Neuer GSMA-Bericht: Vorteile von Fusionen im Mobilfunkbereich

09/12/2014 - 02:16 von Business Wire

Neuer GSMA-Bericht: Vorteile von Fusionen im MobilfunkbereichKonsolidierung verstärkt Investitionen in die Infrastruktur der nächsten Generation und liefert langfristigen Verbrauchernutzen.

Ein stärkerer Schwerpunkt auf Investitionsanreizen, eine geringere Abhängigkeit von bestehenden Preisanalysen und die sorgfältige Erwägung entsprechender Auflagen sind bei der Bewertung von Fusionen im Mobilfunkbereich von entscheidender Bedeutung, so die Ergebnisse eines neuen, von der GSMA in Auftrag gegebenen Berichts von Frontier Economics. Der Bericht mit dem Titel „European Mobile Network Operator Mergers: A Regulatory Assessment” wurde als Reaktion auf eine kürzliche Debatte über die Auswirkungen von Fusionen auf die Leistung des europäischen Mobilfunkmarkts erstellt. Darin wird untersucht, wie Verbraucher letztendlich von Fusionen profitieren, zum Beispiel durch niedrigere Preise pro Einheit1, bessere Servicequalität und größere Netzabdeckung in abgelegenen Gemeinden.

„Wie der heute veröffentlichte Bericht verdeutlicht, kann eine Konsolidierung erheblich zu Investitionen in die mobile Infrastruktur der nächsten Generation und zur Bereitstellung von mobilem Breitband in ländlichen Gebieten beitragen”, so Anne Bouverot, Director General, GSMA. „Jetzt ist es in Europa an der Zeit, den Rückstand gegenüber den USA und Asien aufzuholen und den Bürgern schnellere Verbindungen und Zugang zu den neuesten mobilen Breitbandtechnologien zur Verfügung zu stellen. Zu diesem Zweck fordern wir die Wettbewerbsbehörden auf, die Vorteile von Fusionen im Mobilfunkbereich bereitwilliger zu prüfen, insbesondere den daraus entstehenden langfristigen potenziellen Nutzen für Verbraucher.”

In letzter Zeit wurden Fusionen des Mobilfunksektors in Österreich, Deutschland und Irland vollzogen, wodurch sich die Anzahl an Netzbetreibern in jedem Land von vier auf drei verringerte. Bis heute tendieren die Kartellbehörden dazu, sich hauptsächlich auf die kurzfristigen Preisauswirkungen von Fusionen mit wesentlicher Abhängigkeit des Gross Upward Pricing Pressure Index (GUPPI)2 zu konzentrieren, aber weniger auf die Effizienz und Investitionsvorteile, die Innovationen ermöglichen und auf den Aufbau des Verbrauchervertrauens in mobile Dienste. Wenn Fusionen genehmigt wurden, dann mit wesentlichen Auflagen.

Die wichtigsten Ergebnisse des Berichts:

Fusionen können zur Erhöhung von Investitionen und Verbesserung der Servicequalität beitragen

  • Kartellbehörden sollten sich stärker darauf konzentrieren, wie Fusionen die Fähigkeit und den Anreiz für Investitionen seitens der Betreiber verändern können, wodurch letztendlich die Bereitstellung und die Kosten für Verbraucher günstig beeinflusst werden.
  • Investitionsanreize sind beispielsweise ein größerer Kundenstamm, der zu Skaleneffekten führt sowie die Möglichkeit, sich von Wettbewerbern abzuheben, wenn Fusionen zu einem überdurchschnittlichen Frequenzspektrum führen.

Die Auswirkungen von Fusionen im Mobilfunkbereich auf den Preis pro Einheit sind überbewertet

  • Im Hinblick auf die letzten zehn Jahre bestehen keine Anhaltspunkte, dass die Preise auf den europäischen Märkten mit vier Anbietern geringer ausfallen als auf Märkten mit drei Anbietern.
  • Die GUPPI-Analyse hat sich für die Bewertung der diesbezüglichen Auswirkungen auf den erwarteten Preis pro Einheit als unzuverlässig erwiesen3.
  • Die jüngste Fusion in Österreich belegt, dass es entgegen den Erwartungen der Behörden zu keinen Preiserhöhungen pro Einheit kam.
  • Fusionen können den Übergang zwischen den einzelnen Technologiezyklen im Mobilfunksektor, die den meisten Preissenkungen zugrunde liegen, beschleunigen sowie zu Verbesserungen bei Qualität und Serviceinnovationen führen.

Fusionen liefern größere Vorteile als gemeinsame Netznutzung

  • Die Kartellbehörden argumentieren oftmals, dass die gemeinsame Netznutzung eine bevorzugte Alternative zu Fusionen sei. Die gemeinsame Netznutzung bietet jedoch einen schwächeren Investitionsanreiz, da nur ein geringer Wettbewerbsvorteil erzielt werden kann, wenn mindestens zwei Betreiber über Zugang zu vergleichbaren Netzen verfügen.

Auflagen können die Vorteile von Fusionen unterbinden

  • Sind Mobilfunkanbieter gezwungen, Dritten Zugang zu ihren Netzen zu gewähren, könnte dies eher zu geringerem als zu höherem Investitionsinteresse infolge der Fusion führen und den Nutzen für Verbraucher erheblich verringern.
  • Auflagen in Bezug auf die Umverteilung der Netze oder der Frequenzvorbehalt für andere Betreiber bedeuten, dass diese Ressourcen der fusionierten Organisation nicht zur Verfügung stehen.

„In einem sich schnell entwickelnden Kommunikationsumfeld mit steigendem Datenkonsum und neuer internetbasierter Konkurrenz muss die EU sicherstellen, dass Mobilfunkmärkte restrukturieren und flexibel agieren können, um die Vorteile beim Übergang von einem Technologiezyklus zum nächsten wahrzunehmen”, fügte Frau Bouverot hinzu. „Wir appellieren daher an die politischen Entscheidungsträger zu berücksichtigen, wie Fusionen die für den langfristigen sozioökonomischen Nutzen erforderlichen Investitionen für Bürger und Unternehmen Europas vorantreiben und dazu beitragen können, die digitale Kluft zu überbrücken.”

Der gesamte Bericht ist abrufbar unter: http://www.gsma.com/publicpolicy/public-policy-resources

-ENDE DER MITTEILUNG-

Anmerkung an Redakteure

1 Preise pro durchschnittlichem Megabyte von Voice, SMS und Daten.

2 Der GUPPI ist ein Index für den Preisdruck, den die Kartellbehörden aktuell zur Einschätzung des Potenzials von Preiserhöhungen durch Fusionen zugrunde legen.

3 Behörden tendieren dazu, Margen zu überschätzen und berücksichtigen nicht, wie Fusionen durch die geänderten Investitionsanreize zu Preissenkungen pro Einheit und besserer Servicequalität für Verbraucher führen können, sie gehen von keinen Kapazitätsbeschränkungen aus und ignorieren die konkurrenzbedingte Reaktion anderer.

Über die GSMA

Die GSMA vertritt die Interessen der weltweiten Mobilfunkindustrie. Die Organisation vereint fast 800 Netzbetreiber weltweit sowie mehr als 250 Unternehmen aus dem Umfeld der mobilen Kommunikation, darunter Mobiltelefon- und Gerätehersteller, Software-Unternehmen, Ausrüstungsanbieter, Internetfirmen sowie Unternehmen aus angrenzenden Branchen. Die GSMA organisiert zudem branchenweit führende Veranstaltungen wie den Mobile World Congress, Mobile World Congress Shanghai und die Konferenzen der Mobile 360 Series.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der GSMA-Unternehmenswebsite unter www.gsma.com. Folgen Sie der GSMA auf Twitter: @GSMA.

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Source(s) : GSMA

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