Proprietäre Interpretation von ITU-T G992.1

16/09/2007 - 21:03 von Florian Bannasch | Report spam
Hallo,

In dem Artikel <46dfa8c1$0$16113$9b4e6d93@newsspool1.arcor-online.net>
wurde der AVM-Support folgendermaßen zitiert:

"Bei einer Leitungsdàmpfung > 50 dB liegt die Fehlerursache für hàufige
Sync-Verluste definitiv nicht bei der FRITZ!Box. Ein anderes DSL-Geràt
mag dabei sehr wohl stabilere Verbindungen herstellen können, etwa weil
es nach proprietàren Standards und nicht nach dem offenen Standard
ITU-T G992.1 Annex B arbeitet. Das àndert aber nichts daran, dass Ihr
DSL-Anbieter in der Pflicht ist, Ihnen einen Standard-konformen
Anschluss zur Verfügung zu stellen oder sein Angebot zurückzuziehen."

Kann das so stimmen oder ist es nur eine billige Ausrede?

TIA, Florian
 

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#1 Oliver Bartels
16/09/2007 - 21:35 | Warnen spam
On Sun, 16 Sep 2007 21:03:10 +0200, Florian Bannasch
wrote:
"Bei einer Leitungsdàmpfung > 50 dB liegt die Fehlerursache für hàufige
Sync-Verluste definitiv nicht bei der FRITZ!Box. Ein anderes DSL-Geràt
mag dabei sehr wohl stabilere Verbindungen herstellen können, etwa weil
es nach proprietàren Standards und nicht nach dem offenen Standard
ITU-T G992.1 Annex B arbeitet. Das àndert aber nichts daran, dass Ihr
DSL-Anbieter in der Pflicht ist, Ihnen einen Standard-konformen
Anschluss zur Verfügung zu stellen oder sein Angebot zurückzuziehen."



a) Es gibt - Standard hin oder her - sehr wohl Möglichkeiten, dass
ein Modem besser oder schlechter empfàngt.

Der Standard sagt z.B. rein garnichts zur Wandlerauflösung oder
zur tatsàchlichen Realisierung der Reed Solomon Fehler_korrektur_,
Von "gehtnicht" bis "rechenrechnenrechen_pah_doch_korrigiert"
ist da alles drin.

Insofern handelt es sich schon um eine Ausrede, aber:

b) Die stàndigen ADSL Sync-Verluste sind zur Zeit ein Problem
aller Anbieter und resultieren aus dem Verhalten der verwendeten
Modulation gegenüber Störungen durch Übersprechen.
Das genutzte OFDM kann zwar wunderbar mit Reflexionen auf
der Leitung umgehen, verhàlt sich aber relativ ecklig, wenn
bestimmte Störgrößen vorliegen. Verschàrft wird dies durch
Annex B only.

Eine Lösung von Punkt b) bedeutet eine komplette Umstellung
des Übertragungsverfahrens, bei weiterhin lustiger "und noch ein
Billidsch-16000er druff aufs Kabel" und "kommt gar nicht in Frage,
so eine Umstellung, kein Cent dafür, viel zu teuer, muss sein
alles billidsch, weißt du" wird das irgendwann relativ heftig
scheppern. Die menschliche Natur ist aber so, dass sie diesen
Schepperer braucht, vorher kommt keine Einsicht ...

Die Anbieter sàgen an der Ecke zur Zeit massivst am Ast, auf dem
sie sitzen. Technik-Ignoranz für Milliarden ist aber in der Branche
nix Neues, ich sach' nur "Unerwartete Mehreinnahmen zur Tilgung
von Staatschulden".

Ich kann Dir die Info geben, dass wir diese Probleme bei der Schaltung
gewerblich genutzter Anschlüsse zur Zeit am laufenden Band
haben, egal welches Modem, es hilft gewöhnlich nur eine
Umschaltung der TAL und auch die nicht immer. Die Kabelbündel
sind teilweise bezüglich ihrer gesamt - unter Berücksichtigung des
Übersprechens - nutzbaren Kapazitàt bezüglich der gàngigen
Übertragungsverfahren überlastet.

Gruß Oliver

Oliver Bartels + Erding, Germany +
http://www.bartels.de + Phone: +49-8122-9729-0 Fax: -10

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