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Phenom II nicht geeignet für Videobearbeitung?

25/02/2009 - 19:45 von Frank Berke | Report spam
Hallo!

Ich habe für eine Freundin einen PC zusammengestellt, mit welchem sie
Videobearbeitung durchführen möchte. Ihr Videoequipment selbst ist eine
Sony-Kamera von vor sechs Jahren, also noch nix mit HDV oder so.

Die Hardware kurz umrissen:
- Asus M3A78 Pro mit ATI 780G
- Phenom II 940
- 4GB (2 x 2) 1066-DDR
- 2 x 1TB Samsung Spinpoint F1 als RAID1 über den ATI-Chipsatz, weil die
gute Freundin panische Angst vor Datenverlust hat
- Firewire-Karte PCI mit VIA-Chipsatz (aus dem alten Rechner)

Für Sound und Grafik habe ich die Onboard-Komponenten belassen, als
Betriebssystem kommt XP Pro SP3 zum Einsatz. Zur Videobearbeitung nutzt
sie Pinnacle 12 Ultimate und Vasco da Gama. Der Monitor ist per HDMI
angeschlossen.

Nun hat die Freundin das Problem, dass sie es auf dem Rechner nicht
schafft, qualitativ ansprechende Videos zu erstellen. Das Ergebnis ist
vor allem in puncto Schàrfe deutlich schlechter als das, was sie auf
ihrem alten Athlon XP mit Pinnacle Studio 8 zuwege gebracht hat. Auch
die Animationen (z. B. über Landkarten fliegende Flugzeuge), die sie mit
Vasco da Gama erstellt, sind nicht wirklich überzeugend in der
Darstellungsqualitàt.

Nun hat sie sich von den Pinnacle-Spezialisten, bei welchem sie die
Software gekauft hat, beraten lassen und dessen Urteil làsst mich etwas
ratlos zurück: der Rechner sei zur Videobearbeitung nicht geeignet, vor
allem wegen des Prozessors, da Pinnacle "besser mit Intel funktioniert".
Desweiteren sei die Onboard-Grafik das zweite Problem und das RAID tàte
sein Übriges.
Dies wundert mich, weil Pinnalce von "Intel only" natürlich nirgends
etwas schreibt und bekanntermaßen ist beim Rendern von Videos eine
leistungsstarke Grafikkarte (abgesehen von ganz wenigen Programmen, die
auch die GPU aktiv nutzen) relativ nutzlos, da der Prozessor ackert -
deshalb der relativ teure Vierkern. Der RAID-Verbund hat als einzigen
Nachteil die verglichen mit einer Einzelplatte gut doppelt so lange
Bootzeit, aber im Betrieb ist er nicht weiter hinderlich, wie ich mit
dem Benchmark HD Tach ermittelt habe.
Der Pinnacle-Spezialist verkauft natürlich selbst Hardware mit "für den
Videoschnitt geprüften Komponenten" (so die Werbeaussage auf seiner
Homepage) zu recht selbstbewussten Preisen.

Softwareseitig ist Cool'n'Quiet aktiviert sowie die
Energiesparfunktionen des Betriebssystems. Doch selbst bei
heruntegetaktetem Prozessor sollte die Kiste noch deutlich
leistungsfàhiger sein als der alte PC und ein temporàres Deaktiveren in
den Energieoptionen hat dies auch bestàtigt (also keinen Unterschied
gezeigt). Treiber etc. habe ich nach bestem Wissen und Gewissen
eingespielt (derzeit allerdings noch Catalyst 9.1 statt 9.2).


Nun möchte ich hier mal fragen, wie ihr die Hardware einschàtzt und ob
mir eventuell doch irgendwo ein Fehler in der Zusammenstellung
unterlaufen ist. Ich bin mit meinem Latein so ziemlich am Ende...

Gruß,
Frank
 

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#1 Michael Landenberger
25/02/2009 - 21:42 | Warnen spam
"Frank Berke" schrieb:

Nun hat die Freundin das Problem, dass sie es auf dem Rechner
nicht schafft, qualitativ ansprechende Videos zu erstellen. Das
Ergebnis ist vor allem in puncto Schàrfe deutlich schlechter als
das, was sie auf ihrem alten Athlon XP mit Pinnacle Studio 8
zuwege gebracht hat.



Ich vermute, dass auf dem alten Rechner ein anderes Codec installiert war.
Oder die Codec-Einstellungen waren anders. Manchmal spielt es auch eine
Rolle, welche Video-Software man außer der Schnittsoftware noch installiert
hat.

Nun hat sie sich von den Pinnacle-Spezialisten, bei welchem sie
die Software gekauft hat, beraten lassen und dessen Urteil làsst
mich etwas ratlos zurück: der Rechner sei zur Videobearbeitung
nicht geeignet, vor allem wegen des Prozessors, da Pinnacle
"besser mit Intel funktioniert".



Das halte ich für hanebüchenen Blödsinn (ich bin allerdings derartigen Stuss
auch vom Pinnacle-Support gewohnt, daher benutze ich keine Pinnacle-Produkte
mehr). Video-Rendering besteht vor allem aus (komplexen) Berechnungen, aber
wenn ein AMD-Prozessor bei ein und derselben Berechnung andere Ergebnisse
liefern würde als ein Intel-Prozessor, hàtte einer der beiden Hersteller
großen Mist gebaut. Zwar ist es schon vorgekommen, dass CPUs Rechenfehler
produzierten, aber aktuelle CPUs dürften davon nicht betroffen sein,
jedenfalls nicht so, dass sich das auf die Bildqualitàt eines
Videoschnittprogramms auswirkt.

Desweiteren sei die Onboard-Grafik das zweite Problem



Nutzt die Software denn den Grafikchip? Aber selbst wenn sie das tàte:
ordentlich programmierte Software prüft, welche Features der Grafikchip
bietet und überlàsst alles, was der nicht kann, der CPU. Das verlàngert zwar
u. U. die Rechenzeit, das Endergebnis sollte aber das gleiche sein.

und das RAID tàte sein Übriges.



Völliger Schwachsinn. Solange die Videos von der Kamera fehlerfrei auf der
Festplatte landen (ich nehme an, das tun sie), kann die Platte nicht dran
schuld sein. Schlechte Bildqualitàt beim Rendern ist allein ein Problem der
Software. Der Schreib-/Lese-Datendurchsatz der Platte beeinflusst zwar die
Renderzeit, aber keinesfalls die Bildqualitàt.

Dies wundert mich, weil Pinnalce von "Intel only" natürlich nirgends
etwas schreibt und bekanntermaßen ist beim Rendern von Videos
eine leistungsstarke Grafikkarte (abgesehen von ganz wenigen
Programmen, die auch die GPU aktiv nutzen) relativ nutzlos, da
der Prozessor ackert - deshalb der relativ teure Vierkern.



Genau so ist es, wobei die vier Kerne natürlich nur dann zum Tragen kommen,
wenn die Software damit umzugehen weiß.

Der Pinnacle-Spezialist verkauft natürlich selbst Hardware mit "für
den Videoschnitt geprüften Komponenten" (so die Werbeaussage
auf seiner Homepage) zu recht selbstbewussten Preisen.



Nach deiner Schilderung halte ich den Pinnacle-"Spezialisten" für keinen
solchen.

Gruß

Michael

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