Partition /boot technisch notwendig?

03/11/2008 - 19:48 von Andreas M. Kirchwitz | Report spam
Hallo Leute!

Die Frage kommt in unregelmàßigen Abstànden immer wieder auf,
doch auch mit Hilfe von Suchmaschinen habe ich keine zufrieden-
stellende Antwort gefunden.

Wofür benötigt man eine extra Partition für "/boot"?

Konkret geht es hier um Fedora 8 und höher. Fedora benutzt GRUB.
Das Handbuch und der Installer empfehlen dringend eine eigene
Partition "/boot". Die Begründung bleiben sie schuldig.
Ist das eine Besonderheit von Fedora, oder machen das Suse,
Debian, Ubuntu, Arch Linux usw. ebenfalls?

Mit Suchmaschinen findet man den Einwand, bootbare Partitionen
müssten unterhalb Zylinder 1024 liegen. Komplett? Oder nur der
erste Zylinder? Auch für GRUB? Oder nur für LILO? Wie viel hat
das mit dem BIOS zu tun? Kann ein Boot-Framework wie GRUB
diesbezügliche Einschrànkungen umgehen? (Im konkreten Fall ist
ein àlteres BIOS im Spiel etwa um das Jahr 2000, was beispielsweise
mit Platten über 128 GB Probleme macht.)

Alle Zylinder unter 1024 für die Linux-Boot-Partition zu wàhlen,
ist kaum möglich, wenn man sich "davor" beispielsweise Windows Vista
mit allem drum und dran installieren möchte. Selbst mit Windows XP
wird der Platz bereits unangenehm knapp.

Mit Suchmaschinen findet man den Einwand, LVM funktioniere sonst
nicht. Stimmt das tatsàchlich? Was kümmert es LVM, ob /boot eine
eigene Partition ist oder nicht? Oder stört sich das Software-RAID1
von Linux daran beim Booten?

Mit Suchmaschinen findet man den Einwand, die initiale Installation
funktioniere meist problemlos ohne die extra Partition für /boot,
aber wenn man dann einen neuen GRUB installiere oder aus anderen
Gründen die Boot-Informationen (GRUB) erneut schreiben wolle, könne
das fehlschlagen ohne extra /boot. Warum sollte es? Hat das dann
wirklich an der fehlenden Partition für /boot gelegen oder hàtte
es nicht auch mit extra /boot Probleme gegeben? GRUB ist meines
Wissens für beide Varianten ausgelegt.

Unberücksichtigt bleiben sollen hierbei andere Argumente für oder gegen
extra Partitionen für bestimmte Zwecke, um beispielsweise manche
Partitionen read-only zu mounten oder Defekte von Platte oder Filesystem
auf bestimmte Partitionen zu beschrànken.

Klar, man kann es auch einfach so machen, wie man es schon immer
gemacht hat. Aber ich dachte, ich lerne mal was dazu und verstehe
endlich, warum einem unter Linux auch im Jahr 2008 immer noch
für /boot eine extra Partition aufgedràngt wird. Welche besondere
Magie leistet diese extra Partition heute noch? Braucht man diese
Magie vielleicht, wenn man zwar ein modernes Linux, aber àltere
Hardware verwendet?

Dankbar für Erklàrungen ... Andreas
 

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#1 Heiko Nocon
03/11/2008 - 20:14 | Warnen spam
Andreas M. Kirchwitz wrote:

Wofür benötigt man eine extra Partition für "/boot"?



Wirklich benötigen tut man sie nur in relativ seltenen Konfigurationen.
Nützlich ist sie aber durchaus auch oft in Normalkonfigurationen.

Mit Suchmaschinen findet man den Einwand, bootbare Partitionen
müssten unterhalb Zylinder 1024 liegen.



Das ist Unsinn. Es hàngt allein von den Fàhigkeiten des BIOS ab und die
können schon seit sehr langer LBA und auch LBA48.

Mit Suchmaschinen findet man den Einwand, LVM funktioniere sonst
nicht. Stimmt das tatsàchlich?



Unter bestimmten Umstànden stimmt das, ja. Nàmlich z.B. dann, wenn man
LVM-Volumes mit Software-RAIDs (außer RAID1=mirroring) haben will.

Es liegt einfach daran, daß das RAID-System und LVM erstmal laufen muß,
um auf diese Volumes korrekt zugreifen zu können, denn das BIOS hat von
dem Software-RAID sicher keine Ahnung.

Braucht man diese
Magie vielleicht, wenn man zwar ein modernes Linux, aber àltere
Hardware verwendet?



Z.B. dann kann es durchaus hilfreich sein.

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