Perfekte Bedingungen, aber WLAN trotzdem instabil (länglich)

05/09/2016 - 20:22 von Michael Landenberger | Report spam
Hallo,

gegeben sei eine Video-Überwachungsanlage mit einem Festplattenrecorder und 4
WLAN-fàhigen IP-Kameras. Da das zu überwachende Objekt sehr weitlàufig ist,
wurden mehrere Access Points (1x Netgear WN3100RPv2, 2 x AVM Fritz!Powerline
540E mit integriertem WLAN-AP, jeweils mit 2,4 GHz n-WLAN 300) über das
Gelànde verteilt. Die Abstànde zwischen den APs sind so groß, dass sie sich
nicht gegenseitig stören. Bei den Kameras handelt es sich um ABUS TVIP61550:
<https://www.abus.com/ger/Archiv/Vid...Kamera>

3 der Kameras sind wie folgt mit dem Router bzw. Recorder verbunden:

+-+
| Router/Switch |
| Draytek Vigor 2860n+ |
| LAN 1 LAN 2 |
+o--o+ ++ +--+
| | | WLAN-AP | WLAN | |
| '-o Netgear | ))))))) | Kamera #1 |
| Ethernet | WN3100RPv2 | ca. 2 m | |
| ++ +--+
|
|
|Ethernet +--+
| | Powerline- | +--+
| | Adapter AVM | WLAN | |
| .--o Fritz!Powerline | ))))))) | Kamera #2 |
| | | 540E | ca. 1 m | |
| | | LAN 1 LAN 2 | +--+
| Powerline| +oo+
| |
+o-+ | +--+
| Powerline- | | | Powerline- | +--+
| Adapter AVM | | | Adapter AVM | WLAN | |
| Fritz!Powerline o--o--o Fritz!Powerline | ))))))) | Kamera #3 |
| 510E | Powerline | 540E | ca. 1 m | |
+--+ | LAN 1 LAN 2 | +--+
+oo+
|
Ethernet|
|
+o+
| LAN |
| Recorder |
| |
+-+

Wie man sieht, sind die APs für die Kameras #2 und #3 sowie der Recorder über
Powerline mit dem Router verbunden, wàhrend der AP für Kamera #1 per Ethernet
an den Router angeschlossen ist.

Es hat sich nun herausgestellt, dass die Verbindung zwischen den Kameras #2
und #3 und dem Recorder instabil ist, sie bricht immer wieder zusammen. Es
dauert dann zwischen einer Minute und mehreren Stunden, bis die Verbindung
wieder hergestellt wird (durch einen Neustart der betreffenden Kamera làsst
sie sich sofort wieder herstellen, bricht aber irgendwann wieder zusammen).
Das kann man u. a. an den lückenhaften Aufzeichnungen des Recorders erkennen.

Ich hatte zunàchst die Powerline-Verbindungen in Verdacht, denn die
WLAN-Verbindungen müssen nur eine Distanz von ca. 1 m durch eine Wand
überbrücken, wobei die Kameras als auch die Adapter jeweils volle Signalstàrke
(100%) und die Adapter zusàtzlich eine Verbindungsgeschwindigkeit von 100-120
MBit/s brutto melden (die Kameras schaffen max. 150 MBit/s, die APs sogar 300
MBit/s).

Stutzig hat mich allerdings der Umstand gemacht, dass die Verbindung zwischen
Router und Recorder, die ja ebenfalls über Powerline làuft, absolut stabil ist
(die Powerline-Adapter melden eine Verbindungsgeschwindigkeit zwischen 300 und
400 MBit/s). Das gleiche gilt für die (WLAN-/Ethernet-)Verbindung zwischen
Kamera #1 und dem Recorder. Auch die làuft vollkommen unterbrechungsfrei.

Also habe ich testweise mal die Kameras #2 und #3 über Ethernet-Kabel anstatt
über WLAN mit den entsprechenden Powerline-Adaptern verbunden. Und siehe da:
nun war die Verbindung zwischen den beiden Kameras und dem Recorder stabil.
Ergo ist die WLAN-Verbindung wackelig. Allerdings nur die von Kamera #2 und
#3, die von Kamera #1 steht wie eine Eins.

Nun tun sich folgende Fragen auf:
warum ist eine WLAN-Verbindung instabil, obwohl a) sowohl APs als auch Clients
100% Signalstàrke anzeigen, b) die APs eine Brutto-Verbindungsgeschwindigkeit
von mindestens 66% vom Maximum melden, c) die Entfernung zwischen AP und
Client nur einen Meter betràgt (mit einer Außenwand dazwischen), d) keine
störenden Fremd-WLANs in der Nàhe sind und e) jeder andere WLAN-Client (z. B.
ein Laptop oder ein Smartphone) eine einwandfreie Verbindung zu den APs
herstellen kann? Und warum ist Kamera #1 bzw. der Netgear-AP nicht betroffen?
Liegt es etwa an den AVM-Adaptern? Oder ist 1 m Distanz zwischen AP und Client
zu kurz, so dass die WLAN-Clients in den Kameras "niedergebrüllt" werden?

JFTR: Kamera #1 ist im Innenbereich montiert und nicht direkter
Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Die Kameras #2 und #3 sind außen am Gebàude
angebracht und der Sonne sowie sommerlichen Temperaturen bis über 30°
ausgesetzt (lt. Hersteller sind sie dafür aber geeignet). Ein
Temperaturproblem liegt daher auch im Bereich des Möglichen.

Der Support des Herstellers (ABUS) war übrigens wenig hilfreich. Man hat das
Problem nicht verstanden und mir geraten, die Bitrate des Videostreams zu
verringern, weil angeblich "das Netzwerk überlastet sei". Das aber ist
völliger Quatsch, denn wàre das der Fall, würden die Kameras auch dann nicht
funktionieren, wenn man sie über Ethernet mit den Powerline-Adaptern
verbindet. So funktionieren sie aber. Aber auch die WLANs können nicht
überlastet sein, denn normalerweise ist in jedem WLAN immer nur ein einziger
Client (nàmlich die Kamera) eingebucht, andere Clients habe ich nur kurzzeitig
zu Testzwecken angemeldet. Die maximale Bitrate der Kamera-Streams ist auf 4
MBit/s eingestellt, dafür sollten die oben erwàhnten WLAN-Brutto-Datenraten in
jedem Fall ausreichen. Beim testweisen Kopieren einer Datei von einem am
Router angeschlossenen USB-Stick auf einen Laptop über das gleiche
WLAN-/Powerline-Netzwerk wurden sogar Netto-Datenraten von mehr als 100 MBit/s
erreicht. Eine Überlastung des Netzwerks liegt also in keinem Fall vor.

Gruß

Michael
 

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#1 Thomas Einzel
05/09/2016 - 21:34 | Warnen spam
Am 05.09.2016 um 20:22 schrieb Michael Landenberger:
...
Also habe ich testweise mal die Kameras #2 und #3 über Ethernet-Kabel anstatt
über WLAN mit den entsprechenden Powerline-Adaptern verbunden. Und siehe da:
nun war die Verbindung zwischen den beiden Kameras und dem Recorder stabil.
Ergo ist die WLAN-Verbindung wackelig. Allerdings nur die von Kamera #2 und
#3, die von Kamera #1 steht wie eine Eins.

Nun tun sich folgende Fragen auf:
warum ist eine WLAN-Verbindung instabil, obwohl a) sowohl APs als auch Clients
100% Signalstàrke anzeigen, b) die APs eine Brutto-Verbindungsgeschwindigkeit
von mindestens 66% vom Maximum melden, c) die Entfernung zwischen AP und
Client nur einen Meter betràgt (mit einer Außenwand dazwischen), d) keine
störenden Fremd-WLANs in der Nàhe sind und e) jeder andere WLAN-Client (z. B.
ein Laptop oder ein Smartphone) eine einwandfreie Verbindung zu den APs
herstellen kann? Und warum ist Kamera #1 bzw. der Netgear-AP nicht betroffen?
Liegt es etwa an den AVM-Adaptern?



Wenn alle Angaben die du gemacht hast so zutreffen, würde ich

1. Testweise einen gesonderten WLAN AP einmal für Kamera 3 und danach an
Kamera 2 verwenden, den WLAN Teil im AVM 540E so lassen wie er ist,
einfach eine andere SSID und einen anderen Kanal für den Test-AP
verwenden. Ergebnis? Wenn es damit nicht anders wird:

2. Prüfen ob andere WLAN Clients eine dauerhafte und Stabile Verbindung
zu den AVM 540E bekommt. Ergebnis? Wenn ja, dann sind es die WLAN
Clients der Kameras, wenn nicht:

3. Wenn beides keine Änderungen zeigt, den WLAN AP von 1. (Standort AVM
540E für Cam3) mit dem anderen WLAN Client (am Standort für Cam3 ) auf
stabile Verbindung prüfen, zeigen sich damit Probleme das Duo AP+anderer
WLAN Client an anderer Stelle gegenprüfen, ob sie da eine stabile
Verbindung haben. Ist die Verbindung nur am Cam3 (und Cam2) Standort
instabil, vermute ich eine HF Störung, vermutlich reden wir über das ISM
Band 2,4GHz. Ergebnis?

IMO ist dabei eine strukturierte Prüfung wichtig, Stückwerk nützt nichts.

Thomas

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