Forums Neueste Beiträge
 
Tags Keywords

OT Erdbeben

09/04/2009 - 19:18 von Peter Seiler | Report spam
hallo,

der folgende Artikel war in der Süddeutschen Zeitung am Mittwoch,
5.4.2009, aus aktuellem Anlass (Erdbeben in Mittelitalien) zu lesen:


"Wenn die Hàhne dreimal kràhen

Geologen suchen seit Jahren nach verlàsslichen Signalen für
bevorstehende Erdbeben - sicher an ihren Erkenntnissenist jedoch nur,
dass nichts sicher ist

Von Axel Bojanowski

Nach Erdbeben-Katastrophen erlan- gen stets Tüftler Berühmtheit, die be-
haupten, das Beben vorhergesagt zu haben. Nach dem Desaster in China im
ver- gangenen Jahr verwiesen Hobby-Zoolo- gen auf unruhige Tiere, die
die Erschütte- rungen von Sichuan Tage zuvor erspürt hàtten. Nun klagt
der Elektrotechniker Gioacchino Giuliani, seine Warnung vor einem Beben
in den Abruzzen sei ignoriert worden.
Aufgrund von Messungen von Radon- Gas, das vermehrt aus Erdspalten ge-
strömt war, hatte Giuliani Ende Màrz vor einem Starkbeben in den
Abruzzen gewarnt. Der Zivilschutz hatte ihn für seinen Vorstoß
gerüffelt, auch Wissen- schaftler wiesen die Warnung zurück. Nun werfen
Bürger und Medien ihnen Versagen vor - zu Unrecht, denn eine
seriöse Erdbebenwarnung gibt es nicht.

Gioacchino Giuliani ist ein typischer Erdbeben-Warner: Er ist kein
Experte für Erdbeben, sondern arbeitet an den Laboratori Nazionali Del
Gran Sasso als Techniker. Seine Methode, anhand von
Radonmessungen Erdbeben vorherzusagen, prüfen Wissenschaftler seit
langem. Das Ergebnis: Vor manchen Beben ha- ben sie vermehrt Radon
gemessen, vor manchen nicht. Diese Methode führt hàufig zu Fehlalarm.
Giulianis Warnung war wohl nur zufàllig richtig.

Die Suche nach eindeutigen Warnsignalen ist eines der wichtigsten
Forschungsfelder der Seismologie. Generationen von Geoforschern haben
alles Mögliche überprüft: die elektrische Spannung des Untergrunds, die
Dehnung der Erdkruste, Verànderungen des Grundwasserspiegels - all diese
Ansàtze erwiesen sich letztendlich als unzuverlàssig. Auch Tiere
scheiden als ErdbebenWàchter, aus - trotz der nach Erdbeben sich
hàufenden Berichte, Katzen, oder Hühner seien vorher unruhig geworden.
Von jenen Tieren, die nichts gemerkt hatten, wird freilich nicht
erzàhlt. Vermutlich reagieren manche Tiere auf die auch von Menschen am
besten messbaren Signale: auf Vorbeben.
Selbst der größte Prognose-Erfolg aller Zeiten beruht auf der Erfassung
von Vor- beben: Im Februar 1975 wurden wegen des zunehmenden Rumorens
der Erde Hunderttausende aus der chinesischen Stadt Heicheng
herausgebracht - einen Tag vor einem verheerenden Beben. Der Triumph
blieb ein Einzelfall. Ein Jahr spàter kamen bei einem Beben im
chinesischen Tangshan eine halbe Million Menschen ums Leben. Manchen
Starkbeben gehen Vorbeben voraus, manchen nicht.

In den 1990er Jahren erreichte die Frustration der Seismologen über ihre
Erfolglosigkeit den Höhepunkt: Das Wort "Prognose" galt nun als verpönt.
In den USA können öffentliche Erdbebenvorhersagen sogar bestraft werden.
Die Strafnorm gilt Scharlatanen, die regelmàßig ominöse
Erdbebenwarnungen herausgeben. Mittlerweile jedoch forschen Geologen
wieder nach Anzeichen: vor allem nach physikalischen Signalen im Boden
und nach Erkenntnissen, die sich aus der Statistik ableiten lassen. Die
Methoden gründen auf der Vermutung, dass sich über eine lange Zeit
Regelmàßigkeiten in der Verteilung von Erdbeben zeigen.

In Kalifornien gibt es seit 2005 sogar tàglich eine offizielle
Erdbebenprognose - wie beim Wetterbericht wird jeweils der nàchste Tag
vorhergesagt. Die statistische Prognose betrifft vor allem die
Vorhersage von Nachbeben, die stàrker sein können als ein Hauptbeben.
Bislang berührt die neue Dienstleistung die Tagesplanung der Kalifornier
jedoch nicht. Zu gering sind die angegebenen Wahrscheinlichkeiten,
selten sind sie höher als 1:1000. Kein Grund also, die Stadt zu
verlassen. Doch der Versuch zeigt, dass es wieder einen Wettbewerb um
eine verlàssliche Prognose-Methode gibt. Eines ist sicher: Ein Erfolg
würde den Entdeckern einen Platz im Geschichtsbuch sichern."


Verwunderlich, dass in dem Zusammenhang unserem vekannten "Genie" und
"Elite-Prognostiker" rt mit keiner Silbe erwaehnt wird.

Zumindest im vorletzten Absatz, wo u.a. die Rede ist von "Scharlatanen"
und deren "ominoesen Erdbebenwarnungen" die Rede ist, haette er gut
reingepasst. Aber vielleicht ist ihm ja der genannte "Platz im
Geschichtsbuch" vorbehalten ;-) - ein Wahnsinnsgedanke.

Leider habe ich die Geo-NG nicht in meinem Abonnement. Dehalb bitte ich
um Nachsicht hier in d.s.a. fuer OT.

Frohe Ostern, clear skies


by(e) PS

spam will be killfiled
 

Lesen sie die antworten

#1 Zweigeist
09/04/2009 - 22:16 | Warnen spam
On Thu, 09 Apr 2009 19:18:08 +0200, Peter Seiler wrote:

hallo,

der folgende Artikel war in der Süddeutschen Zeitung am Mittwoch,
5.4.2009, aus aktuellem Anlass (Erdbeben in Mittelitalien) zu lesen:


"Wenn die Hàhne dreimal kràhen
[Vernünftiger Artikel, Dank]

Verwunderlich, dass in dem Zusammenhang unserem vekannten "Genie" und
"Elite-Prognostiker" rt mit keiner Silbe erwaehnt wird.



Wird doch. RT, TR oder so ist der "Scharlatan" im Artikel.


Zumindest im vorletzten Absatz, wo u.a. die Rede ist von "Scharlatanen"
und deren "ominoesen Erdbebenwarnungen" die Rede ist, haette er gut
reingepasst. Aber vielleicht ist ihm ja der genannte "Platz im
Geschichtsbuch" vorbehalten ;-) - ein Wahnsinnsgedanke.



Kaum. RT oder TR wird untergehen, weil an seinem Quatsch nix dran ist. Es
fehlt ihm auch die nötige Pràsenz um als "großes Genie" aufzufallen. Der
Ärmste schaffts doch nicht mal Panik auszulösen.

Ähnliche fragen