Re: Gewaehrleistungsdauer für Zubehoer

10/11/2007 - 14:38 von Rüdiger Klenner | Report spam


"Joerg" schrieb:


Oder man muss es machen wie Rolls Royce und auf solche unsinnigen
Gesetze was husten. Hatte mir jemand erzaehlt...






Rolls Royce war sowieso was ganz besonderes, z.B. was ein Getriebe
anging dass sie damals in einer oberschwàbischen Getriebefabrik (im
übrigen die grösste Getriebeschmiede Europas) fertigen liessen,
selbstverstàndlich 'on demand' und daher handgeschnitzt.

Ich hab' die Geschichte von einem, der damals direkt beteidigt war,
jetzt natürlich schon seit Jahrzehnten Rentner. Und ebenso ganz
nebenbei erzàhlt: Derjenige hatte auch Getriebe für Formel I Flitzer
mit-gemacht als Zahnràdchen in der Firma und zeigte mir mal ein
einzelnes Lorbeerblatt dass er von Jim Clark in die Hand gedrückt
bekommen hatte, damals, nachdem dieser (zum zweiten Mal) Weltmeister
geworden war.

Jim hatte seinen Siegerkranz zerpflückt und bis zum letzten beteidigten
Facharbeiter persönlich verteilt, was ja eine durchaus bemerkenswerte
Geste ist, finde ich! Würde heute vermutlich keiner mehr machen;
heutzutage ist sich jeder sein eigener Held hab' ich manchmal den
Eindruck...

Oder bei denen, die nicht nur Hollywood im Kopf haben, etwa doch
nicht?


Weg von den Rennautos und zurück zur Rolls-Royce-Anforderung: "Man muss
im Betrieb des Fahrzeugs die Uhr im Armaturenbrett ticken hören können"!

Das mit der Uhr war so ziemlich das Wichtigste neben der Anforderung,
dass das Getriebe selbstverstàndlich arbeiten sollte bis die Sonne
erlischt oder so àhnlich...

Leider, leider... war da immer noch so ein gewisses mahlendes
Geràusch... Folge: die Zahnflanken mussten hochglanzpoliert werden,
anders ging nicht! Aberaber... riefen die Herren Ingenieure... "nix
aber" war die Antwort! Die Uhr muss man ticken hören ohne mahlendes
Hintergrundgeràusch und basta!

(Ich vermute, dass der Hersteller der Radwàlzlager auch seine Freude
mit diesem Kunden hatte :)

Also Zahnflanken hochglanzpoliert; leider ist für genannte zweite
Anforderung aber eine Mindestgrösse der verbleibenden Öltaschen via
Oberflàchenrauhigkeit zwingend vonnöten; die Sache mit der
nichtaushebelbaren Physik schlug also hier wieder mal so richtig zu.

Kopfkratzen half nix mehr; wie man es drehte und wendete, hier war
sozusagen auch metallurgisch und schmiertechnisch das berühmte
"Ende der Fahnenstange" erreicht.
(Jörg fehlte, er hàtte vermutlich gusseiserne Zahnràder vor-
geschlagen die wegen dieser Lamellen- und Kugelgraphitsache Selbst-
schmiereigenschaften haben *gg*:)

Na, nach langem Hin-und-Her "durften" dann doch Öltaschen sein. Ein
Wunder war geschehen! Und natürlich folgte eine Austausch- und
nachtràgliche Aufrauh-aktion der Zahnflanken, glücklicherweise nicht
zu Lasten genannter Firma denn die hatten ja rechtzeitig
gewarnt...puuuh.
Man überlege sich, was es für eine *oberschwàbische* Firma bedeutet
hàtte, auf eigene Kosten nachzubessern *g*

P.S.: Jim Clark war übrigens Schotte. Ob Gei^^hupps Sinn für Sparsamkeit
und Sinn für Gerechtigkeit oder Ausgewogenheit oder wie man sagen soll
irgendwie zusammenhàngen?

So manch' "seriöser Geschàftsmann" unserer Tage ist ja diesbezüglich
leider etwas "unbalanced"; vermutlich durch Lektüre neoliberaler
Schundliteratur verdorben.
 

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#1 Ralph A. Schmid, dk5ras
10/11/2007 - 16:28 | Warnen spam
"Rüdiger Klenner" wrote:

Rolls Royce war sowieso was ganz besonderes, z.B. was ein Getriebe
anging dass sie damals in einer oberschwàbischen Getriebefabrik



Ist das GETRAG?



Ralph.

http://www.dk5ras.de/

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