Praktische Astronomie ist nichts für mich... wirklich nicht!

14/03/2014 - 02:47 von Jörg Yadgar Bleimann | Report spam
Hi(gh)!

Da tràumte ich von einer rauschenden Spechtelnacht... stattdessen war
alles ein derartiger Griff ins Klo, dass ich bis auf Weiteres von der
Amateurastronomie kuriert bin!

Jupiter, Mond und Mars wollte ich bespechteln und fotografieren... ein
einziges Mal habe ich den Jupiter im 20er-Okular reinbekommen, konnte
sogar in einem Augenblick ruhiger Luft die beiden Äquatorialbànder
erahnen... dann das 6er rein - und von da an klappte gar nichts mehr!
Scharfstellen ging nicht, egal wie ich den OAZ einstellte, ich hatte
immer nur dunkle diffuse Suppe drin.

Der Sucher war selbstredend auch völlig fehljustiert, ich konnte
schrauben wie blöde, egal wo im Gesichtsfeld dann tatsàchlich mal
Jupiter zu sehen war, im Okular blieb es dunkel... und recht bald fingen
die Nachführungswellen an, "doll zu drehen".

Ein letzter Versuch am Mond, mit dem 20er... aber nicht einmal das
klappte mehr, der rechte Drehknopf am OAZ machte sich auch selbstàndig,
da war die Sache für mich erledigt, gebrauchte Anfàngerteleskope sind in
der Regel einfach nur Schrott, was will ich mit einem Haufen Schrott?

Am Ende habe ich das Teil umgeschmissen, kaputtgetreten und den
demolierten Tubus in der Gelben Tonne entsorgt, das EQ2-Wrack, die
Okulare und sonstigen Kleinteile folgen, nachdem ich mich erstmal
gründlich ausgeschlafen habe (die Tonne war leer, der Tubus hat ziemlich
gescheppert, noch mehr Krach wollte ich meinen Nachbarn nachts um
viertel nach zwei nicht zumuten).

Nein, in Zukunft überlasse ich den Sternenhimmel den Profis von Hubble,
Keck, ESO und wie sie sonst noch alle heißen, was soll ich mit einem
Hobby, das hauptsàchlich Rückenschmerzen verursacht und, ernsthaft
betrieben, finanziell derart aufwendig ist, dass ich genauso gut jedes
Jahr nach... na, ja, Ihr wisst schon!

Nein, da programmiere ich mir lieber mein virtuelles Sonnensystem mit
POV-Ray, NASA, ESA, JAXA sorgen Jahr für Jahr für immer bessere Rohdaten
von allen möglichen Himmelskörpern, wozu soll ich da in kalten Nàchten
mit sperrigem Geraffel herumrödeln?

Bis bald im Khyberspace!

Yadgar

10 PRINT"AFGHANISTAN GRUESST DEN REST DER WELT!"
20 GOTO 10

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#1 Michael Fesser
14/03/2014 - 05:11 | Warnen spam
.oO(Jörg 'Yadgar' Bleimann)

[...]
Der Sucher war selbstredend auch völlig fehljustiert



Mein Leuchtpunktsucher hatte sich gestern Abend komplett verabschiedet.
Der Mond làßt sich ja noch gerade so ohne Hilfe anpeilen ;-) , bei
anderen Objekten wirds aber schwierig. Habs dann erstmal sein lassen und
bin ins Bett.

Heute morgen gegen 3 konnte ich nicht mehr schlafen, also wieder auf,
angezogen und raus. Sucher abgebaut, geschaut, ob zerlegbar - nö, am
Dimmschalter gedreht und gedreht und gedreht ... und mit einem Male
leuchtete er wieder fröhlich. Also entweder ein Wackler oder eine leicht
korrodierte Schleifbahn des Dimmers. Wieder angebaut, mit Hilfe der Wega
halbwegs justiert und gut wars.

Hab damit praktisch auf Anhieb Albireo gefunden, der hier unter einem
sch**ß hellen Stadthimmel mit bloßen Augen gerade noch so erkennbar ist,
wenn man den Schwan sieht. Und nachdem ich mich in der Leier orientiert
hatte, hab ich dort auch tatsàchlich den Ringnebel gefunden. Mit 'nem
130er-Tubus und 92x Vergrößerung ist das Ding aber nur ein schwach
grauer "Schmutzfleck". Immerhin recht groß und damit deutlich als Nicht-
Stern erkennbar.

Ein letzter Versuch am Mond, mit dem 20er... aber nicht einmal das
klappte mehr, der rechte Drehknopf am OAZ machte sich auch selbstàndig,
da war die Sache für mich erledigt, gebrauchte Anfàngerteleskope sind in
der Regel einfach nur Schrott, was will ich mit einem Haufen Schrott?



Die guten Teile behalten, die schrottigen nach und nach durch etwas
höherwertigere austauschen? Man muß nicht gleich mit einem hohen vier-
stelligen Betrag einsteigen.

Am Ende habe ich das Teil umgeschmissen, kaputtgetreten und den
demolierten Tubus in der Gelben Tonne entsorgt



Ob das jetzt so die geeignete Lösung war ...

das EQ2-Wrack, die
Okulare und sonstigen Kleinteile folgen, nachdem ich mich erstmal
gründlich ausgeschlafen habe (die Tonne war leer, der Tubus hat ziemlich
gescheppert, noch mehr Krach wollte ich meinen Nachbarn nachts um
viertel nach zwei nicht zumuten).



Bevor Du die Okulare entsorgst, kannst Du sie mir überlassen. Oder aber
behalten. Objektive schmeißt man ja auch nicht weg, wenn die Knipse den
Geist aufgibt.

Nein, in Zukunft überlasse ich den Sternenhimmel den Profis von Hubble,
Keck, ESO und wie sie sonst noch alle heißen, was soll ich mit einem
Hobby, das hauptsàchlich Rückenschmerzen verursacht und, ernsthaft
betrieben, finanziell derart aufwendig ist, dass ich genauso gut jedes
Jahr nach... na, ja, Ihr wisst schon!



Sagen wir mal so - meine ursprünglichen Vorstellungen von Astrofoto-
grafie hab ich auch schon làngst auf ein gesundes Maß zurechtgestutzt
und fange mit den gegebenen Möglichkeiten klein an. Nach und nach wird
dann aufgerüstet (hat ja keiner gesagt, das Hobby wàre preiswert, aber
man kann es doch Schritt für Schritt angehen). Viele Teile sind ja
kompatibel und daher auch in anderer Konfiguration verwendbar (Okulare,
Sucher, Nachführungen etc.)

Klar, wollte ich mein Einsteigerteleskop hier von eben auf jetzt wirk-
lich fototauglich machen, kàme eine Neuanschaffung wohl besser. Das ist
finanziell aber nicht drin, also wird eben nach und nach im sinnvollen
Rahmen ausgebaut und jeweils das Beste aus dem Vorhandenen gemacht.
Insbesondere Stacking und die Nachbearbeitung am Rechner holen doch
erstaunlich viel aus den Aufnahmen heraus.

Zunàchst mal kümmere ich mich um den zu langen OAZ. Wenn die Kamera dann
irgendwann richtig sitzt und gute Bilder "naher" Objekte liefert, kann
man über den Tausch der schwachbrüstigen Montierung nachdenken. Vorher
wàre auch eine Motorsteuerung sinnlos usw. Also schön der Reihe nach.

Jetzt warte ich noch auf die Venus (wenn sie denn hoffentlich hoch genug
übers Nachbarhaus hinauskommt), dann gehe ich wieder schlafen ...

Micha

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