Reizthema E-Herd

15/01/2009 - 21:40 von Rolf_Bombach | Report spam
Hallo NG

Nachdem die Zeit der Freude langsam von dannen schleicht,
kann ich es ja schildern:

Pünktlich einen Tag nach Weihnachten ging bei meinen Eltern
der Herd "kaputt". Nach Rückfrage: Keine Platte wird mehr
warm, die Kontrollleuchten gehen allerdings. Der Herd kommt
aus den 60ern, da waren "leuchtende Griffe" der letzte
Schrei, je eine dieser unsàglichen "7-10W 220-260V"
Trübfunzeln hinter jedem Drehgriff in rot.

Zur Vorgeschichte gehört noch, dass die Platten so nach
35 Jahren eine nach der andern abnippelten; sie wurden
daher vor etwa 2 Jahren ausgetauscht.

Freundlicherweise wurde zuerst ein Elektriker kontaktiert
und nicht gleich ich. Dabei konnten wir jetzt viel lernen.

1) Gefühlte fünf dieser 24/7-wir-kommen-auch-bei-Sintflut-
Karfreitag-Nachts-Dauernotdienste konnten "frühestens
im Januar" kommen, und damit war KW2 gemeint.

Einer kam doch durch ;-). Von dem lernten wir:

2) Geht die Platte nicht, ist sie defekt, nicht etwa
kaputt. Kein Wunder bei diesem alten Herd. Ich bestell
gleich mal eine neue.
What? Ist jetzt der Herd kaputt oder die Platte oder was?

3) Gehen plötzlich alle vier Platten nicht mehr, sind
vier Platten defekt. Ich bestell gleich mal vier neue

4) Aha, Sicherung war mal defekt und wurde ausgewechselt.
Wir lernen: Der Herd kann gar nicht funktionieren, wenn
die falsche Sicherung eingesetzt wird. Die Dickenkodierung
bei den Schraubsicherungen ist ja abwàrtskompatibel. Wenn
also nur eine 10A eingesetzt wird statt wie vorgeschrieben
eine 15A, dann kann der Herd gar nicht gehen, da er dann
zuwenig Strom kriegt. Auch wenn dabei die Sicherung nicht
durchbrennt.

5) Eine durchgebrannte Sicherung erkennt man daran, dass
hinten das farbige Plàttchen "weg" ist. Ist es noch durchs
Schauglas sichtbar, ist die Sicherung noch OK. Leider sind
meine Eltern keine Trekkies, eine fundierte Diskussion über
transdimensionale Verschiebungen durch Raum-zeit-Diskontinuitàten
war daher nicht möglich.

Kurzum, er wollte nur noch einen neuen Herd komplett
verkaufen, oder zumindest vier neue Platten.

Es kam wie es kommen musste, ich musste ran ;-).

- Die angeblich ganze Sicherung war defekt, das Anzeigedràhtchen
ist halt etwas im Sand steckengeblieben, sodass das Anzeige-
tellerchen eben nicht weggeflogen ist.

- Im Herd bei den Schaltern Anzeichen von L2-PE-Überschlàgen.
Kommen offensichtlich von herabrieselnden Rostflocken. Aus
den bald 50 jàhrigen Blechen, mit denen die neuen Platten
befestigt werden...

- Alle Heizer sind für 400V, daher 2 Sicherungen. N wird nur
für, tataaa, die Kontrollleuchten gebraucht.

Ich hab mal alles sauber rausgeputzt und eine thermisch stabile
Abdeckung über die Schalter angebracht. Neue Sicherung rein; bis
heute funzt alles wie es sollte.


mfg Rolf Bombach
 

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#1 Horst-D.Winzler
16/01/2009 - 06:31 | Warnen spam
Thorsten Klein schrieb:
Rolf_Bombach schrieb:
5) Eine durchgebrannte Sicherung erkennt man daran, dass
hinten das farbige Plàttchen "weg" ist.



Der Kennmelder.

- Alle Heizer sind für 400V, daher 2 Sicherungen. N wird nur
für, tataaa, die Kontrollleuchten gebraucht.



Und was passiert bei unsymmetischer Belastung? Ein E-Herd ist nur selten
eine symmetrische Last (z.B. wenn alle 4 Herdplatten und der Ofen auf
max. Leistung eingestellt sind).
Dann gibts eine Sternpunktverschiebung und die ist hàsslich.



Siehe Zickzackschaltung.

mfg hdw

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