Notstromeinspeisung

16/11/2010 - 12:43 von Hubert Bilek | Report spam
Hallo,

seit kurzem wohne ich in einem Einfamilienhaus auf dem Lande. Die
Stromzufuhr erfolgt über eine Freileitung. Geheizt wird das Haus mittels
einer Gastherme. Kohleöfen oder Kamin sind nicht vorhanden. Bei Stromausfall
ist keine Beheizung des Hauses möglich. In einem eisigen Winter könnte es
Probleme geben.
Nun möchte ich mir ein Stromaggregat zulegen und über die Terrassensteckdose
rückwàrts den Strom ins Haus einspeisen. Die gesamte Hausinstallation ist
auf eine Phase geschaltet (außer Herd). Natürlich wird mit dem 3-poligen
Hauptschalter (s. vorh. Faden) das Haus vorher spannungsfrei gemacht.
Nun meine Fragen: 1. gibt es eine bessere Lösung? 2. gibt es
möglicherweise Probleme mit dem FI-Schutzschalter, der die
Terrassensteckdose schützt, sowie dem Sicherungsautomaten für diesen
Stromkreis? 3. Ist sonst noch was zu beachten?
Im Voraus besten Dank für die Hinweise.


Hubert Bilek
 

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#1 Carsten Kreft
22/11/2010 - 14:09 | Warnen spam
So habe ich das bei einem Kunden gemacht:

1. Diesel-Drehstromerzeuger mit 10kVA / 8kW Nennleistung, eingebaute 16A CEE
Drehstrmsteckdose
2. Den habe ich auf TN-S umgebaut, war original IT.
3. Einspeisung über Verlàngerung Gummikabel 5x2,5mm² an Wandstecker CEE
5x16A
4. Fest verlegte 5x2,5mm² zur Verteilung/Zàhlerschrank
5. Dort: 4poliger Umschalter Netz - 0 - Notstrom mit 63A Nennstrom
6. DLE und Außenleicht laufen über eine LOGO-SPS. (Wegen Vorrangschaltung
von vier(!) DLEs und diverser Außenstrahler-Szenarien), die hat einen
Kontakt zum Stromerzeuger und wenn der làuft, sind DLE und Außenlicht
(mehrere Scheinwerfer à 500W) tot.
7. Da nicht alle Stromkreise über FI laufen (Tiefkühler, Alarm, Telefon) ist
vor dem Umschalter noch ein selektiver 300mA FI.

Da im Haus die Auftrennung PEN / PE-N schon am Hausanschlusskasten
geschieht, macht der (nicht vorhandene) PEN auch keine Probleme.
Bei Notbetrieb bleibt nur noch der PEN des Netzes mit dem PE und PA des
Hauses verbunden (somit über den geerdeten Sternpunkt des Generators auch
mit dem N des Hausnetzes), den darf ich logischerweise auch nicht schalten.
Zu einer Beeinflussung des PEN kann es daher nicht kommen, der dazu nötige
Strom auf den PEN müsste aus dem PE erfolgen, aber da ist schon nach
spàtestens 300mA Schluss. Und der Erder des Hauses hat da auch noch ein
Wörtchen mitzureden. Der hatte letztens ca. 4Ohm, selbst wenn die Leitung
zum Haus gekappt ist, kann der PEN maximal theoretische 300mA * 4Ohm = 1,2V
annehmen.

Der Diesel hat den Vorteil, dass er mit Heizöl befeuert würde, von dem im
Keller einige 100l vorhanden sind.
Der Zoll hat da auch nichts dagegen, da ausschließlich als Netzersatz
benutzt, zudem sind die ersten 25l im Tank immer Diesel.
Die werden nàmlich einmal im Jahr ersetzt gegen frischen Diesel,
"Dieselpest" möchte man nicht.

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