Neutrinos und -oszillationen

31/10/2008 - 10:51 von Ralf Kusmierz | Report spam
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Moin!

Die allwissende Müllhalde (W.) ist nicht so besonders
auskunftsfreudig, andere Quellen geben sich auch recht einsilbig:

Man liest verschiedentlich von der großen Durchdringungsfàhigkeit der
Neutrinos, das sie nàmlich erst durch lichtjahredicke Bleischichten
merklich geschwàcht werden könnten usw. Frage: Woher weiß man das
eigentlich, d. h. wie und wie genau wird eigentlich die Extinktion von
Neutrinos gemessen? Vermuten würde ich, daß man sich den
Intensitàtsunterschied von Neutrinoflüssen, bevor und nachdem sie die
Erde durchquert haben, ansieht, aber wie genau ist das eigentlich?

Wie hat man sich das übrigens vorzustellen: Ab und zu trifft ein
Neutrino ein Proton, macht einen inversen Beta-Zerfall und ist weg,
oder eher so etwas wie der Compton-Effekt bei Gammaquanten, d. h. das
Teilchen verliert unterwegs etwas Energie durch einen unelastischen
Stoß?

Wie hat man sich Neutrinooszillationen vorzustellen: Das Neutrino
fliegt ein Stück (sagen wir: 100 Mio. km), dann überlegt es sich:
"Jetzt wàre ich gerne ein anderes", und schon ist es passiert, oder
handelt es sich eher um eine Art "gemischten Zustand", so daß man bei
ein und demselben Elementarteilchen mal diese oder mal jene
Geschmacksrichtung mißt? Wie hàufig oszilliert es also, wenn es schon
oszilliert?

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen (solaren) Neutrinos und
(Reaktor-)Antineutrinos?

Gibt es beim Oszillieren irgendwelche Zwischenzustànde, die
möglicherweise höhere WW-Querschnitte haben, könnte es also sein, daß
Neutrinodetektoren gerade dann Neutrinos erwischen, wenn die sich
gerade umwandeln? Sind also die o. a. theoretischen Reichweiten in
Materie vielleicht eine Art Mittelwerte zwischen "vulnerablen" und
"durchdringenden" Neutrinozustànden?

(Es könnte übrigens sein, daß man bei dem Thema u. U. auf
Kreationistenexkrementen ausglitscht: Mir wurde zugetragen, daß
Neutrinoreaktionen (Einfluß auf radioaktiven Zerfall, inverser
Betazerfall usw.) oft unter dem Aspekt betrachtet wird, die
Genauigkeit bzw. Zuverlàssigkeit von Radioaktivitàtsuhren bei der
Datierung von Meteoriten usw. in Frage zu stellen - um so nützlicher
wàre eine allgemeinverstàndliche und einigermaßen umfassende
Darstellung der Eigenschaften von Neutrinos.)

Was mich noch interessieren würde: Ist es denkbar, daß
(Anti-)Neutrinos bei ihrer Entstehung noch von anderen, ggf.
durchdringenden, mehr oder weniger kurzlebigen Elementarteilchen
begleitet werden, die man in einiger Entfernung nicht mehr messen
kann, weil sie zerfallen sind (ggf. in was?), die aber in der Nàhe
Effekte haben könnten?

Gibt es außer Neutrinos noch etwas anderes (Mesonen?), das aus
Kernreaktoren herauskommen könnte, wenn man von Gamma-Strahlung und
gestreuten Neutronen absieht (in der Annahme, daß Partikelstrahlung
wie alpha- und beta-Strahlung keine relevante Reichweite von mehr als
1 m hat und zudem sehr effektiv von der Abschirmung absorbiert wird)?


Gruß aus Bremen
Ralf
R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen:
adressiert Appell asynchron Atmosphàre Autor bißchen Ellipse Emission
gesamt hàltst Immission interessiert korreliert korrigiert Laie
nàmlich offiziell parallel reell Satellit Standard Stegreif voraus
 

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#1 Arnold Neumaier
31/10/2008 - 11:33 | Warnen spam
Ralf Kusmierz schrieb:

Die allwissende Müllhalde (W.) ist nicht so besonders
auskunftsfreudig, andere Quellen geben sich auch recht einsilbig:



Sie sollten wirklich lernen, Google richtig zu nutzen.
The Ultimate Neutrino Page
http://cupp.oulu.fi/neutrino/index.html
und die Links dort f"uhren weiter.


Arnold Neumaier

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