Qualität Entwicklungsboards

22/10/2014 - 20:38 von Thomas Langhammer | Report spam
Hallo,

immer mehr Hersteller verkaufen (Demo-)Boards auf Basis von einigermaßen
leistungsfàhigen Plattformen, und veröffentlichen auch Schaltplàne, Layouts,
etc.
z.B. Olimex liefert seit Jahren Boards mit allerlei Prozessoren, inzwischen
auch als "Open Source Hardware". Beispiel:
https://www.olimex.com/Products/OLi...e-hardware
Interessanter wird das Ganze, wenn man sich dann mal die Open Source HW
anschaut, z.B. die Layouts:
https://github.com/OLIMEX/OLINUXINO...Xino-MICRO
Wenn man sich die Herstellerangaben bzgl. Routing ansieht, sehen die Layouts
(Eagle, kann man mit der Freeware-Version schön ansehen) schon sehr gewagt
aus, vor allem in Hinblick auf DDR3-RAM:
- Nur 4 Lagen
- Keine durchgehende Masseflàche unter den DDR3-Signalen. Signale z.T. über
GND Splits verlegt
- Entkopplung der DDR3-RAMs recht weit weg von den Bausteinen
- Keinerlei Impedanzkontrolle
- Wenig Masse-Durchkontaktierungen bei den High-Speed-Signalen

Ich hàtte vermutet, daß die Ausbeute an funktionierenden Boards oder die
Stabilitàt angesichts der Mißachtung der gàngigen Layoutrichtlinien eher
gering sein dürfte. Das widerspricht dann aber schon dem Preis der Boards.
Habt ihr da Erfahrungen gemacht, wie kritisch das Layout wirklich ist?

Außerdem werden die Boards auch über Katalogversender in D an Endkunden
vertrieben, haben aber kein CE (und würden es m.E. auch nicht so bekommen).
Ich vermute mal, daß dies möglich ist, weil die Boards als
Entwicklungswerkzeuge verkauft werden. Weiß jemand hier mehr über die
Rahmenbedingungen, unter denen sowas möglich ist?

Meine Erfahrung bisher ist, daß man schon bei nicht allzu großen
Verletzungen der Design Rules der Hersteller bei der EMV gerne mal
durchfàllt und/oder in der Serie instabile Boards/eine geringe Ausbeute
bekommt. Von dem her wundert es mich, daß diese Boards offensichtlich
funktionieren und gut verkauft werden.


Tom
 

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#1 Olaf Kaluza
22/10/2014 - 21:17 | Warnen spam
Thomas Langhammer wrote:

Ich hàtte vermutet, daß die Ausbeute an funktionierenden Boards oder die
Stabilitàt angesichts der Mißachtung der gàngigen Layoutrichtlinien eher
gering sein dürfte. Das widerspricht dann aber schon dem Preis der Boards.
Habt ihr da Erfahrungen gemacht, wie kritisch das Layout wirklich ist?



Diese Boards werden wohl grundsaetzlich funktionieren weil es sonst
diese Firma nicht mehr geben duerfte. Und sie muessen sicherlich kein
EMV oder Klimatest bestehen weil sie einfach auf dem Schreibtisch des
Entwicklers/Programmierers funktionieren muessen bis der erste Protoyp
der eigenen Hardware auf den Tisch steht. Und es ist auch relativ egal
was so ein Board kostet weil ehr nur 2-3Stk gebraucht
werden. Ausserdem bekommt man die Boards von den IC-Herstellern
normalerweise auch geschenkt.

Außerdem werden die Boards auch über Katalogversender in D an Endkunden
vertrieben, haben aber kein CE (und würden es m.E. auch nicht so bekommen).



Das ist auch technisch garnicht moeglich weil ja da noch keine
Stromversorgung, keine Sensoren oder Aktoren drann sind.

Ich vermute mal, daß dies möglich ist, weil die Boards als
Entwicklungswerkzeuge verkauft werden. Weiß jemand hier mehr über die
Rahmenbedingungen, unter denen sowas möglich ist?



Ich weiss das nicht, aber deine Annahme ist vermutlich nicht ganz
falsch da beim Rhaspberry dahingegend ja etwas Aufwand getrieben wurde
und das ist im Prinzip ja auch ein Entwicklerboard. Allerdings speziel
gedacht fuer Endkunden und lauffaehig so wie er ist.


Meine Erfahrung bisher ist, daß man schon bei nicht allzu großen
Verletzungen der Design Rules der Hersteller bei der EMV gerne mal
durchfàllt und/oder in der Serie instabile Boards/eine geringe Ausbeute
bekommt. Von dem her wundert es mich, daß diese Boards offensichtlich
funktionieren und gut verkauft werden.



Sie sind hinreichend gut. :-)

Ausserdem habe ich gelegentlich auch Grund zu der Annahme das meine
ersten Protoypen auch nicht sofort durch die EMV kommen. Deine? .-)

Olaf

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