Photovoltaik - Strom fuer Haus und Elektroauto

09/09/2011 - 22:33 von Martin Kobil | Report spam
Ich habe in letzter Zeit den Photovoltaikmarkt beobachtet. Die ersten
Monate in 2011 fingen trotz relativ schoenem Wetter sehr verhalten an.
Nur relativ wenige Anlagen wurden gebaut. Auf der anderen Seite sind
in den letzten Jahren immer mehr Hersteller in die PV-Modulproduktion
eingesteigen bzw. haben ihre Kapazitaeten erhoeht. Durch die
randvollen Lager und die geringe Nachfrage sind die Preise im
Stundentakt in den Keller gefallen. Man sieht jetzt schon kleine
Anlagen fuer Einfamilienhaeuser mit Markenmodulen fuer 1850 EUR/kWp:
http://www.photovoltaikforum.com/an...68019.html

==> Damit ist die Grid Parity fuer Privatkunden laengst erreicht. D.h.
der Strom aus dem Netz kostet mehr als der selbsterzeugte Stom der
Photovoltaikanlage auf dem eigenen Hausdach.

Jetzt bei den niedrigen Preisen ist auch die Nachfrage stark
angesprungen. Dadurch wird es zum 1.1.2012 eine Absenkungen der
Einspeiseverguetung nicht nur um 9% geben, sondern mindestens um 15%:
http://www.solarserver.de/solar-mag...artet.html

Das wird die PV-Anlagenpreise weiter deutlich in den Keller treiben.
Viele Hersteller werden da vermutlich nicht mehr mithalten koennen und
die Fluegel in diesem Markt strecken. Andere werden ihre
Produktionskosten weiter druecken koennen und so wird IMHO in wenigen
Jahren in Haeusern die Zwischenspeicherung des PV-Stromes in Akkus
wirtschaftlich werden. Einige Anbieter fuer solche Speicher gibt es
bereits, damit der eigene PV-Strom rund um die Uhr genutzt werden
kann:
http://de.engadget.com/2011/09/05/i...versorgen/
http://www.solaranlagen-portal.de/n...-e3-tower/

Eine andere Idee ist, den Speicher von Elektroautos mit zur
Stromversorgung des Hauses zu nutzen. Man koennte den Akku des
Elektroautos tagsueber mit PV Strom aufladen und dann abends z.B. fuer
einen Fernsehabend maximal soweit entladen, bis der Strom fuer die
Fahrt am naechsten Tag noch gut ausreichend ist. Bei Bedarf kann auch
nachts/fruehmorgens bei allgemein niedrigem Strombedarf und z.B.
starkem Windstromanfall der Akku des Elektroautos mit Windstrom aus
dem Stromnetz oder so wieder aufgeladen werden. Beispiele:
http://www.welt.de/motor/article135...-Geld.html
http://www.cleanthinking.de/elektro...aet/18021/

Elektroautos sind ja sowieso ideal um den selbsterzeugten PV Strom
energieeffizient zu nutzen. Das sieht man an den Verbraeuchen um die
13 kWh/100km des Mitsubishi I-Miev, was energetisch umgerechnet 1,3l/
100km Kraftstoff bedeutet:
http://www.spritmonitor.de/de/ueber...p;fuelsort&vehicletype=1&minkmP0&powerunit=2

Auch in der Bevoelkerung waechst die Bereitschaft kraeftig
Elektroautos zu kaufen:
Zitat: Wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten repràsentativen
Befragung des IT-Branchenverbands Bitkom hervorgeht, ziehen
mittlerweile 69 Prozent die Anschaffung eines batteriebetriebenen
Fahrzeugs in Betracht. Im Februar 2010 waren es demnach erst 39
Prozent.

Quelle:
http://de.reuters.com/article/domes...8U20110907

Zusaetzlich zum jetzt schon erhaeltlichen I-Miev werden in 2012 und
2013 zahlreiche neue Elektroautos auf den Markt in Deutschland kommen:
Nissan Leaf, Smart ED, BMW i3, VW Lupo E, Und fuer Leute, denen
die Reichweite eines reinen Elektroautos nicht ausreicht, kommen auch
PlugIn Hybride und Elektroautos mit RangeExtender in 2012 auf den
deutschen Markt: Toyota Prius Plugin und Opel Ampera.

Und auch die PKW Hersteller haben sehr grosses Interesse daran
Elektroautos auf den Markt zu bringen. Natuerlich weil Elektroautos
langfristig die Verbrenner aufgrund des ausgehenden Erdoels ersetzen
muessen und sich damit dann Geld verdienen laesst, sondern auch weil
sie die Flottenverbraeuche bzw. CO2 Ausstoesse im Mix absenken
muessen. Sonst werden saftige Strafzahlungen faellig. Damit kann im
Einzelfall ggf. auch ein Verkauf von Elektroautos weit unter
Herstellungspreis fuer die Hersteller wirtschaftlich sein. Das gilt
insbesondere fuer die Premiumhersteller mit ihren hoch-PSsigen Autos.
Hier eine Aussage von BMW:

"Die E-Mobilitaet wird kommen - das ist keine Frage mehr", sagte der
BMW-Vorstand. Die politischen Vorgaben zur CO2-Reduzierung seien ohne
Elektroautos nicht zu schaffen, in Europa, China und den USA seien die
Weichen gestellt."

Quelle:
http://net-tribune.de/nt/node/55953...tig/site/2

Nun, fuer Privatleute fehlt damit eigentlich nur noch die
Waermeenergie fuer Raumheizung und Warmwasser. Neben einer
vernuenftigen Waermedaemmung koennte man diesbezueglich ueber eine
Waermepumpe oder/und BHKW nachdenken. Fuer die Uebergangszeit wuerde
PV und Waermepumpe locker ausreichen, fuer den Winter braucht man aber
zusaetzlich Strom oder Waerme. Als weshalb nicht Waermepumpen und BHKW
in den Hauesern aufteilen und virtuell uebers Stromnetz (Smart Grid)
koppeln? Langfristig koennte das BHKW auch mit Wasserstoff oder Methan
betrieben werden - erzeugt von ueberschuessigen PV- und Windstro
 

Lesen sie die antworten

#1 Karl-Ludwig Diehl
10/09/2011 - 01:05 | Warnen spam
On 9 Sep., 22:33, Martin Kobil wrote:
Ich habe in letzter Zeit den Photovoltaikmarkt beobachtet. Die ersten
Monate in 2011 fingen trotz relativ schoenem Wetter sehr verhalten an.
Nur relativ wenige Anlagen wurden gebaut. Auf der anderen Seite sind
in den letzten Jahren immer mehr Hersteller in die PV-Modulproduktion
eingesteigen bzw. haben ihre Kapazitaeten erhoeht. Durch die
randvollen Lager und die geringe Nachfrage sind die Preise im
Stundentakt in den Keller gefallen. Man sieht jetzt schon kleine
Anlagen fuer Einfamilienhaeuser mit Markenmodulen fuer 1850 EUR/kWp:


http://www.photovoltaikforum.com/an...4-1849e...

Dein Beitrag lohnte das Lesen. Also die PV-Anlagen
muessen inzwischen zu niedrigen Preisen abgegeben
werden.

==> Damit ist die Grid Parity fuer Privatkunden laengst erreicht. D.h.
der Strom aus dem Netz kostet mehr als der selbsterzeugte Stom der
Photovoltaikanlage auf dem eigenen Hausdach.



Das mag dann wohl sein. Die Rahmenbedingungen ge-
faehrden offensichtlich die PV-Hersteller, denn Du schreibst:

Das wird die PV-Anlagenpreise weiter deutlich in den Keller treiben.
Viele Hersteller werden da vermutlich nicht mehr mithalten koennen und
die Fluegel in diesem Markt strecken.



Was haette das fuer Folgen? Einerseits gehen Hersteller
verloren, andererseits kommen Firmen mit den niedrigen
Produktionskosten zurecht. Wen treibt es in den Ruin
und wer ueberlebt? Du erwaehnst:

Andere werden ihre
Produktionskosten weiter druecken koennen und so wird IMHO in wenigen
Jahren in Haeusern die Zwischenspeicherung des PV-Stromes in Akkus
wirtschaftlich werden.



Das bedeutet dann, das Speichern lohnt sich bald.

Einige Anbieter fuer solche Speicher gibt es
bereits, damit der eigene PV-Strom rund um die Uhr genutzt werden
kann:


http://de.engadget.com/2011/09/05/i...sung-id...
http://www.solaranlagen-portal.de/n...nt-mit-...

Eine andere Idee ist, den Speicher von Elektroautos mit zur
Stromversorgung des Hauses zu nutzen. Man koennte den Akku des
Elektroautos tagsueber mit PV Strom aufladen und dann abends z.B. fuer
einen Fernsehabend maximal soweit entladen, bis der Strom fuer die
Fahrt am naechsten Tag noch gut ausreichend ist.



Dass sich das ein bisschen abenteuerlich liest, weisst
Du natuerlich selbst. Aber die Fahrzeuge stehen natuer-
lich den ganzen Tag meist irgendwo herum. Die meisten
wohl in der Naehe des Arbeitsplatzes. Da waere eine
kluge Umverteilungsidee vielleicht wertvoll.

Bei Bedarf kann auch
nachts/fruehmorgens bei allgemein niedrigem Strombedarf und z.B.
starkem Windstromanfall der Akku des Elektroautos mit Windstrom aus
dem Stromnetz oder so wieder aufgeladen werden. Beispiele:


http://www.welt.de/motor/article135...ihrem-E...
http://www.cleanthinking.de/elektro...nergiea...

Das wirkt auf mich so, als sei eine Kombination
von Autobatterie + Speicherung im Haus sinnvoll.

Elektroautos sind ja sowieso ideal um den selbsterzeugten PV Strom
energieeffizient zu nutzen. Das sieht man an den Verbraeuchen um die
13 kWh/100km des Mitsubishi I-Miev, was energetisch umgerechnet 1,3l/
100km Kraftstoff bedeutet:


http://www.spritmonitor.de/de/ueber...Modelle...

Auch in der Bevoelkerung waechst die Bereitschaft kraeftig
Elektroautos zu kaufen:
Zitat: Wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten repràsentativen
Befragung des IT-Branchenverbands Bitkom hervorgeht, ziehen
mittlerweile 69 Prozent die Anschaffung eines batteriebetriebenen
Fahrzeugs in Betracht. Im Februar 2010 waren es demnach erst 39
Prozent.
Quelle:http://de.reuters.com/article/domes...8U20110907



Die genannten 69 Prozent sprechen eine deutliche Sprache.

Zusaetzlich zum jetzt schon erhaeltlichen I-Miev werden in 2012 und
2013 zahlreiche neue Elektroautos auf den Markt in Deutschland kommen:
Nissan Leaf, Smart ED, BMW i3, VW Lupo E, Und fuer Leute, denen
die Reichweite eines reinen Elektroautos nicht ausreicht, kommen auch
PlugIn Hybride und Elektroautos mit RangeExtender in 2012 auf den
deutschen Markt: Toyota Prius Plugin und Opel Ampera.



Es ist viel in Bewegung geraten, scheint mir. Wenn
ich die Altstrukturen der grossen alten Stadtteile
auf Manhattan, in der Bronx und anderswo in dieser
Metropole anschaue, schreit alles nach sinnvoller
Modernisierung. Man weiss eigentlich nicht, wo man
zuerst anfangen soll:

- fast alle Gebaeude haben Flachdaecher
- fast alle Appartmentblocks haben veraltete Heiz-
systeme, darf man vermuten
- in allen Strassen herrschen extreme Parkplatz-
probleme, da zu den Appartmentblocks keine
Tiefgaragen o.ae. gehoeren
- theoretisch gibt es in dieser Grossstadt hohe
Bereitschaft, etwas zu aendern
- usw.

Energetische Sanierung des Stadtkoerpers lohnt
sich ueber die Maszen. Hat jemand Ideen zur
Vorgehensweise? So wie New York gibt es welt-
weit viele Staedte.

Karl-Ludwig Diehl
http://vub-virtuelleuniversittfrdas...gspot.com/

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