelefon- und Gerätehersteller, Software-Unternehmen, Ausrüstungsanbieter, Internetfirmen sowie Unternehmen aus angrenzenden Branchen. Die GSMA organisiert zudem branchenweit führende Veranstaltungen wie den Mobile World Congress, Mobile World Congress Shanghai und die Konferenzen der Mobile 360 Series.

Weitere Informationen sind verfügbar auf der GSMA-Unternehmenswebsite unter www.gsma.com. Folgen Sie der GSMA auf Twitter: @GSMA.

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