Piezoscheibe als Körperschallaufnehmer

18/01/2011 - 12:24 von RA Dr.M.Michael König | Report spam
Hallole,

nun die konkrete Frage als eigener Fred:
Wie in dem Fred des Schàdelmikros/Schàdeldeckenmikros geschrieben
möchte ich als Ersatz für nicht einzeln erhàltliche und im übrigen
schweineteure kommerzielle Produkte mittels einer Piezoscheibe den
Sprach-Köperschall abnehmen, und zwar in einem Motorradhelm an der
Schàdeldecke. Über den umlaufenden Rand (zur freien Beweglichkeit)
etwas erhöht soll die Piezoscheibe über ein kleines Stück Schaumstoff
mittig auf die Innenpolsterung geklebt werden. Bei aufgesetztem Helm
drückt so die Piezoscheibe leicht auf den Schàdel, ist aber auf der
anderen Seite frei und nicht "belastet", so daß die
Körperschallschwingungen über die Schàdeldecke aufgenommen werden
können. Das ist auch das Prinzip der kommerziellen
Schàdel(decken)mikros, die so weit ich weiß auch piezoelektrisch
arbeiten.

Diese Piezoscheiben brauchen aber wie Kondensatormikros einen
Vorverstàrker, und da hàngt es bei mir.
Welche Schaltung wàre am besten dafür geeignet? Ausgangspegel soll
etwa wie bei Kondensatormikofonen sein. Eine OP-Schaltung mit einem
324 wàre nicht verkehrt, weil in der weiteren Elektronik ohnehin ein
324 nicht ausgelastet ist, aber auch eine Single-FET-Schaltung ist
o.k., falls besser geeignet. Als Versorungsspannung habe ich ca.10V.
Aber auch nach wiederholtem Googlen finde ich nichts, was mir
weiterhilft. Es gibt Schaltplàne zu Einzel-FET- oder OP-Puffer- und
Verstàrkerschaltungen für Kondensatormikros, aber überall heißt es,
daß diese für Piezoscheiben nicht geeignet seien. Gefundene
Schaltungen für Piezoscheiben beschrànken sich auf deren Verwendung
als seismischer oder Tritt-/Bruchsensor - diese sind für
Körperschallübertragung nicht geeignet. Gelegentlich wird gesagt, man
bràuchte einen Ladungsvertàrker, aber auch der Wikipedia-Eintrag hilft
mir da nicht weiter - sorry, ich bin kein ausgebildeter Elektroniker,
denn dann würde ich hier nicht fragen, ich brauche jedenfalls in
dieser Hinsicht eine konkrete nachbaufàhige Schaltung.
Daß in ein paar Musikerforen laienhaft der Piezo direkt an den
Mirofoneinang eines Laptops oder Mischers angeschlossen wird, mag
vielleicht zufàllig irgendwie ein etwas über "geht nicht" liegendes
Ergebnis bringen - aber das ist natürlich nicht die richtige Lösung,
schon gar nicht, wenn es darum geht, die zur Kommunikationszwecken
bestimmte Körperschallübertragung so gut wie es damit eben möglich ist
zu bewerkstelligen.
Also, meine Bitte lautet konkret um eine Buffer-/Verstàrkerschaltung,
um wie beschrieben eine Piezoscheibe zur Körperschallübertragung
nutzen bzw. um deren Geeignetheit testen zu können.

mfg, Dr.K.



RAuN Dr. M. Michael König * Anwaltskanzlei Dr. König & Coll.
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#1 Waldemar Krzok
18/01/2011 - 12:42 | Warnen spam
Am 18.01.2011 12:24, schrieb RA Dr.M.Michael König:
Hallole,

nun die konkrete Frage als eigener Fred:
Wie in dem Fred des Schàdelmikros/Schàdeldeckenmikros geschrieben
möchte ich als Ersatz für nicht einzeln erhàltliche und im übrigen
schweineteure kommerzielle Produkte mittels einer Piezoscheibe den
Sprach-Köperschall abnehmen, und zwar in einem Motorradhelm an der
Schàdeldecke. Über den umlaufenden Rand (zur freien Beweglichkeit)
etwas erhöht soll die Piezoscheibe über ein kleines Stück Schaumstoff
mittig auf die Innenpolsterung geklebt werden. Bei aufgesetztem Helm
drückt so die Piezoscheibe leicht auf den Schàdel, ist aber auf der
anderen Seite frei und nicht "belastet", so daß die
Körperschallschwingungen über die Schàdeldecke aufgenommen werden
können. Das ist auch das Prinzip der kommerziellen
Schàdel(decken)mikros, die so weit ich weiß auch piezoelektrisch
arbeiten.



Habe keine Erfahrungen mit Körperschallmikrofonen, aber das Prinzip ist
wie bei den altgediegenen Plattenspielern mit Piezoaufnehmer. Diese
können auf zwei verschiedene Arten verstàrkt werden. Die "klassische"
Variante ist ein hochohmige Ankopplung mit einem Verstàrker hoher
Eingansimpedanz (>1MOhm), die Ausgangsspannung ist dann im Bereich
0.5-1V, also ziemlich angenehm und ist proportional der Auslenkung. Die
zweite Variante ist den Sensor resistiv zu belasten (1-10kOhm). Die
Ausgangsspannung ist dann wesentlich niedriger (1-5 mV) und ist
proportional zu Geschwindigkeit der Auslenkung. Als Vorverstàrker kann
man dann einen üblichen Korrekturverstàrker für Plattenspieler mit
Magnetaufnehmer. Die bekommt man inzwischen "lose" in einschlàgigen
Làden (Conrad hat sie, glaube ich, auch).

Waldemar

My jsme Borgové. Sklopte štíty a vzdejte se. Odpor je marný.

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