Re: Eine Stufe

24/09/2008 - 05:16 von Karsten Leonhardt | Report spam
Hallo lieber HJP!

Ich möchte mich zunàchst mal kurz vorstellen.
Ich bin Physik Student und komme nun ins 7. Semester. Mein Interesse
liegt auf der Theoretischen Physik. Zudem bin ich Christ und danke
meinem Herrn Jesus Christus, dass er es mir ermöglicht, Physik zu
studieren und ich Tag für Tag mehr erkennen darf, von seiner wunderbaren
Schöpfung.

Zunàchst einmal möchte ich dir als Glaubensbruder sagen, dass du nicht
in der Liebe Jesu Christi handelst und sprichst, wenn du einen
Mitmenschen, der deine Meinung und Überzeugung nicht teilt, als
"verlogenen, hohlen Schwàtzer" bezeichnest. Ich nehme dazu gleich mal
ein paar Bibelverse, die du selbst auf deiner eigenen Seite benutzt:

"Denn das ganze Gesetz ist in einem Wort erfüllt, in dem: "Du sollst
deinen Nàchsten lieben wie dich selbst." "(Galater 5, 14)

"Offenbar aber sind die Werke des Fleisches; es sind: Unzucht,
Unreinheit, Ausschweifung, Götzendienst, Zauberei, Feindschaften,
Streit, Eifersucht, Zornausbrüche, Selbstsüchteleien, Zwistigkeiten,
Parteiungen, Neidereien, Trinkgelage, Völlereien und dergleichen. Von
diesen sage ich euch im Voraus, so wie ich vorher sagte, dass die, die
so etwas tun, das Reich Gottes nicht erben werden. Die Frucht des
Geistes aber ist: Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte,
Treue, Sanftmut, Enthaltsamkeit." (Galater 5, 19 - 23)

Wende den 2. Textabschnitt auch auf dich selbst an und nicht nur auf
andere Mitmenschen/Glaubensbrüder.

Nun zu deiner ablehnenden Haltung der "modernen Physik"

Das Schwarzkörper-Spektrum
-

Weißt du wodurch die moderne Physik begründet wurde?
Ein prominentes Beispiel über die Unvollstàndigkeit der klassischen
Physik ist das Schwarzkörper Spektrum. Die Intensitàtsverteilung des
Schwarzkörpers konnte nur in niedrigen(Strahlungsgesetz nach
Rayleigh-Jeans) und hohen Frequenzen(Strahlungsgesetz nach Wien) erklàrt
werden. Für mittlere Frequenzen sagte das Strahlungsgesetz nach
Rayleigh-Jeans eine sogenannte Ultraviolett- Katastrophe voraus, dass
bedeutet, die Intensitàt wàre hier explodiert.
Die Messergebnisse sagten jedoch etwas anderes. Max Planck war es der
zunàchst eine empirische Formel für die gesamte spektrale
Intensitàtsverteilung angeben konnte.
Und nun kommt der geniale Ansatz. Planck konnte sogar eine Theorie
entwickeln, aus der dann letztlich seine empirisch aufgestellte Formel
folgt. Er musste dazu fordern, dass die Energie nur in diskreten
Pàckchen abgegeben werden kann.
Warum sollte nun diese neue Erkenntnis, also das Energie nur in
diskreten Mengen aufgenommen und abgegeben werden kann, falsch sein,
wenn doch aus dieser Bedingung die korrekte Formel der spektralen
Intensitàtsverteilung des Schwarzkörpers folgt?



Newton


Newton hat sein 3 Axiome auch nicht anders aufgestellt. Das geniale bei
Newton ist eben die Idealisierung. Ich behaupte, keiner von uns hier
hàtte es geschafft, die Newtonschen Axiome aufzustellen. Es gehört eine
gewaltige Portion Genialitàt dazu, dass man feststellt, das ohne
Luftreibung alle Körper gleichschnell zu Boden fallen. Da wir mit Luft
und somit mit -reibung leben, beobachten wir nàmlich, das Körper mit
verschiedener Masse nichtgleichschnell zu Boden fallen. Erst die
Erkenntnis Newtons führt zu einer konstanten Erdbeschleuinigung.

Planck und Newton
-

Was haben nun beide Forscher gleich getan?
Sie haben eine Annahme, eine Forderung an physikalische Größen gestellt
und konnten mit Hilfe dieser wenigen Annahmen eine neue Physik gründen.


Axiome


Natürlich kann man sich darüber streiten ob diese Axiome/Postulate
richtig oder falsch sind. Fest steht, dass diese Axiome, also die
Newtonschen Axiome, als auch die Axiome der Quantenmechanik bis heute
nicht im Experiment wiederlegt worden sind. Wàre dies geschehen, dann
wàren diese Axiome verworfen wurden. Schließlich befinden wir uns hier
nicht in der Biologie, sondern in der Physik, wo man schon zeitig
gelernt hat, jedwede Theorie so kritisch wie möglich zu behandeln.

Im Übrigen beschàftigen sich auch die Mathematiker mit der Frage über
die Richtigkeit von Axiomen. Nunja Axiome werden im Grunde immer aus der
Erfahrung heraus gesetzt. Ein Axiom kann somit nicht richtig oder falsch
sein. Man kann jedoch zeigen, ob ein Axiomensystem wiederspruchsfrei ist
oder nicht. Wenn das letztere der Fall ist, dann sollte man sich
Gedanken machen^^.
Weiterhin können nun Physiker ihre Axiome durch Experimente überprüfen.
Hier haben wir einen Vorteil gegenüber den Mathematikern, denn bei den
Mathematikern kann es schonmal vorkommen, das sie sich ein Axiom zuviel
setzen^^. Naja selbst die merken es früher oder spàter:).

In meinen bisherigen Ausführungen möchte ich eigtl. nur verdeuten, dass
die moderne Physik die gleiche Herangehensweise hat, wie die klassische
Physik sie damals auch hatte. Es besteht nunmal immer eine Symbiose aus
Theorie und Experiment. Das war vor 200 Jahren so und so ist es auch
heute noch.

Das Standardmodell

Wie ich mitbekommen habe, bist du ja auch kein Freund des
Standardmodells der Elementarteilchen. Ich habe deine Seite, wo du das
Proton betrachtest, mir mal kurz angeschaut und die Seite mit dem
Wecker. Dein größter Kritikpunkt ist ja nun, dass die beim CERN nun
etwas kaputt machen, um daraus dann neues wissen zu schöpfen. Du nimmst
nun an, dass die Rekonstruktion aus den "Einzelteilen", nicht den
gesamten Aufbau des Weckers/Protons klàrt. Wenn du nur diese Information
hast, dann ist dein Einwand gerechtfertigt.
Es ist nun so mit den Modellen in der Physik, das sie zum Teil etwas
neues Voraussagen, dass dann im Experiment überprüft werden muss. Die
relativistische Quantenmechanik sagte so zum Beispiel die Antiteilchen
voraus. Tatsach war hat man diese dann sogar gefunden im Experiment.
Geniale Sache, nicht wahr? Die Quantenmechanik gilt deshalb natürlich
nicht als bewiesen. Aber ich möchte auch nochmal betonen, das nichts in
der Physik beweisbar ist, denn alles sind Theorien, ob klassische
Mechanik oder Quantenmechanik. Die Theorien müssen verworfen werden,
wenn sie durchs Experiment wiederlegt wurden.
Nun Zurück zu dem Bild des Weckers der zerstört wird. Wenn die Physik
nun das Innenleben des Weckers erkunden wollte und wissen wollte wie er
funktioniert, dann würde es wie es dein Bild zeigt ihn natürlich
zerstören und die Einzelteile betrachten. Wenn du das aber mit dem
Standardmodell der Elementarteilchen vergleichst, so gàbe es nun bereits
schon eine Theorie über das Innenleben des Weckers, die gewisse
Einzelteile voraussagt. Wenn nun bei der Zerstörung des Weckers nun
wirklich diese Einzelteile gefunden werden, so wird man diese Theorie
natürlich nicht verwerfen. Um die Theorie zu verwerfen oder ihre
Beschrànktheit aufzuzeigen, müsse man ein Experiment finden, dass ein
anderes Ergebnis liefert als die Theorie dazu. Was ist nun mit dem
Standardmodell?
Wird das Higgs-Boson im Cern gefunden, dann sind alle Teilchen, die das
Standardmodell postuliert, gefunden. Die Theorie würde sich dadurch
natürlich bestàtigen.

Über die Grenzen der Wissenschaft und die Rechtfertigung des Glaubens

Alle Theorien, zu mindestens in der Physik ist es so, haben garnicht die
Absicht die Wirklichkeit zu sein. Sie können immer nur Abbilder der
Wirklichkeit sein. Deshalb haben Theorien auch meistens einen gewissen
Wirkungsbereich. Jede Theorie bringt etwas Licht ins Dunkel an einer
gewissen Stelle. Und dort wo es hinleuchtet erkennen wir bestimmte
Prinzipien usw. Natürlich ist die Wirklichkeit an sich viel zu komplex
für den Menschen. Ich stell mir unsere Theorien immer als so ne
Taylor-Reihenentwicklung 1. Stufe an die Wirklichkeit vor. Aber an der
Stelle, wo die Theorie an die Wirklichkeit "approximiert" wurde, erfüllt
sie ihre Aufgabe ganz gut. Warum kann ich das sagen? Weil wir sehen, das
wir mit diesen Theorien in unserem Leben arbeiten können. Ohne
Quantentheorie keine Computer, ohne Newtonschen Axiome kein
Maschinenbau, kein Fahrrad, etc. ...
Schon alleine aus diesen Gründen sollte man sich hüten, die Theorien
vollkommen abzulehnen.

Aber aus der Erkenntnis heraus, dass Wissenschaft und jegliche Theorie
begrenzt ist, ergibt sich auch die Rechtfertigung, dass es einen
Schöpfer gibt, der uns gemacht hat. Im Grunde zeugt schon die Tatsache
davon, dass der Mensch sich nicht selbst geschaffen hat davon, dass es
jemanden gibt, der ihn geschaffen hat. Weiterhin können wir den
Allmàchtigen in seiner Schöpfung erkennen, so wie es geschrieben steht:

"Denn was man von Gott erkennen kann, ist unter ihnen offenbar; denn
Gott hat es ihnen offenbart. Denn Gottes unsichtbares Wesen, das ist
seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit der Schöpfung der Welt ersehen
aus seinen Werken, wenn man sie wahrnimmt, sodass sie keine
Entschuldigung haben. Denn obwohl sie von Gott wussten, haben sie ihn
nicht als Gott gepriesen noch ihm gedankt, sondern sind dem Nichtigen
verfallen in ihren Gedanken, und ihr unverstàndiges Herz ist
verfinstert. Da sie sich für Weise hielten, sind sie zu Narren geworden
und haben die Herrlichkeit des unvergànglichen Gottes vertauscht mit
einem Bild gleich dem eines vergànglichen Menschen und der Vögel und der
vierfüßigen und der kriechenden Tiere. Darum hat Gott sie in den
Begierden ihrer Herzen dahingegeben in die Unreinheit, sodass ihre
Leiber durch sie selbst geschàndet werden, sie die Gottes Wahrheit in
Lüge verkehrt und das Geschöpf verehrt und ihm gedient haben statt dem
Schöpfer, der gelobt ist in Ewigkeit. Amen." (Römer 1, 19 - 25)

Aus dieser Textstelle wird meiner Meinung nach auch klar, das Gott nicht
etwas gegen Wissenschaft hat, sondern gegen Wissenschaftler, die denken,
sie wàren Gott selbst und ihm deswegen keine Ehre mehr geben. Weiterhin
finde ich hier auch sehr interessant, dass diese Leute, die sich für
Weise hielten, Gott eingetauscht haben gegen irgendwas aus der
Schöpfung. Heutzutage ist das ja im Esoterik sehr verbreitet, wo Sterne
als Götter aufgefasst werden, oder Karten. Im Neuheidentum finden wir
die Natur als Gottheit wieder, oder alte Germanengötter. Ist schon
genial welches geniale Bild uns die Bibel liefert für die Gesellschaft
von heute.

Wie kam ich zum Glauben?
Jesus hat mich angesprochen, indem er durch meine eigenen Gedanken und
Emotionen sprach. Er zeigte mir meine Schuld in meinem Leben auf.
Dennoch überkam mir gleichzeitig die Gedanken, dass er mich annimmt und
mich lieb hat, egal was ich getan habe. Ich wusste ab diesen Moment,
dass ich die Wahrheit und das Leben gefunden habe.
Woher weiß ich das es Jesus war?
In keiner anderen Religion gibt es Glaubensaussagen, die das decken, was
ich an jenem Tag erlebt habe.

Ich wünsche dir Gottes Segen HJP!

MfG
Karsten
non enim erubesco evangelium virtus enim Dei est in salutem omni
credenti Iudaeo primum et Graeco. (Römer 1,16)
 

Lesen sie die antworten

#1 Ralf Kusmierz
24/09/2008 - 14:16 | Warnen spam
X-No-Archive: Yes

begin quoting, Karsten Leonhardt schrieb:

Ich bin Physik Student



Was ist das?


Gruß aus Bremen
Ralf
R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen:
adressiert Appell asynchron Atmosphàre Autor bißchen Ellipse Emission
gesamt hàltst Immission interessiert korreliert korrigiert Laie
nàmlich offiziell parallel reell Satellit Standard Stegreif voraus

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