Re: Staedtebautheorien und reales Stadtwachstum (Infrastruktur: Strom, Verkehr, usw.)

22/01/2012 - 19:01 von Christoph Müller | Report spam
Am 22.01.2012 16:05, schrieb Karl-Ludwig Diehl:



Irgendwie habe ich den Eindruck, dass du das Wesen der fahrerlosen Autos
noch nicht ganz verdaut hast. Auf abgesperrtem Gelànde sind sie seit
langem Realitàt.



Warum soll man den Sinn des fahrerlosen Autos
nicht erfassen koennen?



Klar kann man das.



Das Komplizierte an fahrerlosen Autos ist, dass sie im
NORMALEN STRASSENVERKEHR fahren sollen!



Eben.


DAS treibt den
Entwicklungsaufwand enorm in die Höhe.



Nicht nur das. Es fuehrt auch dazu, dass der Ein-
satz verschoben wird.



Seit 30 bis 40 Jahren. Aber immer mehr Komponenten aus diesem Projekt
sind bereits in Serie gegengen. ABS, ESR, elektronisches Gaspedal,
automatisches Einparken, automatisches Staufahren, Abstandsmesser,
Spurassistenzen, Precrash-Sensoren usw. Das spült schon jetzt
Entwicklungskostenerstattung in die Kassen.



Aber er WIRD BETRIEBEN!



Ja. Versuchsstrecken dort, einzelne Aktionen da.



Siehe vorigen Absatz. Das làuft làngst auf unseren Straßen. Nicht nur
auf Versuchsstrecken. Die Entwicklungskosten werden mit diesen
Komponenten bereits wieder eingespielt. Das fahrerlose Auto kommt ganz
einfach im Rahmen der logischen Weiterentwicklung dieser Fahrzeuge.



Deshalb ist auch mit Erfolgen zu rechnen.



Sicher. Aber ich wette, dass man zuvor Mautstrecken
einrichtet, die man durch eine Schleuse befahren muss,
um automatisch gesteuert fahren zu duerfen. Der Fahr-
weg ist dann hochkontrolliert, und das kostet Gebuehr.



Glaubensfrage. Ich glaube das nicht. Ich denke eher, dass die
Fahrerassistenzsysteme immer besser werden und die Versicherungen
irgendwann mal aufmucken und zu dem Schluss kommen, dass es besser wàre,
wenn die Leute die Finger vom Lenkrad lassen. Denn dann dann wàren die
Schadenssummen kleiner und es gàbe weniger Tote und Verletzte.



Diese Fahrzeuge werden NICHT auf
Sonderstrecken angewiesen sein.



Das entscheidet die Mehrheit der Bevoelkerung ueber
ihre politischen Arbeitszirkel und die Parlamentarier.
Allzu einfach wird eine Umstellung nicht sein koennen.



Die Umstellung wird man gar nicht richtig bemerken. Natürlich wird es
öffentliche Debatten geben. Aber ich wüsste nicht, woher da
übermàchtiger Widerstand kommen sollte.



Das wird so manchem öffentlichen
Verkehrsmittel der gewohnten Art den Garaus machen. Allen voran der
Bahn. Aber auch vielen Linienbussen.



Daran ist aber die Oeffentlichkeit nicht interessiert.



Unter den gegenwàrtigen Bedingungen. Aber genau diese Bedingungen werden
sich ja àndern. Und zwar ganz massiv. Diese Änderungen kommen auf leisen
Pfoten daher, wie die Katze, die sich an die Beute heran schleicht. Die
Wirkung tritt dann ziemlich schlagartig und effektiv ein. Im Moment
wiegen sich die Opfer noch in Sicherheit.


Wir hatten das bereits diskutiert. Ich kann mir das
vorstellen, sehe aber den realen Veraenderungs-
vorgang nicht, der das bewirkt.



Den habe ich dir im Zusammenhang mit den Versicherungen eben beschrieben.


Andererseits sehe
ich getrennte Fahrstrecken fuer AGV's als wesent-
lich leichteren Verwirklichungsweg an. Da fuehlt sich
die Oeffentlichkeit sicher, dass nicht so viel schief-
laeuft und ihre angestammten Verkehrsmittel wei-
terbetrieben werden koennen.



X-By-Wire meint, dass die Aktoren der Fahrzeuge über Draht bedient
werden. Das letzte Teil ist die Lenkung. Steht kurz vor dem
Serieneinsatz. Vielleicht ist er auch schon Realitàt. Gibt es aus diesem
Grund für diese Fahrzeuge nun eigene Verkehrswege? Davon ist mir
überhaupt nichts bekannt. Nicht mal im Ansatz. Sobald diese Komponenten
elektronisch angesprochen werden, können sie auch von einem Computer
bedient werden. Autos sind mittlerweile làngst fahrende Computer mit
vielen Aktoren und Sensoren. Noch hapert es an der Koordination zwischen
Sensoren und Aktoren. Aber der Rest ist allmàhlich wirklich in Serie.



Dann braucht man keine weiteren Systeme mehr
aufzubauen, die auch noch sehr viel Geld kosten.



Man muss das immer so sehen: Was man wo wie
erreichen kann, muss erarbeitet sein. Es kann ein-
zelne Staedte geben, die bereit sind, I.-AGV's in
bestimmten Gebieten ihrer Stadt zuzulassen.



Würde mich wundern, wenn dieser Fahrzeugtyp stadtteilweise zugelassen
oder verboten werden würde. Diese Fahrzeugen kriegen entweder gar keine
Zulassung. Dann haben wir den heutigen Zustand. Oder sie bekommen eine
Zulassung. Dann fahren sie überall ohne Einschrànkungen.




Vielleicht muss man mit seinem umgeruesteten
PKW durch Umstellungsschleusen fahren wie bei
den Mautstationen, wodurch dann sichergestellt
ist, dass auf diesen Wegen automatisch gesteuert
gefahren wird.



Genau das ist eben NICHT zu erwarten.



Die Realitaet kenne ich nicht. Ich sehe aber anderer-
seits, was menschliche Willkuer bewirkt, alltaeglich
im chaotischen Strassenverkehr von NYC. Das sagt
mir, wer durch so eine Schleuse faehrt, muss 1. ein
I.-AGV fahren, und 2. wird ihm bei Durchfahren der
Schleuse die individuelle Steuerung automatisch
weggenommen und der Wagen faehrt ausschliesslich
bis zur Ausfahrtsschleuse als AGV. Danach kann
dann nur noch selbst gesteuert gefahren werden.



Das wàre eine unnötig gefàhrliche Betriebsweise. Beim Einfahren ging's
ja noch. Bei der Ausfahrt muss man damit rechnen, dass die Leute
betrunken und eingeschlafen sind und deshalb die Ausfahrt verstopfen,
was einen entsprechenden Rückstau zur Folge hat.


Da-
durch ist ein chaotischer Prozess des An- und Ab-
stellens der automatischen Steuerung durch den
Fahrer verhindert. So koennte bei Einfahrt in ein
Stadtgebiet, oder bei Ausfahrt auf das Land aus der
Stadt hinaus, jeweils die automatische Steuerung
erzwungen sein, wenn man Schleusen durchfaehrt.



Halte ich für sinnlose administrative Maßnahmen.






http://g.co/maps/s5q76


Das soll Vorbild für dichte Bebauung sein? Ich bekàme in so einer > Gegend
vermutlich Depressionen.


Ein Vorbild ist das nicht, sondern eben die Reali-
taet in einer Epoche, als gewinnorientierte Speku-
lanten bestimmte Grundstuecksflaechen optimal
fuer ihre Interessen ausrichteten.


Also eine Form der Machtdemonstration.



Man kann dafuer viele Worte einsetzen. Als so ge-
baut wurde, waren die Verhaeltnisse in den Slums
der Migranten in NYC erbaermlich:

http://www.google.de/search?q=Jacob...amp;pr> md=imvnsob&tbm=isch&tbo=u&source=univ&sa=X&ei=RiEcT4qXO8as0AG8y> fnaCw&ved=0CEQQsAQ&biw=1024&bih=625



400. That’s an error.

Your client has issued a malformed or illegal request. That’s all we know.



Eigentlich müssten es 0% sein. Denn solche Wohnsilos sollten doch
eigentlich alles Nötige fußlàufig erreichbar haben.



Du verwechselst die Staedtebautheorie und ihre Ziel-
setzungen mit dem, was existiert.



Glaube ich jetzt eher weniger. Ich habe nur versucht, den Gedanken der
fußlàufigen Erreichbarkeit konsequent zu Ende zu denken. Dann fàllt am
Ehesten auf, dass sich das mit der Realitàt nicht deckt. Die Realitàt
sollte jedoch unsere Richtschnur sein. Und da gilt: "Nichts ist so
praktisch, wie eine gute Theorie." Deshalb muss man sich in die Leute
hinein versetzen können, wenn man was mit ihnen planen will.


Das ist wie beim
I.-AGV: man entwickelte eine Verkehrsplanungstheo-
rie und Durchsetzungsziele, hat aber andererseits
immer das vor sich, was gerade als Realitaet existiert.



Wenn's denn so wàre. Deshalb habe ich das Beispiel der anschleichenden
Raubkatze gebracht. Sie ist Realitàt. Aber jeder ignoriert sie, weil sie
nicht làrmt und tobt. Alle wiegen sich in unbekümmerter Sicherheit. Das
macht es der Katze leicht, die Beute zu erwischen.

Servus
Christoph Müller
http://www.astrail.de
 

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#1 Rolf Bombach
22/01/2012 - 21:23 | Warnen spam
Christoph Müller schrieb:

Glaubensfrage. Ich glaube das nicht. Ich denke eher, dass die Fahrerassistenzsysteme immer besser werden und die Versicherungen irgendwann mal aufmucken und zu
dem Schluss kommen, dass es besser wàre, wenn die Leute die Finger vom Lenkrad lassen. Denn dann dann wàren die Schadenssummen kleiner und es gàbe weniger Tote
und Verletzte.



Na, dann versuch mal den Jungs unter 25 ein Fahrzeug zu verkaufen, mit
welchem man die Verkehrsregeln nicht überschreiten kann oder auch sonst
nicht riskant fahren kann. Da kommst du deinem Traum des fahrerlosen
Autos schneller nah als du dachtest.

mfg Rolf Bombach

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