Regelleistung im Stromnetz

28/01/2011 - 21:29 von Martin Kobil | Report spam
Hallo,

meines Wissens sind in Deutschland die 4 Übertragsnetzbetreiber für
die Bereitstellung der Regelenergie zustàndig. Da es mittlerweile wohl
eine gewisse Trennung von Stromnetz und Stromerzeugung gibt, müssen
diese 4 Netzbetreiber diese Regelleistung von den Stromerzeugern
einkaufen http://www.regelleistung.net .

Wie ist jetzt ein kleinerer Netzbetreiber (Stadtwerk) an so ein
Übertragsgungsnetz angeschlossen? Hàngen die grundsàtzlich mit ihren
Mittelspannungsnetzen (Hochspannungsnetzen???) direkt (über Trafo
natürlich) an so einem Übertragungsnetz?

Muss jetzt so ein kleinerer Netzbetreiber in seinem Mittelspannungs-
und Ortsnetzen nicht selbst dafür sorgen, dass Stromangebot und
Stromverbrauch sich die Waage halten?

Wieso werden bei Stromerzeugungsanlagen nach dem EEG, bei welchen sich
die Leistung in gewissen Grenzen anpassen lassen würden (BHKW von
Fernwàrmenetzen, Biogasanlagen, ...) nicht für die Bereitstellung von
solcher Regelleistung herangezogen? Zu unbedeutend?

Hier gibt es ja einige Stromnetz-Insider. Vielleicht könntet ihr mal
etwas Licht in den techischen und organisatorischen Netzbetrieb
bringen?


Martin
 

Lesen sie die antworten

#1 Joerg Bradel
28/01/2011 - 23:57 | Warnen spam
Martin Kobil schrieb:

meines Wissens sind in Deutschland die 4 Übertragsnetzbetreiber
für die Bereitstellung der Regelenergie zustàndig.



Die ÜNB sind für den _Einsatz_ der Regelenergie zustàndig,
bereitstellen kann sie jeder.

Da es mittlerweile wohl eine gewisse Trennung von
Stromnetz und Stromerzeugung gibt, müssen diese
4 Netzbetreiber diese Regelleistung von den Stromerzeugern
einkaufen



Von den Anbietern der Regelleistung.

Wie ist jetzt ein kleinerer Netzbetreiber (Stadtwerk) an so ein
Übertragsgungsnetz angeschlossen? Hàngen die grundsàtzlich mit
ihren Mittelspannungsnetzen (Hochspannungsnetzen???) direkt
(über Trafo natürlich) an so einem Übertragungsnetz?



Wir fahren _ein_ synchrones Netzgebiet in Kontinentaleuropa.
Von der 380KV bis runter zu letzten Steckdose
(naja, ein oder zwei Mittelmeerinselchen ausgenommen).

Muss jetzt so ein kleinerer Netzbetreiber in seinem
Mittelspannungs- und Ortsnetzen nicht selbst dafür sorgen, dass
Stromangebot und Stromverbrauch sich die Waage halten?



Nein, für den Einsatz (nicht die Bereitstellung) der
Regelenergie ist ausschließlich der ÜNB verantwortlich.
Wenn bei ca. 900 Netzbetreibern in D jeder seinen eigenen
Regler betreiben würde, gàbe das ein heilloses Chaos, von
den Kosten ganz abgesehen.

Wieso werden bei Stromerzeugungsanlagen nach dem EEG, bei
welchen sich die Leistung in gewissen Grenzen anpassen lassen
würden (BHKW von Fernwàrmenetzen, Biogasanlagen, ...) nicht für
die Bereitstellung von solcher Regelleistung herangezogen? Zu
unbedeutend?



Die Betreiber derartiger Anlagen möchten so schnell wie möglich
Gewinn machen. Dummerweise laufen diese Anlagen naturgemàß nicht
8760h Vollast. Da würde sich Anbieten von Regelenergie rechnen.

Die gesetzliche Einspeisevergütung kann man übers Jahr mit
Prognosen gut planen.
Geht man mit den gleichen Prognosen direkt an den
Regelenergiemarkt, _kann_ das gut gehen oder im Desaster enden.

Im Fall von BHKW oder Biogas...die Dinger sind schlicht zu klein,
um einen Effekt zu erzielen.

VG
Jörg
Signatur entlaufen...

Ähnliche fragen