OpenSUSE/systemd + virtueller Server -> kein Netz

22/09/2016 - 21:28 von Wolfgang Schwanke | Report spam
Hallo Gruppe,

ich hab einen virtuellen Linux-Server bei Strato gemietet, seine
Aufgabe soll Webserver sein. Die von Strato als Default vorinstallierte
Distribution ist Ubuntu 16. Andere Optionen sind Ubuntu 14, OpenSUSE
13.2, Debian 7, Debian 8, CentOS 6, CentOS 7. Ich hab gleich zu Anfang
auf OpenSUSE gewechselt, hauptsàchlich weil ich die seit Jahren gewöhnt
bin. Dann habe ich meine Anwendungen drauf installiert und
konfiguriert. Das zog sich über 2 Monate hin weil ich wenig Zeit dazu
hatte und faul war :). Diese Woche war ich auf der Zielgeraden und hab
den Server dann mal gebootet, naiv wie ich war (letztes Boot war
irgendwann im August).

Resultat: Nicht mehr erreichbar. Es gibt keine virtuelle Konsole, nur
ein Rettungssystem auf dem man die Platte mounten kann. Das hab ich
dann gestartet und konnte anhand der /var/log/wtmp feststellen, dass
die Maschine wohl gebootet hatte, aber das Netzwerk kam nicht hoch.
/var/log/boot.msg oder /var/log/boot.log werden nicht angelegt, das
/var/log/messages hatte keine Eintràge von diesem Bootvorgang. Die
Distribution verwendet systemd, das ohne Zugriff auf die entsprechenden
Tools zu konfigurieren auch erstmal nicht offensichtlich ist. Ich stand
jetzt also da und hatte ein System das nicht mehr hochkam, das zu
analysieren sich schwierig gestaltete und dem ein hàndisches Kommando
mitzugeben unmöglich war. Daher hab ich mich entschlossen meine Arbeit
der vergangenen Wochen zu retten und ein blankes System
drüberzuinstallieren.

Habe mich wieder zu OpenSUSE entschieden, bin aber zweifelnd ob das die
richtige Wahl war, da ich systemd im Verdacht für die Instabilitàt
habe. Ob ich nicht doch eine andere Distribution ohne systemd nehmen
sollte? Debian 7 böte sich an ... Ich bin mir selbst keiner Aktion
bewusst, bei der ich irgendwo in die Netzwerk-Prozesse eingegriffen
hàtte.

Wàre interessiert an euren Meinungen, ich kann ja nochmal wechseln.
Allerdings soll die Kiste in 7 Tagen produktiv gehen, da dann der
Vertrag des alten Servers auslàuft, den sie ersetzen soll. :)

Gruß & Danke

John Peel is not enough

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#1 Christian Schweingruber
23/09/2016 - 09:04 | Warnen spam
Hallo Wolfgang

Am 22.09.2016 um 21:28 schrieb Wolfgang Schwanke:
Hallo Gruppe,

ich hab einen virtuellen Linux-Server bei Strato gemietet, seine
Aufgabe soll Webserver sein. Die von Strato als Default vorinstallierte
Distribution ist Ubuntu 16. Andere Optionen sind Ubuntu 14, OpenSUSE
13.2, Debian 7, Debian 8, CentOS 6, CentOS 7. Ich hab gleich zu Anfang
auf OpenSUSE gewechselt, hauptsàchlich weil ich die seit Jahren gewöhnt
bin. Dann habe ich meine Anwendungen drauf installiert und
konfiguriert. Das zog sich über 2 Monate hin weil ich wenig Zeit dazu
hatte und faul war :). Diese Woche war ich auf der Zielgeraden und hab
den Server dann mal gebootet, naiv wie ich war (letztes Boot war
irgendwann im August).

Resultat: Nicht mehr erreichbar. Es gibt keine virtuelle Konsole, nur
ein Rettungssystem auf dem man die Platte mounten kann. Das hab ich
dann gestartet und konnte anhand der /var/log/wtmp feststellen, dass
die Maschine wohl gebootet hatte, aber das Netzwerk kam nicht hoch.
/var/log/boot.msg oder /var/log/boot.log werden nicht angelegt, das
/var/log/messages hatte keine Eintràge von diesem Bootvorgang. Die
Distribution verwendet systemd, das ohne Zugriff auf die entsprechenden
Tools zu konfigurieren auch erstmal nicht offensichtlich ist. Ich stand
jetzt also da und hatte ein System das nicht mehr hochkam, das zu
analysieren sich schwierig gestaltete und dem ein hàndisches Kommando
mitzugeben unmöglich war. Daher hab ich mich entschlossen meine Arbeit
der vergangenen Wochen zu retten und ein blankes System
drüberzuinstallieren.

Habe mich wieder zu OpenSUSE entschieden, bin aber zweifelnd ob das die
richtige Wahl war, da ich systemd im Verdacht für die Instabilitàt
habe. Ob ich nicht doch eine andere Distribution ohne systemd nehmen
sollte? Debian 7 böte sich an ... Ich bin mir selbst keiner Aktion
bewusst, bei der ich irgendwo in die Netzwerk-Prozesse eingegriffen
hàtte.


Systemd ist in der Tat gewöhnungsbedürftig und hat neben Vorteilen auch
nicht zu vernachlàssigende Nachteile. Viele der scherer wiegenden Unzulànglichkeiten
sind mittlerweile behoben.

zu deinem Fall:
- mein Verdacht: die neumodischen Netzwerkinterfacebezeichnungen
zB. enp2s0
diese sind evt. nicht korrekt in der Netzwerkconfig eingetragen
- könnte aber auch was mit der initrd sein.

Möglichkeiten
-> Diagnose und Network-up per bootscript:
- diagnose: cat /proc/net/dev > logfile (dann weiss man, wie die Interfaces heissen)
- ifconfig ethxx IP (manuelles Hochnehmen des Interfaces)
-> OpenSuse-Rettungssystem booten
-> aus dem Retungssystem ins produktive System wechseln (chroot)
...


Wàre interessiert an euren Meinungen, ich kann ja nochmal wechseln.
Allerdings soll die Kiste in 7 Tagen produktiv gehen, da dann der
Vertrag des alten Servers auslàuft, den sie ersetzen soll. :)


Ich habe einige Server mit OpenSuse und bin zufrieden damit. Probleme àhnlich
deiner habe ich allerdings auch schon gehabt (nicht nur bei OpenSuse)

viele Grüsse
Chrigu


Gruß & Danke

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