PowerFfactor Correction aus Verbrauchersicht

09/03/2009 - 11:44 von Mark Ise | Report spam
Hallo,

wie wirkt sich die Power Factor Correktion (PFC) in Schaltnetzteilen aus
Verbrauchersicht auf die Verbrauchskosten aus?

Mal angenommen, man würde ein SNT mit passiver PFC mal mit und mal ohne
die PFC betreiben, würde dann das Netzteil ohne PFC für den Verbraucher
geringere Kosten verursachen?

Ohne PFC würde das Stromnetz mit viel mehr transienten Anteilen belastet
werden. Soweit ich weiß, werden als Leistungszàhler von den EVUs immer
noch meistens Drehspulmessgeràte eingesetzt. Kann es sein, dass die
transienten Anteile für die Messgeràte zu schnell sind, sodass diese
nicht komplett erfasst werden?

Wie groß ist in etwa der ohmsche Widerstand der Spulen von passiven PFCs
bei einem 300W-Netzteil?

Mark
 

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#1 Ralf . K u s m i e r z
09/03/2009 - 16:24 | Warnen spam
X-No-Archive: Yes

begin quoting, Mark Ise schrieb:

wie wirkt sich die Power Factor Correktion (PFC) in Schaltnetzteilen aus
Verbrauchersicht auf die Verbrauchskosten aus?



Vermutlich vernachlàssigbar gering.

Mal angenommen, man würde ein SNT mit passiver PFC mal mit und mal ohne
die PFC betreiben, würde dann das Netzteil ohne PFC für den Verbraucher
geringere Kosten verursachen?



Kaum.

Ohne PFC würde das Stromnetz mit viel mehr transienten Anteilen belastet
werden. Soweit ich weiß, werden als Leistungszàhler von den EVUs immer
noch meistens Drehspulmessgeràte eingesetzt. Kann es sein, dass die
transienten Anteile für die Messgeràte zu schnell sind, sodass diese
nicht komplett erfasst werden?



Blindleistungszàhler sind Ferrariszàhler, die einfach nur die
Grundschwingungsblindleistung erfassen. Wirkleistungszàhler kriegen
auch die Oberschwingungskomponenten korrekt mit, erfassen also
tatsàchlich die elektrische Arbeit (und sonst nichts).

Sàmtliche elektromechnischen Meßgeràte integrieren Kraftwirkungen,
erfassen also vom Prinzip her beliebig hohe Frequenzen. Allerdings
zeigen nur Dreheiseninstrumente (und auch Ferrariszàhler) True RMS an,
Drehspulintrumente benutzen implizit eine Formfaktorannahme für
sinusförmige Signale und messen Oberschwingungen daher prinzipbedingt
falsch. Das Problem haben digitale Zàhler: Da die die Signale mit
einem A/D-Wandler abtasten, müssen sie zuvor tiefpaßfiltern, um
Aliasing zu verhindern, und schmeißen so höhere Frequnzanteile
prinzipbedingt weg. Praktisch stört das aber nicht.

Wie groß ist in etwa der ohmsche Widerstand der Spulen von passiven PFCs
bei einem 300W-Netzteil?



Vermutlich "vernünftig": Die werden unter Vollast wohl so ca. 10-20 W
Abwàrme produzieren - bei ca. 1 A Stromaufnahme würde ich also auf
höchstens wenige Ohm tippen. Und 10 % Verlustleistung sind eigentlich
keine besondere Überlegung wert, "haarig" sind nur Standby-Verluste,
also, wenn ein Geràt, das in 5 % der Zeit 200 W aufnimmt, dann eine
"Ruheleistung" von 20 W hat. Das verbraucht dann im Jahr nàmlich nicht
88 kWh, sondern 254, also 30 Euro mehr. Die "Stromsparkosten", um das
zu àndern, sind aber sehr leicht viel höher.


Gruß aus Bremen
Ralf
R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen:
adressiert Appell asynchron Atmosphàre Autor bißchen Ellipse Emission
gesamt hàltst Immission interessiert korreliert korrigiert Laie
nàmlich offiziell parallel reell Satellit Standard Stegreif voraus

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