Raspberry Pi und Ad-hoc-WLAN

18/02/2014 - 18:04 von Christoph Mehdorn Weber | Report spam
Hallo!

Ich habe bei meinem Raspberry Pi aktuell ein Problem mit der
Einrichtung eines Ad-hoc-WLANs.

Hintergrund: Ich möchte das Ding verwenden, um Videos, Musik,
Bilder etc. am dortigen Fernseher "mobil" wiederzugeben, wenn ich
es zu meinem Vater, Bekannten etc. mitnehmen. Den Pi will ich bei
Bedarf dann über WLAN steuern können. Allerdings will ich dann
nicht jedesmal eine Tastatur bzw. einen anderen Rechner per
kabelgebundenen Netzwerk anschließen, um das jeweilige WLAN
einzurichten. Daher hatte ich die tolle Idee, dort ein Ad-hoc-WLAN
aufzumachen, mit dem man sich mit ggf. vorhandenen Geràten einfach
verbinden kann, um mit dem Pi zu reden.

Konkret handelt es sich um "RASPBERRY ALL IN" von Reichelt, d.h.
einen Pi B mit Edimax-WLAN-Gnutz (Realtek-8192-Chipsatz). Laut
http://elinux.org/RPi_USB_Wi-Fi_Adapters wird der auch recht gut
unterstützt. Er meldet sich beim Anstecken als "wlan0", laut lsmod
wird dafür 8192cu geladen. Kernel ist:

| Linux mediathorn 3.10.28+ #634 PREEMPT Sun Feb 2 15:16:25 GMT 2014 armv6l GNU/Linux

| Weiterhin ist die Firmware auch verfügbar:
| dpkg-query --show firmware-realtek
| firmware-realtek 0.36+wheezy.1

Konfiguriert habe ich es in /etc/network/interfaces so:
| iface adhoc inet6 auto
| metric 10
| wireless-essid Mediathorn
| wireless-mode ad-hoc

Und dann aufgerufen:
| ifdown wlan0; ifup wlan0=adhoc

Das funktioniert allerdings nicht, im "dmesg" sehe ich nur:
| Feb 18 03:23:37 mediathorn kernel: [ 6021.413827] IPv6: ADDRCONF(NETDEV_UP): wlan0: link is not ready


Am Notebook habe ich einen sehr àhnlichen Adapter (sieht
àußerlich identisch aus und es fühlt sich auch das gleiche Modul
zustàndig), MAC-Adresse ist freilich abweichend -- und da
funktioniert obige Konfiguration auf Anhieb. Ich habe auch schon
probehalber die beiden Adapter getauscht und dann funktioniert das
unwillige vom Pi am Notebook und umgekehrt das vom Notebook nicht
am Pi. Details kann ich gerade nicht liefern, da das Notebook
gerade deutlich zu weit weg und nicht eingeschaltet ist, aber im
dmesg sieht man zumindest, daß es der Ad-hoc-Gruppe beitritt.


Probleme zum Ad-hoc-Modus finde ich bei obiger URL nur zu
"Pandigital 802.11g" mit zustàndigem Modul "zd1211rw", was hier
offenbar nicht zutrifft. Der Konfigurationseintrag in
/etc/network/interfaces ist mehr oder weniger direkt aus der
Manpage abgeschrieben und funktioniert offenbar am Notebook.
Testweise habe ich weiterhin einen Konfigurationeintrag mit
wpa_supplicant erstellt, und damit bekomme ich über wlan0 Netz.
Ganz kaputt kann es also auch nicht sein.

Da ich mich mit WLAN aber nicht besonders gut auskenne, bin ich
gerade mit meinem Latein am Ende.

Was mach ich falsch? Kann das jemand reproduzieren? Wie bekomm
ich das zum Laufen?

Oder hat jemand bessere Ideen zur Fernsteuerung? (Eine
vollwertige Tastatur mag ich wirklich ungern mitschleppen,
momentan passen Pi, Netzteil, Maus und diverse notwendige Kabel
in einen 1kg-Joghurteimer. Mit Maus und Bildschirmtastatur mag
ich jedoch keinen PSKs einklicken.)

Christoph

Frueh arbeiten macht nur frueh muede.
 

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#1 Andreas Kohlbach
18/02/2014 - 22:41 | Warnen spam
Christoph 'Mehdorn' Weber wrote on 18. February 2014:

Ich habe bei meinem Raspberry Pi aktuell ein Problem mit der
Einrichtung eines Ad-hoc-WLANs.

Hintergrund: Ich möchte das Ding verwenden, um Videos, Musik,
Bilder etc. am dortigen Fernseher "mobil" wiederzugeben, wenn ich
es zu meinem Vater, Bekannten etc. mitnehmen. Den Pi will ich bei
Bedarf dann über WLAN steuern können. Allerdings will ich dann
nicht jedesmal eine Tastatur bzw. einen anderen Rechner per
kabelgebundenen Netzwerk anschließen, um das jeweilige WLAN
einzurichten. Daher hatte ich die tolle Idee, dort ein Ad-hoc-WLAN
aufzumachen, mit dem man sich mit ggf. vorhandenen Geràten einfach
verbinden kann, um mit dem Pi zu reden.



Ich war hier mit 2 Linux Laptops (der eine hat das Internet vom DSL Modem
an den anderen per WLAN durch gereicht) zu Gange, was eine ziemlich Krücke
war.Bis ich auf die Idee kam, einen davon per hostapd laufen zu
lassen. Das ist dann wie ein Router ("master mode"), und die Gegenstellen
sind dann im "managed mode".

Konkret handelt es sich um "RASPBERRY ALL IN" von Reichelt, d.h.
einen Pi B mit Edimax-WLAN-Gnutz (Realtek-8192-Chipsatz). Laut
http://elinux.org/RPi_USB_Wi-Fi_Adapters wird der auch recht gut
unterstützt. Er meldet sich beim Anstecken als "wlan0", laut lsmod
wird dafür 8192cu geladen. Kernel ist:

| Linux mediathorn 3.10.28+ #634 PREEMPT Sun Feb 2 15:16:25 GMT 2014 armv6l GNU/Linux

| Weiterhin ist die Firmware auch verfügbar:
| dpkg-query --show firmware-realtek
| firmware-realtek 0.36+wheezy.1

Konfiguriert habe ich es in /etc/network/interfaces so:
| iface adhoc inet6 auto
| metric 10
| wireless-essid Mediathorn
| wireless-mode ad-hoc

Und dann aufgerufen:
| ifdown wlan0; ifup wlan0=adhoc

Das funktioniert allerdings nicht, im "dmesg" sehe ich nur:
| Feb 18 03:23:37 mediathorn kernel: [ 6021.413827] IPv6: ADDRCONF(NETDEV_UP): wlan0: link is not ready



Was sagt

/sbin/iwconfig

auf beiden Kisten?

In jedem Fall (hostadp oder auch adhoc) musst du noch IPs
zuweisen. Entweder statisch, und ggf. eine passende Dafault-Route
setzen. Oder einen DHCP-Server auf dem einen (wo hostadp làuft, bei Adhoc
ist es egal, welcher) laufen lassen.
Andreas

Linux - The choice of a GNU generation

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