Redundante Fehlerquoten

11/12/2009 - 14:41 von Norbert Pürringer | Report spam
Hallo Leute,

ich beschàftige mich zur Zeit mit dem Thema Bestimmung der Fehlerquote
bei manueller Dateneingabe. Ich würde nur wissen, ob ich irgendwo
einen Denkfehler habe.

Ich gehe von einer bestimmten Fehlerquote eines Datenoperators aus.
Z.B. betràgt die Fehlerquote eines Operators 1:100, d.h. in 1 zu 100
Fàllen macht er eine Fehleingabe.

Mir geht es nun darum, die Fehlerquote stark zu verbessern, indem die
Dateneingabe wiederholt wird. Die Redundanz führt zu einer besseren
Fehlerquote.

Zwei Redundanzmöglichkeiten gibt es:
-) es gibt mehrere unabhàngige Operatoren, die die gleiche Eingabe
machen,
-) es gibt einen Operator, der mehmals die gleiche Eingabe macht

Wenn nun 2 unabhàngige Operatoren eine Eingabe machen, müsste doch die
Fehlerquote des einen Operators mit der Fehlerquote des 2.
multipliziert werden, oder?
Beispiel: Operator 1 hat Quote von 1:100, Operator 2 von 1:200
Die Gesamtfehlerquote ist 5x10^-5

Im 2. Falle könnte man meinen, dass man die Fehlerquote des einzigen
Operators mit sich selbst multiplizieren muss. Ich bin der Meinung,
dass das nicht zu einem realen Ergebnis führt. Ich unterstelle diesem
Operator eine bestimmte Fehlersystematik, die zu einer Abhàngigkeit
der einzelnen Quoten miteinander führt. Die Quoten korrelieren
miteinander. Stimmt diese Ansicht von mir? Wenn ja, gibt es eine
Chance, diese Korrelation in eine Formel zu packen?

Würde mich über jede Antwort freuen.

Danke und Grüße,
Norbert
 

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#1 Klaus Stein
11/12/2009 - 15:41 | Warnen spam
Norbert Pürringer wrote:

Ich gehe von einer bestimmten Fehlerquote eines Datenoperators aus.
Z.B. betràgt die Fehlerquote eines Operators 1:100, d.h. in 1 zu 100
Fàllen macht er eine Fehleingabe.



Fraglich, ob so ein Durchschnittswert statthaft ist. Die Fehlerquote kann
stark von der Art der Daten abhàngen und so auch innerhalb des Datensatzes
stark schwanken (ganz abgesehen von Effekten wie Ermüdung über die Zeit etc).

Wenn nun 2 unabhàngige Operatoren eine Eingabe machen, müsste doch die
Fehlerquote des einen Operators mit der Fehlerquote des 2.
multipliziert werden, oder?
Beispiel: Operator 1 hat Quote von 1:100, Operator 2 von 1:200
Die Gesamtfehlerquote ist 5x10^-5



Nein, da die Fehlerwahrscheinlichkeit wie oben erwàhnt von den Daten
abhàngen kann, d.h. die Wahrscheinlichkeit, daß beide Operatoren an der
selben Stelle einen Fehler machen ist höher.
Extrembeispiel: 10000 mal die Zahl 0 und dann die Ziffernfolge
5628795672384056432789563472895643298756457982346593847563478956234879

Die Wahrscheinlichkeit, daß in den ersten 9950 Zeichen ein Fehler ist, ist
für beide sehr gering, die Wahrscheinlichkeit, daß sie ein paar 0 zu viel
oder zu wenig haben, relativ hoch, und die Wahrscheinlichkeit in den
Endziffen einen Fehler zu haben irgendwo dazwischen. Natürlich schwanken die
Eingabedaten normalerweise nicht so extrem, aber die Effekte wird es geben.

Wenn die Eingabedaten darüberhinaus eine für den Menschen verstehbare
Semantik haben, können diese Effekte noch viel stàrker werden.

Ein Beispiel ist hier das fehlerfreie Schreiben von Texten. Die
Wahrscheinlichkeit für bestimmte Rechtschreib- und Tippfehler ist sicher
nicht konstant, d.h. beide werden mit erhöhter Wahrscheinlichkeit an den
gleichen Stellen Fehler machen.

Im 2. Falle könnte man meinen, dass man die Fehlerquote des einzigen
Operators mit sich selbst multiplizieren muss. Ich bin der Meinung,
dass das nicht zu einem realen Ergebnis führt. Ich unterstelle diesem
Operator eine bestimmte Fehlersystematik, die zu einer Abhàngigkeit
der einzelnen Quoten miteinander führt. Die Quoten korrelieren
miteinander. Stimmt diese Ansicht von mir? Wenn ja, gibt es eine
Chance, diese Korrelation in eine Formel zu packen?



Siehe oben.

Für eine Formel müßte man viel über die Art der Daten sowie die àußeren
Umstànde wissen.

Klaus

http://lapiz.istik.de/

The Answer is 42. And I am the Answer. Now I am looking for the Question.

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