NFS und /var/lib/nfs

03/06/2016 - 20:05 von Marc Haber | Report spam
Hallo,

bisher habe ich NFS ja immer vermeiden können, aber jetzt hat mir doch
jemand einen NFS-Server über den Zaun geworfen und ich wusste nichts
besseres zu tun als ihn aufzufangen. Dummerweise ist das dann auch
gleich ein HA-Setup mit corosync und pacemaker.

In der Konfigurationsdokumentation von meinem Vorgànger steht, dass
/var/lib/nfs mit dem HA-Setup mitschwenken muss, dass der gerade
anlaufende nfsd auf dem Fallback-Knoten denselben Inhalt von
/var/lib/nfs sieht wie der gerade ausgefallene nfsd. Das einzige was
keinesfalls mitschwenken _darf_ ist /var/lib/nfs/rpc_pipefs, das muss
unbedingt zum Server lokal bleiben.

Der Anwender sagt, dass /var/lib/nfs/rpc_pipefs unbedingt mitschwenken
_muss_.

Auf dem System ist weder das eine noch das andere Objekt schwenkend
eingerichtet.

Wer hat nun Recht? Mein Vorgànger oder der Anwender?

Müssen/sollen/dürfen /var/lib/nfs und /var/lib/nfs/rpc_pipefs
mitschwenken oder nicht?

Was steht da überhaupt drin, was so wichtig ist? Was geht schief, wenn
man das nicht mitschwenkt wie das System das heute tut?

Grüße
Marc
Marc Haber | " Questions are the | Mailadresse im Header
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#1 mlelstv
04/06/2016 - 00:51 | Warnen spam
Marc Haber <mh+ writes:

Wer hat nun Recht? Mein Vorgà€nger oder der Anwender?
MàŒssen/sollen/dàŒrfen /var/lib/nfs und /var/lib/nfs/rpc_pipefs
mitschwenken oder nicht?



/var/lib/nfs muss mitschwenken. Am einfachsten ist das ein
symlink auf ein Verzeichnis auf einem der geschwenkten Dateisysteme.
Initial legt man eine Kopie des ursprünglichen /var/lib/nfs auf
den shared storage.

/var/lib/nfs/rpc_pipefs ist virtuell (rpc_pipefs) und wird beim Starten
des nfsd automatisch gemountet. Das wird daher auch "geschwenkt",
taucht aber in der pacemaker-Konfiguration nicht als Filesystem auf.

Die typische Konfiguration enthàlt folgenden Ressourcen:

1 * ocf:heartbeat:LVM
- die LVM Volume Group auf der die Logical Volumes mit den Filesystemen
liegen. Wenn man LVM nicht verwendet, gibt es hier eventuell einen
anderen Verwaltungsmechanismus, der die Platten des shared storage
einem Rechner zuordnet.

n * ocf:heartbeat:Filesystem
- eines davon ist entweder /var/lib/nfs oder hat ein Verzeichnis
entsprechenden Inhalts und /var/lib/nfs ist ein Symlink dahin.

1 * ocf:heartbeat:nfsserver
- der NFS-Dienst, der implizit /var/lib/nfs/rpc_pipenfs mountet.

1 * ocf:heartbeat:IPaddr
- Service-Adresse des NFS-Servers

Man definiert dann eine Ressource-Gruppe, die diese Ressourcen in
dieser Reihenfolge enthàlt. Wenn man LVM und Filesysteme in eine
zusàtzliche Untergruppe legt, hat man es etwas einfacher, auf
diese zuzugreifen ohne den NFS-Dienst zu starten.

Und all dieses sollte natürlich vom regulàren System-Startup nicht
angefasst werden.

Michael van Elst
Internet:
"A potential Snark may lurk in every tree."

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