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[Offene Sammlungen]

03/11/2013 - 04:13 von Johannes Leckebusch | Report spam
Eigenartig ist das schon. Da habe ich ein, zwei (vier) zerstückelte
Jahre oder so versucht, einen leicht modifizierten "Wettbewerb" [SSFW]
durchzuziehen, mit teils màßigem, auf jeden Fall aber wechselnden Erfolg
(oops - naja, mag sich auch lànger hingezogen haben, Archàologen könnten
da was ausgraben ...).

Wie fing das eigentlich mit den [OS] an (deren Existenz oder zumindest
die Kenntnis davon manche ja nach wie vor leugnen)?

Offensichtlich ist der Erfolg der "Offenen Sammlungen" ein größerer.
Finde ich inzwischen auch gut, weil es eben "offener" ist, dennoch
wünschte ich mir mehr Diskussionen über die Beitràge und deren Konzepte.
Wie fing das an? Mit Lauriannes "Bank für Johannes", oder war da vorher
schon was - wie die "Ausgefressenen Lichter", zum Beispiel? Anstoßgebend
ist sicherlich auch das Phànomen, dass wir hier manchmal Kaskaden
erleben, bei denen jemand ein Foto zu irgend einem Thema oder Motiv
zeigt, und dann schaaren sich (The Birds!) viele um sie oder ihn und
zeigen etwas, das mehr oder weniger thematisch àhnlich ist.

Das ist natürlich sehr anregend, und man kann es so auch einfach so
stehen und geschehen lassen, wie eine Grillparty letzten Monat. Nur
schade, wenn man spàter nichts mehr davon weiß.

Was mich aber gerade beschàftigt, ist etwas anderes.

Nehmen wir einmal die Themen und die Anzahl der dafür eingelieferten Werke:

Thema: Start: Bilder:

The Birds 01. 11.13 35 (ok, ich habe viele vorgelegt)
Versteckte Gesichter 21. 5. 13 20
Licht am Ende des Tunnels 07. 4. 13 9
Ungelegte Eier 01. 4. 13 15 (der Flop per se, alle nur von mir, aber
vergleiche mit dem doch verwandten Vogelthema)
Kanaldeckel 25. 3. 13 36 (ein langsamer Dauerbrenner ...)
Seltsame Dinge 18. 3. 13 7 (ok ...)
Menschen und Farben 01. 12. 12 6 (oh! Da hàtte ich mir mehr erwartet)
Fotolügen 11. 11. 12 5 (jessas, geht bergab)
Komische Autos 21. 11. 12
Wolkengestalten 12. 10. 12 22 (immerhin, aber wenige Fremdteilnehmer)
Schildstreiche 24. 09. 12 13
Rot, Grün, Blau 04. 09. 12 36 (relativ erfolgreich ...)
Schwarz-Weiß 11. 05. 12 35 (...)
Regenbögen 06. 05. 12 20
Flou 29. 04. 12 16
Baumstümpfe 20. 04. 12 39
Parkbànke 18. 04. 12 152 (habe einige verlegt, dennoch der absolute
Renner)
Ausgefressenes Licht 23. 11. 11 22 (eigentlich vor der Zeit)

Durchschnittlich ist die Teilnahme sicherlich größer als bei den
restriktiveren und zeitlich begrenzten Schnell-Fotowettbewerben (vor
meiner Zeit mag das auch anders ausgesehen haben, darauf will ich jetzt
aber gar nicht abstellen). Es ist ja auch verstàndlich, dass bei den
sehr viel "offeneren" Regeln im Laufe der Zeit mehr Leute mitmachen als
bei einem Schnellwettbewerb. Umgekehrt würde ich sagen: Wenn es kaum
wesentlich mehr sind, spràche das eher gegen die OS. Allerdings hat es
schon lange keinen SFW oder SSFW mehr gegeben ... aber das nur nebenbei.

Mich interessiert hier jedoch etwas anderes. Die "Parkbànke" sind der
absolute Renner, bei einigen anderen Themen müsste ich vielleicht meine
eigenen Beitràge abziehen oder reduziert werten oder einfach nur die
Zahlen der "Fremdteilnehmer" ermitteln und angeben, ist mir jetzt aber
zu mühsam.

Was aber bewegt die Teilnehmer, an einem Themenbereich mehr und an
anderen weniger zahlreich teilzunehmen?

Mir fallen da zunàchst zwei Faktoren ein:

Attraktivitàt und Leichtigkeit eines Themas. Leicht sind wohl eher
Themen, bei denen man etwas aufnimmt, das sich nicht bewegt, jederzeit
anzutreffen ist und nicht zurückschaut - sprich: Ohne Menschen.

Attraktiv sind Themen, bei denen der menschliche Faktor eine Rolle
spielt, aber vielleicht nicht so direkt.

Und dann gibt es den Faktor "Schwierig".

Parkbànke kann man ohne Menschen, die darauf sitzen, fotografieren
(Hemmfaktor entfàllt), aber sie beziehen sich doch auf jeden Fall auf
Menschen (was bei "Baumstümpfen" nicht so klar ist). Also attraktiv.
Außerdem gibt es sie in unzàhligen Varianten ...

Enttàuscht bin ich über die Teilnahme an einem Thema wie "Menschen und
Farben". Da müsste doch der Faktor "Mensch - interssiert den Menschen im
Fotografen" besonders stark zutreffen. Hemmend wohl: Man muss
tatsàchlich Leute fotografieren und dann auch zeigen (das Thema wird ja
oft genug diskutiert). Aber hier kommt noch eine Schwierigkeit hinzu:
Die Abstraktionsebene.

Dass Leute auf Bànken sitzen, sitzen könnten oder eben nicht sitzen, ist
konkret. Darüber muss man erst einmal nicht so tief nachdenken. Aber man
kann es, und ich habe mich über die sehr zahlreichen und
unterschiedlichen Beitràge in dieser Rubrik sehr gefreut und hoffe, dass
da noch viele weitere kommen und das - auch für mich - verblüffend und
scheinbar unendlich variable Thema weiter ausschöpfen.

Aber "Menschen und Farben" ... obwohl praktisch jeder von uns tàglich
damit zu tun hat und "Farbe", "Farbwiedergabe", "Kontrast", "Sàttigung"
usw. hierzugroup immer wieder diskutiert werden, scheint es den meisten
schwierig, da eine konkrete Beziehung herzustellen. Obwohl das doch so
banal anfàngt: Blau ist Jungs, Rosa ist Màdchen ... oder aber vielleicht
eben gerade nicht?

Jedenfalls hàtte ich mir da mehr Beitràge erwartet.

Beim Thema "Schwarzweiß" ist aus meiner Sicht die Situation - tja, auch
nicht so einfach. Ich sehe das Thema in einem kontrapunktischen Bezug zu
"Farbe ..." (in welchem Kontext auch immer). Es gingen dazu etliche
Beitràge ein, die den Begriff "Schwarzweiß" im wörtlichen wie auch
übertragenen Sinne gut trafen, und auch manche, wo man nicht recht weiß:
Wieso ist es nun eine Besonderheit, dass dieses Foto in SW gezeigt wird?

Die SW-Fotografie ist heute sicher in einer anderen Situation als
früher. Heute ist sie eine technische Option, aber keine vorgegebene
Beschrànkung mehr. "Früher" war es manchmal Bedingung, dass ein Foto in
SW gut wirken musste (Zeitungen brachten bis vor einigen Jahren
überwiegend nur SW-Drucke ...), heute ist es eher eine Attitüde.

Das verstellt vielleicht manchmal den Blick - mancher glaubt, es sei
einfach schick und hàtte einen Hauch von "Künstlertum", ein Foto auf SW
zu reduzieren, obwohl die Kamera es in Farbe aufgenommen hat. (Dass für
eine gelungene derartige Umsetzung auch ein gewisses künstlerisches
Gespür und Fachwissen gehört ... steht auf einem anderen Blatt.)

Die Fotografie hat natürlich sehr viele Dimensionen an technischen
Bedingungen, die man einerseits als Beschrànkung bewàltigen muss, um
dennoch den gewollten fotografischen Ausdruck zu schaffen, die aber
andererseits auch zum "Stilmittel stilisiert wurden".

Mich hat bei den Themenbereichen "Schwarz-Weiß", "RGB" sowie "Menschen
und Farben" eigentlich interessiert, wie man sich mit diesen
Ausdrucksmitteln, Sinnes- und Gefühlsqualitàten und Abstraktions- bzw.
Konkretisierungselementen auseinandersetzen kann. Einiges ist dazu
rübergekommen, aber bei weitem nicht so viel, als ich mir hàtte in
meiner Phantasie erwarten können ...


Mit freundlichen Grüßen: Johannes Leckebusch (AR1)

http://johannes-leckebusch.de/
 

Lesen sie die antworten

#1 Johannes Leckebusch
03/11/2013 - 04:17 | Warnen spam
Eigenartig ist das schon. Da habe ich ein, zwei (vier) zerstückelte
Jahre oder so versucht, einen leicht modifizierten "Wettbewerb" [SSFW]
durchzuziehen, mit teils màßigem, auf jeden Fall aber wechselndem Erfolg.

Wie fing das eigentlich mit den [OS] an (deren Existenz oder zumindest
die Kenntnis davon manche ja nach wie vor leugnen)?

Offensichtlich ist der Erfolg der "Offenen Sammlungen" ein größerer.
Finde ich inzwischen auch gut, weil es eben "offener" ist, dennoch
wünschte ich mir mehr Diskussionen über die Beitràge und deren Konzepte.
Wie fing das an? Mit Lauriannes "Bank für Johannes", oder war da vorher
schon was - wie die "Ausgefressenen Lichter", zum Beispiel? Anstoßgebend
ist sicherlich auch das Phànomen, dass wir hier manchmal Kaskaden
erleben, bei denen jemand ein Foto zu irgend einem Thema oder Motiv
zeigt, und dann schaaren sich (The Birds!) viele um sie oder ihn und
zeigen etwas, das mehr oder weniger thematisch àhnlich ist.

Das ist natürlich sehr anregend, und man kann es so auch einfach so
stehen und geschehen lassen, wie eine Grillparty letzten Monat. Nur
schade, wenn man spàter nichts mehr davon weiß.

Was mich aber gerade beschàftigt, ist etwas anderes.

Nehmen wir einmal die Themen und die Anzahl der dafür eingelieferten Werke:

Thema: Start: Bilder:

The Birds 01. 11.13 35 (ok, ich habe viele vorgelegt)
Versteckte Gesichter 21. 5. 13 20
Licht am Ende des Tunnels 07. 4. 13 9
Ungelegte Eier 01. 4. 13 15 (der Flop per se, alle nur von
mir, aber vergleiche mit dem doch verwandten Vogelthema)
Kanaldeckel 25. 3. 13 36 (ein langsamer Dauerbrenner ...)
Seltsame Dinge 18. 3. 13 7 (ok ...)
Menschen und Farben 01. 12. 12 6 (oh! Da hàtte ich mir mehr
erwartet)
Fotolügen 11. 11. 12 5 (jessas, geht bergab)
Komische Autos 21. 11. 12
Wolkengestalten 12. 10. 12 22 (immerhin, aber wenige
Fremdteilnehmer)
Schildstreiche 24. 09. 12 13
Rot, Grün, Blau 04. 09. 12 36 (relativ erfolgreich ...)
Schwarz-Weiß 11. 05. 12 35 (...)
Regenbögen 06. 05. 12 20
Flou 29. 04. 12 16
Baumstümpfe 20. 04. 12 39
Parkbànke 18. 04. 12 152 (habe einige verlegt, dennoch der
absolute Renner)
Ausgefressenes Licht 23. 11. 11 22 (eigentlich vor der Zeit)

Durchschnittlich ist die Teilnahme sicherlich größer als bei den
restriktiveren und zeitlich begrenzten Schnell-Fotowettbewerben (vor
meiner Zeit mag das auch anders ausgesehen haben, darauf will ich jetzt
aber gar nicht abstellen). Es ist ja auch verstàndlich, dass bei den
sehr viel "offeneren" Regeln im Laufe der Zeit mehr Leute mitmachen als
bei einem Schnellwettbewerb. Umgekehrt würde ich sagen: Wenn es kaum
wesentlich mehr sind, spràche das eher gegen die OS. Allerdings hat es
schon lange keinen SFW oder SSFW mehr gegeben ... aber das nur nebenbei.

Mich interessiert hier jedoch etwas anderes. Die "Parkbànke" sind der
absolute Renner, bei einigen anderen Themen müsste ich vielleicht meine
eigenen Beitràge abziehen oder reduziert werten oder einfach nur die
Zahlen der "Fremdteilnehmer" ermitteln und angeben, ist mir jetzt aber
zu mühsam.

Was aber bewegt die Teilnehmer, an einem Themenbereich mehr und an
anderen weniger zahlreich teilzunehmen?

Mir fallen da zunàchst zwei Faktoren ein:

Attraktivitàt und Leichtigkeit eines Themas. Leicht sind wohl eher
Themen, bei denen man etwas aufnimmt, das sich nicht bewegt, jederzeit
anzutreffen ist und nicht zurückschaut - sprich: Ohne Menschen.

Attraktiv sind Themen, bei denen der menschliche Faktor eine Rolle
spielt, aber vielleicht nicht so direkt.

Und dann gibt es den Faktor "Schwierig".

Parkbànke kann man ohne Menschen, die darauf sitzen, fotografieren
(Hemmfaktor entfàllt), aber sie beziehen sich doch auf jeden Fall auf
Menschen (was bei "Baumstümpfen" nicht so klar ist). Also attraktiv.
Außerdem gibt es sie in unzàhligen Varianten ...

Enttàuscht bin ich über die Teilnahme an einem Thema wie "Menschen und
Farben". Da müsste doch der Faktor "Mensch - interssiert den Menschen im
Fotografen" besonders stark zutreffen. Hemmend wohl: Man muss
tatsàchlich Leute fotografieren und dann auch zeigen (das Thema wird ja
oft genug diskutiert). Aber hier kommt noch eine Schwierigkeit hinzu:
Die Abstraktionsebene.

Dass Leute auf Bànken sitzen, sitzen könnten oder eben nicht sitzen, ist
konkret. Darüber muss man erst einmal nicht so tief nachdenken. Aber man
kann es, und ich habe mich über die sehr zahlreichen und
unterschiedlichen Beitràge in dieser Rubrik sehr gefreut und hoffe, dass
da noch viele weitere kommen und das - auch für mich - verblüffend und
scheinbar unendlich variable Thema weiter ausschöpfen.

Aber "Menschen und Farben" ... obwohl praktisch jeder von uns tàglich
damit zu tun hat und "Farbe", "Farbwiedergabe", "Kontrast", "Sàttigung"
usw. hierzugroup immer wieder diskutiert werden, scheint es den meisten
schwierig, da eine konkrete Beziehung herzustellen. Obwohl das doch so
banal anfàngt: Blau ist Jungs, Rosa ist Màdchen ... oder aber vielleicht
eben gerade nicht?

Jedenfalls hàtte ich mir da mehr Beitràge erwartet.

Beim Thema "Schwarzweiß" ist aus meiner Sicht die Situation - tja, auch
nicht so einfach. Ich sehe das Thema in einem kontrapunktischen Bezug zu
"Farbe ..." (in welchem Kontext auch immer). Es gingen dazu etliche
Beitràge ein, die den Begriff "Schwarzweiß" im wörtlichen wie auch
übertragenen Sinne gut trafen, und auch manche, wo man nicht recht weiß:
Wieso ist es nun eine Besonderheit, dass dieses Foto in SW gezeigt wird?

Die SW-Fotografie ist heute sicher in einer anderen Situation als
früher. Heute ist sie eine technische Option, aber keine vorgegebene
Beschrànkung mehr. "Früher" war es manchmal Bedingung, dass ein Foto in
SW gut wirken musste (Zeitungen brachten bis vor einigen Jahren
überwiegend nur SW-Drucke ...), heute ist es eher eine Attitüde.

Das verstellt vielleicht manchmal den Blick - mancher glaubt, es sei
einfach schick und hàtte einen Hauch von "Künstlertum", ein Foto auf SW
zu reduzieren, obwohl die Kamera es in Farbe aufgenommen hat. (Dass für
eine gelungene derartige Umsetzung auch ein gewisses künstlerisches
Gespür und Fachwissen gehört ... steht auf einem anderen Blatt.)

Die Fotografie hat natürlich sehr viele Dimensionen an technischen
Bedingungen, die man einerseits als Beschrànkung bewàltigen muss, um
dennoch den gewollten fotografischen Ausdruck zu schaffen, die aber
andererseits auch zum "Stilmittel stilisiert wurden".

Mich hat bei den Themenbereichen "Schwarz-Weiß", "RGB" sowie "Menschen
und Farben" eigentlich interessiert, wie man sich mit diesen
Ausdrucksmitteln, Sinnes- und Gefühlsqualitàten und Abstraktions- bzw.
Konkretisierungselementen auseinandersetzen kann. Einiges ist dazu
rübergekommen, aber bei weitem nicht so viel, als ich mir hàtte in
meiner Phantasie erwarten können ...


Mit freundlichen Grüßen: Johannes Leckebusch (AR1)

http://johannes-leckebusch.de/

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