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Otto Normalverbraucher

19/07/2009 - 22:56 von Juergen F. Pennings | Report spam
Irgendwie erscheint meine Antwort trotz zweimaligen Sendens nicht in der NG,
daher versuche ich es jetzt mal nicht als Antwort auf Albrechts Posting,
sondern direkt.

Albrecht Mehl wrote:

tun sollte, und komme mir mit meinen vielen Fragen dort ziemlich doof vor.


Hallo Albrecht,
wie heißt es so schön in einer Kindersendung aus meiner Jugend: Wer nicht
fragt, bleibt dumm ;-) Da ist doch was dran, oder?


Irgend etwas àndert sich immer durch Updates, und ich komme mir wie ein
atemlos hinterherhechelnder Hund vor. Es gibt sicher Leute, denen die
Beschàftigung mit dem Innenleben von Linux Befriedigung verschafft; mir,
der ich den Rechner nur als Werkzeug benutze, eher nicht. Eine
Parallele: es gibt Leute, die gerne den Kopf unter die Motorhaube eines
Autos stecken, selbst den Ölwechsel vornehmen, das Ventilspiel
einstellen. Und es gibt auch Leute, für die das Auto einfach nur fahren
soll. Jemand schrieb mal sinngemàß

  Suse kriegt das nicht gebacken. Dauernd müssen sie etwas àndern,
  Funktionalitàten mit anderen, neuen Programmen, mit denen man
  sich erst vertraut machen muss, erledigen.


Ja, da kann ich dir nur Recht geben, von Version zu Version wird immer
wieder irgendetwas geàndert, plötzlich geht die Konfigurationsdatei, die in
der Vorversion noch funktionierte, nicht mehr, neues Einlesen in manpages
o.à. ist wieder erforderlich. Allerdings habe ich das innerhalb einer
Version noch nicht oft erlebt, wenn, dann passierte das fast immer beim
Versionswechsel, und da sollte man akzeptieren, dass neue Features (oder
doch Bugs?) in die neue Version integriert werden. Linux und damit SuSE ist
nun mal kein statisches System.


Ich suche eine Distri, bei der ich für meine doch ziemlich geringen
Ansprüche vielleicht zwei Wochen zum Einrichten verbringe und die dann
für mindestens ein Jahr lang steht, von Sicherheitsupdates mal abgesehen.


Das geht eigentlich mit SuSE sehr gut, aber nicht dann, wenn du jede
Versionsànderung mitmachst. Insbesondere habe ich für mich beschlossen, die
11.1 auszulassen, da ich damit massenweise Probleme hatte. Dasselbe war
seinerzeit mit der 10.1 so, die war meiner Meinung nach einfach nur
schrottig. Die 11.0 làuft bei mir auf diversen Maschinen (Notbüchern und
auch Desktop-Systemen) fast völlig problemlos, da wird Linux schon fast
langweilig :-)) Ich habe aber auch als graphische Oberflàche die recht
stabile KDE-Version 3.5.9 gewàhlt, nicht die 4er-Baustelle.
Bei mir ist zum Testen extra eine zweite Partition eingerichtet, auf der ich
mal schnell eine andere Distri oder eine neue SuSE-Version einrichten kann.
Wenn diese dann besser zu sein scheint, als die, die ich produktiv
einsetze, kann ich sie mir ja als Primàrsystem einrichten, lasse aber die
alte erst noch ne Weile auf der Maschine, damit, wenn sich die neue dann
doch nicht als so gut herausstellt, ich immer noch wieder zurückgehen kann.
Das hat bisher 'ne Menge Ärger und Arbeit vermieden.


Da kommt mir Debian, das die Stadtverwaltung München gewàhlt hat und von
dem man liest, daß neue Versionen nur in größeren Abstànden kommen, in
den Sinn. Natürlich ist bei opensuse das Einstellen mit yast ziemlich
bequem, und daher die Fragen

  - Gibt es ein àhnliches Einstellwerkzeug auch für Debian?


Du kannst sicherlich einiges mit Webmin versuchen, das soll ganz gut sein,
ist allerdings auch immer wieder für Sicherheitslücken gut. Was anderes
kenne ich nicht für Debian, da wird noch vieles in der Konsole
konfiguriert, was aber auch durchaus vorteilhaft sein kann. Auf jeden Fall
ist es wohl so, dass du vermutlich etwa 5 Jahre Ruhe hast, wenn du eine
stable-Version einmal eingerichtet hast.


  - Ist Debian für jemanden wie mich oder eher nur für die
    Eingeweihten zu empfehlen?


Mir war es zu viel Arbeit, mich in alles 'reinzulesen, deshalb habe ich nach
einigen Versuchen mit Debian und diversen Derivaten (Sidux, Knoppix,
Kanotix, Ubuntu) doch wieder die SuSE gewàhlt, YaST ist eine echte
Killerapplikation. Aber das Reinlesen in Debian ist, wenn man die Zeit
dafür hat, machbar und bringt vermutlich im Endeffekt absolut positive
Ergebnisse, vermutlich genau das, was du willst. Aber auch Debian ist nicht
vor Problemen gefeit, siehe vor einiger Zeit das Schlüsselproblem.


  - Existiert eine àhnliche Newsgroup wie alt.linux.suse - ich
    habe so etwas bisher nicht gefunden - ?


Es gibt linux.debian.user.german, eine Mailinglist, bei der du dich zuvor
anmelden musst. Dort musst du aber auf einige Fragen mit harschen
Reaktionen einiger sehr arroganter Poster rechnen, wobei aber auch einige
sehr nette und hilfsbereite Leute dort mitposten. So nett wie hier ist es
dort aber insgesamt nicht (Hey ihr anderen, habt ihr gemerkt, das war ein
Kompliment an euch).


  - Ist der Wunsch nach einer pflegearmen Distri ein Wunschtraum,
    oder nàhern sich andere Distris dem zumindest an?


Wie schon oben gesagt, mach nicht jeden Versionssprung mit, wenn eine
Version einmal gut làuft, bleibe bei ihr, du hast dann zwei Jahre lang so
ziemlich Ruhe und nur selten durch Updates Probleme, die dann aber
normalerweise auch schnell wieder behoben werden. Probiere eine neue
höchstens auf einer separaten Partition mal aus. Auch die Debian könntest
du ja mal auf separater Partition ausprobieren.


Natürlich sind auch Bemerkungen, die über meine Fragen hinausgehen,
willkommen.


Lasse dich nicht entmutigen. Vielleicht ist ja die 11.2 wieder besser als
die 11.1, wenn nicht, die 11.0 wird vermutlich noch ein Jahr lang mit
Sicherheitsupdates versorgt.

Schöne Grüße vom Möhnesee

Jürgen
 

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#1 Peter Baumann
19/07/2009 - 23:23 | Warnen spam
Juergen F. Pennings schrieb:
Irgendwie erscheint meine Antwort trotz zweimaligen Sendens nicht in der NG,
daher versuche ich es jetzt mal nicht als Antwort auf Albrechts Posting,
sondern direkt.

Albrecht Mehl wrote:
tun sollte, und komme mir mit meinen vielen Fragen dort ziemlich doof vor.


Hallo Albrecht,
wie heißt es so schön in einer Kindersendung aus meiner Jugend: Wer nicht
fragt, bleibt dumm ;-) Da ist doch was dran, oder?

Irgend etwas àndert sich immer durch Updates, und ich komme mir wie ein
atemlos hinterherhechelnder Hund vor. Es gibt sicher Leute, denen die
Beschàftigung mit dem Innenleben von Linux Befriedigung verschafft; mir,
der ich den Rechner nur als Werkzeug benutze, eher nicht. Eine
Parallele: es gibt Leute, die gerne den Kopf unter die Motorhaube eines
Autos stecken, selbst den Ölwechsel vornehmen, das Ventilspiel
einstellen. Und es gibt auch Leute, für die das Auto einfach nur fahren
soll. Jemand schrieb mal sinngemàß

Suse kriegt das nicht gebacken. Dauernd müssen sie etwas àndern,
Funktionalitàten mit anderen, neuen Programmen, mit denen man
sich erst vertraut machen muss, erledigen.


Ja, da kann ich dir nur Recht geben, von Version zu Version wird immer
wieder irgendetwas geàndert, plötzlich geht die Konfigurationsdatei, die in
der Vorversion noch funktionierte, nicht mehr, neues Einlesen in manpages
o.à. ist wieder erforderlich. Allerdings habe ich das innerhalb einer
Version noch nicht oft erlebt, wenn, dann passierte das fast immer beim
Versionswechsel, und da sollte man akzeptieren, dass neue Features (oder
doch Bugs?) in die neue Version integriert werden. Linux und damit SuSE ist
nun mal kein statisches System.

Ich suche eine Distri, bei der ich für meine doch ziemlich geringen
Ansprüche vielleicht zwei Wochen zum Einrichten verbringe und die dann
für mindestens ein Jahr lang steht, von Sicherheitsupdates mal abgesehen.


Das geht eigentlich mit SuSE sehr gut, aber nicht dann, wenn du jede
Versionsànderung mitmachst. Insbesondere habe ich für mich beschlossen, die
11.1 auszulassen, da ich damit massenweise Probleme hatte. Dasselbe war
seinerzeit mit der 10.1 so, die war meiner Meinung nach einfach nur
schrottig. Die 11.0 làuft bei mir auf diversen Maschinen (Notbüchern und
auch Desktop-Systemen) fast völlig problemlos, da wird Linux schon fast
langweilig :-)) Ich habe aber auch als graphische Oberflàche die recht
stabile KDE-Version 3.5.9 gewàhlt, nicht die 4er-Baustelle.
Bei mir ist zum Testen extra eine zweite Partition eingerichtet, auf der ich
mal schnell eine andere Distri oder eine neue SuSE-Version einrichten kann.
Wenn diese dann besser zu sein scheint, als die, die ich produktiv
einsetze, kann ich sie mir ja als Primàrsystem einrichten, lasse aber die
alte erst noch ne Weile auf der Maschine, damit, wenn sich die neue dann
doch nicht als so gut herausstellt, ich immer noch wieder zurückgehen kann.
Das hat bisher 'ne Menge Ärger und Arbeit vermieden.

Da kommt mir Debian, das die Stadtverwaltung München gewàhlt hat und von
dem man liest, daß neue Versionen nur in größeren Abstànden kommen, in
den Sinn. Natürlich ist bei opensuse das Einstellen mit yast ziemlich
bequem, und daher die Fragen

- Gibt es ein àhnliches Einstellwerkzeug auch für Debian?


Du kannst sicherlich einiges mit Webmin versuchen, das soll ganz gut sein,
ist allerdings auch immer wieder für Sicherheitslücken gut. Was anderes
kenne ich nicht für Debian, da wird noch vieles in der Konsole
konfiguriert, was aber auch durchaus vorteilhaft sein kann. Auf jeden Fall
ist es wohl so, dass du vermutlich etwa 5 Jahre Ruhe hast, wenn du eine
stable-Version einmal eingerichtet hast.

- Ist Debian für jemanden wie mich oder eher nur für die
Eingeweihten zu empfehlen?


Mir war es zu viel Arbeit, mich in alles 'reinzulesen, deshalb habe ich nach
einigen Versuchen mit Debian und diversen Derivaten (Sidux, Knoppix,
Kanotix, Ubuntu) doch wieder die SuSE gewàhlt, YaST ist eine echte
Killerapplikation. Aber das Reinlesen in Debian ist, wenn man die Zeit
dafür hat, machbar und bringt vermutlich im Endeffekt absolut positive
Ergebnisse, vermutlich genau das, was du willst. Aber auch Debian ist nicht
vor Problemen gefeit, siehe vor einiger Zeit das Schlüsselproblem.

- Existiert eine àhnliche Newsgroup wie alt.linux.suse - ich
habe so etwas bisher nicht gefunden - ?


Es gibt linux.debian.user.german, eine Mailinglist, bei der du dich zuvor
anmelden musst. Dort musst du aber auf einige Fragen mit harschen
Reaktionen einiger sehr arroganter Poster rechnen, wobei aber auch einige
sehr nette und hilfsbereite Leute dort mitposten. So nett wie hier ist es
dort aber insgesamt nicht (Hey ihr anderen, habt ihr gemerkt, das war ein
Kompliment an euch).

- Ist der Wunsch nach einer pflegearmen Distri ein Wunschtraum,
oder nàhern sich andere Distris dem zumindest an?


Wie schon oben gesagt, mach nicht jeden Versionssprung mit, wenn eine
Version einmal gut làuft, bleibe bei ihr, du hast dann zwei Jahre lang so
ziemlich Ruhe und nur selten durch Updates Probleme, die dann aber
normalerweise auch schnell wieder behoben werden. Probiere eine neue
höchstens auf einer separaten Partition mal aus. Auch die Debian könntest
du ja mal auf separater Partition ausprobieren.

Natürlich sind auch Bemerkungen, die über meine Fragen hinausgehen,
willkommen.


Lasse dich nicht entmutigen. Vielleicht ist ja die 11.2 wieder besser als
die 11.1, wenn nicht, die 11.0 wird vermutlich noch ein Jahr lang mit
Sicherheitsupdates versorgt.

Schöne Grüße vom Möhnesee

Jürgen


Bei mir làuft die 11.1 einwandfrei, nach einigen Anfangsproblemen, die
aber eher an meiner Unerfahrenheit lagen.
Ansonsten, stimme ich zu - wie bei jedem OS, gilt auch hier "never
change a running system" immer noch. Die Open Suse 10.3 làuft bei mir,
im Hintergrund auch immer noch weiter.


Peter

No Gates - no Bill!

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