[NMZ] Komplementärkneipen oder Ein Nachruf auf eine Kamera

13/03/2016 - 20:38 von Wolfgang Strobl | Report spam
<http://www.mystrobl.de/Plone/wolfga...-2.jpg>
Juni 2006 in Montpellier, knapp zehn Jahre her.Dimage Z3, f/4.0, 1/8 s,
100mm (KB), ISO400.

Die Kamera (Mitte 2004 bis Ende 2005) war nicht wirklich gut geeignet
für Nachtaufnahmen, ihr 4MP-CCD-Sensor und ihr etwas sonderbares Gehàuse
war auch damals schon völlig untauglich für die Vitrine von
fotografierenen Zahnwàlten oder als Drittkamera für die
Phantomfototasche von statusbewußten Profotographen und insgesamt
einfach nur peinlich.

Mir aber nicht, ich habe das Ende 2004 erworbene Ding geliebt.
Elektronischer Sucher, ausgezeichner Bildstabilisator, Zoom von (in KB
ungerechnet) 35 bis 420 mm, vergleichsweise flink, leicht und
ausgezeichnet in der Hand liegend, Versorgung mit Mignonzellen, besser
in der Jackentasche herumzutragen, als man man anhand der Abbildungen
vermuten würde.

Wenn ich vergleiche, wie viele mehr oder weniger verwackelte Dias ich in
den Jahren zuvor in àhnlichen Lichtsituationen mit der Nikon FE auf
Ektachrome 400 für die Tonne produziert habe, dann begründete diese
Knipse jedenfalls für mich im schon 2004 den kompletten Umstieg von
analog auf digital. Sicher, die 4 Megapixel mit vergleichsweise
geringem Tonwerteumfang und viel Rauschen können gegen das, was man mit
einer guten Festbrennweite bei gutem Licht oder mit einem stabilen
Stativ auf einem Kodachrome 25 produzieren konnte, kaum anstinken. Nur,
was nützt einem das, wenn man z.B. nach einem langen Spaziergang durch
die Stadt im Vorübergehen die merkwürdige Stimmung einfangen möchte, die
sich nach einem lebhaften Frühsommerabend einstellt, wenn so langsam die
Bürgersteige hochgeklappt werden? Da schleppt man kaum ein Stativ und
eine Komplettausstattung an Objektiven mit sich herum. Ich jedenfalls
nicht.

Aber nicht mal die höher auflösenden niedrigempfindlichen Filme habe ich
damals wirklich so vermisst, wie es der rohe Unterschied in den
technischen Daten hàtte erwarten lassen. Die Möglichkeit, den
Verschnitt durch sorgfàltigen Gebrauch des Zoomobjektivs zu minimieren
und das Exposure-Bracketing boten ausreichend Kompensation, um Bilder in
einer Auflösung und einem Tonewerteumfang zu produzieren, der erst
jetzt, gut zehn Jahre spàter, so langsam von den neuesten Monitoren (4K,
5K) überhaupt dargestellt werden kann.

Vorbei war es mit der Kamera nicht, weil irgendwann eine neuere, bessere
lockte, sondern weil der Sensor nach knapp 10.000 Bildern aufgrund
eines thermischen Problems aufgegeben hatte. Ungefàhr zu der Zeit war es
dann auch mit Konica-Minolta bzw. deren Kamerageschàft zu Ende.

Wir danken für die Beachtung aller Sicherheitsbestimmungen
 

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#1 Heino Tiedemann
13/03/2016 - 21:24 | Warnen spam
Wolfgang Strobl wrote:

<http://www.mystrobl.de/Plone/wolfga...-2.jpg>
Juni 2006 in Montpellier, knapp zehn Jahre her.Dimage Z3, f/4.0, 1/8 s,
100mm (KB), ISO400.

Die Kamera (Mitte 2004 bis Ende 2005) war nicht wirklich gut geeignet
für Nachtaufnahmen, ihr 4MP-CCD-Sensor und ihr etwas sonderbares Gehàuse
war auch damals schon völlig untauglich für die Vitrine von
fotografierenen Zahnwàlten oder als Drittkamera für die
Phantomfototasche von statusbewußten Profotographen und insgesamt
einfach nur peinlich.



Finde ich nicht (ich musste googeln)
https://www.google.de/search?q=Dimage+Z3

Mir aber nicht, ich habe das Ende 2004 erworbene Ding geliebt.
Elektronischer Sucher, ausgezeichner Bildstabilisator, Zoom von (in KB
ungerechnet) 35 bis 420 mm, vergleichsweise flink, leicht und
ausgezeichnet in der Hand liegend, Versorgung mit Mignonzellen, besser
in der Jackentasche herumzutragen, als man man anhand der Abbildungen
vermuten würde.

Wenn ich vergleiche, wie viele mehr oder weniger verwackelte Dias ich in
den Jahren zuvor in àhnlichen Lichtsituationen mit der Nikon FE auf
Ektachrome 400 für die Tonne produziert habe, dann begründete diese
Knipse jedenfalls für mich im schon 2004 den kompletten Umstieg von
analog auf digital. Sicher, die 4 Megapixel mit vergleichsweise
geringem Tonwerteumfang und viel Rauschen können gegen das, was man mit
einer guten Festbrennweite bei gutem Licht oder mit einem stabilen
Stativ auf einem Kodachrome 25 produzieren konnte, kaum anstinken. Nur,
was nützt einem das, wenn man z.B. nach einem langen Spaziergang durch
die Stadt im Vorübergehen die merkwürdige Stimmung einfangen möchte, die
sich nach einem lebhaften Frühsommerabend einstellt, wenn so langsam die
Bürgersteige hochgeklappt werden? Da schleppt man kaum ein Stativ und
eine Komplettausstattung an Objektiven mit sich herum. Ich jedenfalls
nicht.

Aber nicht mal die höher auflösenden niedrigempfindlichen Filme habe ich
damals wirklich so vermisst, wie es der rohe Unterschied in den
technischen Daten hàtte erwarten lassen. Die Möglichkeit, den
Verschnitt durch sorgfàltigen Gebrauch des Zoomobjektivs zu minimieren
und das Exposure-Bracketing boten ausreichend Kompensation, um Bilder in
einer Auflösung und einem Tonewerteumfang zu produzieren, der erst
jetzt, gut zehn Jahre spàter, so langsam von den neuesten Monitoren (4K,
5K) überhaupt dargestellt werden kann.

Vorbei war es mit der Kamera nicht, weil irgendwann eine neuere, bessere
lockte, sondern weil der Sensor nach knapp 10.000 Bildern aufgrund
eines thermischen Problems aufgegeben hatte. Ungefàhr zu der Zeit war es
dann auch mit Konica-Minolta bzw. deren Kamerageschàft zu Ende.



Fullquote gewollt:

Entweder habe ich heute meinen Nostalgischen, oder Du hast das sehr
rührend geschrieben. Mir gefàllt das Bild. Ob jetzt trotz, oder wegen
Deiner Erklàrung vermag ich nicht zu sagen.

Wie ich das - auf die Schnelle - sehe konnte die als Bildformat JPG,
kein RAW - stimmt das?

Eine monochrome Ausarbeitung von dem Bild wàre mal spannend.

Heino

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