Neutrinos + Opera-Experiment - Fragen zum Versuchsaufbau und Korrekturberechnungen

28/09/2011 - 09:46 von Harald Maedl | Report spam
Ich habe ein paar Fragen zum kürzlich stattgefundenen
Neutrino-Experiment.

1. Wie groß ist die Zielflàche. In Wiki ist was von 10x10m zu lesen, das
Paper <http://static.arxiv.org/pdf/1109.4897.pdf> spricht von 6,7 m^2.

2. Wie wird der Strahl ausgerichtet? Erfolgt dieses allein nach
Koordinaten (Làngen/Breitengrad) oder wird wie beim Richtfunk
nachjustiert und versucht anhand eines "Empfangspegels" das Maximum zu
erzielen?

3. Wie gerichtet ist dieser Neutrino-Strahl bzw wie groß ist die
Aufweitung?

4. UTC-Korrekturen

Beim Zeitabgleich der Uhren wird u.a. die UTC-Zeit der jeweiligen
Standorte (Sender/Empfànger) berücksichtigt. AFAIK wird beim
UTC-Abgleich nicht die Eigenbewegung des Systemes Sonne-Erde in Bezug
auf die Hintergrundstrahlung berücksichtigt. Ich habe auch keine Angaben
darüber gefunden, dass dieses in irgendwelche Korrekturen eingeflossen
ist. Bei einer Geschwindigkeit von 370 km/s kann man dies IMHO jedoch
nicht außer Acht lassen, sowohl in aller Regel bei der Ausrichtung des
Senders (außer man hat eine sehr große Strahlaufweitung), als auch im
Hinblick auf die Reisedauer der Neutrinos bis sie auf die Targets
aufschlagen.
 

Lesen sie die antworten

#1 Roland Franzius
28/09/2011 - 10:45 | Warnen spam
Am 28.09.2011 09:46, schrieb Harald Maedl:
Ich habe ein paar Fragen zum kürzlich stattgefundenen
Neutrino-Experiment.

1. Wie groß ist die Zielflàche. In Wiki ist was von 10x10m zu lesen, das
Paper<http://static.arxiv.org/pdf/1109.4897.pdf> spricht von 6,7 m^2.

2. Wie wird der Strahl ausgerichtet? Erfolgt dieses allein nach
Koordinaten (Làngen/Breitengrad) oder wird wie beim Richtfunk
nachjustiert und versucht anhand eines "Empfangspegels" das Maximum zu
erzielen?

3. Wie gerichtet ist dieser Neutrino-Strahl bzw wie groß ist die
Aufweitung?

4. UTC-Korrekturen

Beim Zeitabgleich der Uhren wird u.a. die UTC-Zeit der jeweiligen
Standorte (Sender/Empfànger) berücksichtigt. AFAIK wird beim
UTC-Abgleich nicht die Eigenbewegung des Systemes Sonne-Erde in Bezug
auf die Hintergrundstrahlung berücksichtigt. Ich habe auch keine Angaben
darüber gefunden, dass dieses in irgendwelche Korrekturen eingeflossen
ist. Bei einer Geschwindigkeit von 370 km/s kann man dies IMHO jedoch
nicht außer Acht lassen, sowohl in aller Regel bei der Ausrichtung des
Senders (außer man hat eine sehr große Strahlaufweitung), als auch im
Hinblick auf die Reisedauer der Neutrinos bis sie auf die Targets
aufschlagen.




Niemand geht davon aus, dass irgendwelche Riesengeschwindigkeiten
gegenüber einem fernen fiktiven Bezugsruhepunkt im Universum einen
Effekt auf die lokale Geometrie haben.

Die Beschreibungen der Physik und die damit konstruierten Experimente
beruhen auf der Annahme, dass die Gesetze für Raum-Zeit-Vektoren und
Vektorfelder, in der lokalen mitreisenden Basis formuliert, universell
gültig sind.

Es ist eben diese Annahme, die in den beiden Bereichen "schwarzes Zeug"
und "Gültigkeit der universalen lokalen Lichtkegelgeometrie" seit
einiger Zeit in Frage stehen. Letztlich knabbert diese Diskussion am
differentialgeometrischen Karten-Konzept des einen universalen
4-d-Kosmos für alle.


Roland Franzius

Ähnliche fragen