Radonbelastung

21/07/2008 - 00:34 von Ralf Kusmierz | Report spam
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Moin!

Radon ist wohl ein gesundheitliches Problem:
<http://de.wikipedia.org/wiki/Radon_...usern>,
<http://www.bfs.de/de/ion/radon/einf....html>.

Die gàngige Erklàrung für die erhöhten Radonkonzentrationen in den
Kellern mancher Hàuser ist, daß Radon aus dem uranhaltigen Untergrund
einsickert und sich dort ansammelt. Ich frage mich allerdings, ob das
überhaupt stimmen kann. 222Rn ist relativ kurzlebig (Halbwertszeit
(HWZ) 3,8 d) und muß deswegen stàndig nachgeliefert werden, wenn eine
bestimmte Konzentration aufrechterhalten bleiben soll. In der Natur
entsteht 222Rn als Glied der Uran-Radium-Reihe aus dem Elter-Nuklid
226Ra, das eine HWZ von ca. 1600 a hat, und muß sich demzufolge mit
diesem im radioaktiven Zerfallsgleichgewicht befinden - ein isoliertes
Rn-Vorkommen wàre nach ca. 3 Wochen (mehr als 5 HWZ) praktisch
verschwunden. Merkliche Rn-Konzentrationen können also nur aus
Radium-Vorkommen stammen, von denen her die Migrationszeit höchstens
in der Größenordnung der Rn-HWZ liegt - làngere Transportdauern würden
das Rn zerfallen lassen, bevor es sich in der Umwelt bemerkbar machen
kann.

Nun frage ich mich, ob es überhaupt möglich ist, daß relevante Anteile
des als Umwandlungsprodukts von im Gestein enthaltenen Radium
entstehenden Radons in so kurzen Zeiten aus dem Gestein freigesetzt
werden kann - es müßte dafür ausgesprochen mikroporös sein. Wo also
kommt Rn her?

Ich würde vermuten: Hauptsàchlich aus in Wasser gelösten oder
oberflàchlich adsorbierten Radiumverbindungen, also aus der
unmittelbaren Umgebung der belasteten Gebàude und nicht aus dem
Untergrund. Genauso sollte die Trinkwasserbelastung von ca. 5 kBq mit
Rn nicht aus in der Quelle gelösten Rn-Mengen stammen, denn dieses Rn
müßte wàhrend des Transports des Wassers in den Leitungen ziemlich
schnell abklingen, sondern aus einer gleich hohen im Wasser gelösten
Radium-Aktivitàt, die die Rn-Aktivitàt durch die
Tochternuklidproduktion aufrechterhàlt.

Daß die Rn-Belastung insbesondere in Uranabbaugebieten hoch ist, liegt
also _nicht_ daran, daß das Radon dort aus dem Erdreich aufsteigt,
sondern eher daran, daß dort auch verhàltnismàßig viel Radium im
Wasser gelöst ist und auch die dort gewonnenen Baustoffe mit Radium
kontaminiert sind. Die fraglichen Mengen sind übrigens klein: 1 ml Rn
bei Normalbedingungen hàtte eine Aktivitàt von über 50 TBq - für
gàngige Luftaktivitàten von einigen hundert oder tausend Becquerel
sind also nur winzigste Mengen erforderlich, so daß der
Diffusionswasserstrom und das von ihm mitgeführte Radium die
Konzentrationen durchaus erklàren können. Wo Kalk- oder
Salpeterausblühungen auftreten, sollten also auch entsprechende
Radium- und damit Radonmengen zu finden sein.

Was meinen die Experten?


Gruß aus Bremen
Ralf
R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen:
adressiert Appell asynchron Atmosphàre Autor bißchen Ellipse Emission
gesamt hàltst Immission interessiert korreliert korrigiert Laie
nàmlich offiziell parallel reell Satellit Standard Stegreif voraus
 

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#1 tenner
21/07/2008 - 01:00 | Warnen spam
me # :240/2188.911 meinte am 21.07.08
zum Thema "Radonbelastung":

Die gàngige Erklàrung für die erhöhten Radonkonzentrationen in
den Kellern mancher Hàuser ist, daß Radon aus dem uranhaltigen
Untergrund einsickert und sich dort ansammelt. Ich frage mich
allerdings, ob das überhaupt stimmen kann.



Das ist der Fehler. Er sollte besser jemand fragen, der sich damit
auskennt. Aber wie ging das Motto: Experten? Was wissen die schon


Gruss Gerhard

Origin: Lohnarbeit muß sich lohnen für den, der zahlt.
Nicht Arbeit muß sich da lohnen, sondern arbeiten lassen.

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