Phasenrauschen beim VCO messen

13/04/2008 - 14:00 von Martin Laabs | Report spam
Hallo,

ich will meinen VCO - der jetzt nicht mehr im Arbeitspunkt
schwingt - jetzt nochmal richtig vermessen.
Nun ist er ja noch nicht in der Regelschleife von der PLL und
wandert daher durch die diversen Effekte. (Temperatur, Änderung
der Regelspannung etc.). Ich kann zwar versuchen all diese Effekte
zu minimieren - aber am Ende driftet der VCO ja immer noch.
Wenn ich nun aber das Phasenrauschen messen will möchte ich die
RBW möglichst klein wàhlen, wenn ich nah an dem Tràger messe. Wenn
ich die RBW aber klein mache dauert der Sweep lange und in der Zeit
die der Spec braucht um den Sweep zu fahren ist die Frequenz viel-
leicht schon wieder ein Stückchen gewandert und ich "messe" am
Ende ein viel größeres Phasenrauschen als ich tatsàchlich habe.

Gibt es eine Möglichkeit das zu verhindern oder zu minimieren?
Oder sieht man einen driftenden VCO weil die "Glocke" nicht mehr
symetrisch ist?

Danke,
Martin L.
 

Lesen sie die antworten

#1 JÃŒrgen Appel
13/04/2008 - 15:30 | Warnen spam
Martin Laabs schrieb:

Nun ist er ja noch nicht in der Regelschleife von der PLL und
wandert daher durch die diversen Effekte. (Temperatur, Änderung
der Regelspannung etc.). Ich kann zwar versuchen all diese Effekte
zu minimieren - aber am Ende driftet der VCO ja immer noch.
Wenn ich nun aber das Phasenrauschen messen will möchte ich die
RBW möglichst klein wàhlen, wenn ich nah an dem Tràger messe. Wenn
ich die RBW aber klein mache dauert der Sweep lange und in der Zeit
die der Spec braucht um den Sweep zu fahren ist die Frequenz viel-
leicht schon wieder ein Stückchen gewandert und ich "messe" am
Ende ein viel größeres Phasenrauschen als ich tatsàchlich habe.



Damit hast Du schon eines der Grundprobleme der Frequenzstabilitàtsmessung
gefunden: Das Rauschen làßt sich nàmlich nicht einfach durch eine einzige
Zahl definieren, es hat ein ganzes Spektrum. Damit hàngt natürlich das
Rauschen, das Du mißt, von der Bandbreite deines Detektors ab.

Genaugenommen hàngt es also von Deiner geplanten Anwendung ab, welche
Bandbreite (und welche Wichtung des Rauschens bei verschiedenen
Seitenbandfrequenzen) Du messen solltest, um eine realistische Abschàtzung
der Auswirkungen zu bekommen.

Oft ist es jedoch so, daß für kleine Seitenbandfrequenzen das 1/f-Rauschen
dominiert und ab einem bestimmten Punkt weißes Phasenrauschen vorliegt.
Dann gibt man gerne einfach die Leistungsdichte des weißen Rauschens an,
unter der Annahme daß z.B. in einer PLL das 1/f-Rauschen weggeregelt wird.

Gibt es eine Möglichkeit das zu verhindern oder zu minimieren?



Du könntest natürlich den VCO "schwach" locken, also eine Regelschleife mit
sehr begrenzter Bandbreite benutzen um das Rauschspektrum außerhalb der
Regelbandbreite zu messen.

Oder sieht man einen driftenden VCO weil die "Glocke" nicht mehr
symetrisch ist?



Wenn Du es genauer wissen willst, bietet es sich an, das
Allan-Varianzspektrum zu bestimmen, damit kannst du dann auch bestimmen,
welche Art von Rauschen bei welcher Detektorbandbreite dominiert.

Wenn Du französisch lesen kannst, gibt's hier eine nette Zusammenfassung von
Leuten, die dieselben Probleme beim Bauen ultrastabiler Zeitreferenzen
plagen:

http://www.enseignement.polytechniq...PS2007.pdf

Gruß,
Jürgen

GPG key:
http://pgp.mit.edu:11371/pks/lookup?search=J%FCrgen+Appel&op=get

Ähnliche fragen