Relativer "Stromfresser" Nforce 400 Chispsatz?

03/06/2010 - 18:15 von Stefan Rodrian | Report spam
Hallo Experten,

ich habe hier ein ASUS A7N8X-X Mainboard (Sockel A) mit Nvidia nForce2
400 Chipsatz, 2 GB DDR Ram, dazu eine ATI Radeon 9200 SE Grafikkarte,
eine Adaptec 2940 UW SCSI Karte und eine IBM 9 GB SCSI Festplatte.

Früher hatte ich einen AMD Sempron 2800+ (2000 Mhz), dabei hat das
beschriebene System bei ruhendem Desktop ca. 120-130 Watt aufgenommen.

Weil mir das zu hoch war haben ich vor einem Jahr einen AMD Athlon-M mit
1400 Mhz (Geode NX genannte) eingesteckt, ein "Sparprozessor mit
geringerer Kernspannung.

Mit diesem Prozessor ist die Leistungsaufnahme auf ca. 80-90 Watt gesunken.

Wenn ich die Daten aktueller Rechner (vor allem solche mit Core I3)
vergleiche dann ist mein Ding ein Stromverschwender.

Was in diesem System ist dafür am meisten verantwortlich?

Ich habe den nForce Chipsatz in Verdacht dessen großer Kühlkörper recht
warm ist, so dass man ohne Umstieg auf ein anderes Mainboard hier nicht
mehr viel einsparen kann, trifft das so zu?

Danke für Hinweise


Gruß


Stefan
 

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#1 Rainer Meier
03/06/2010 - 21:01 | Warnen spam
Hallo Stefan,

On 03.06.2010 18:15, Stefan Rodrian wrote:
ich habe hier ein ASUS A7N8X-X Mainboard (Sockel A) mit Nvidia nForce2
400 Chipsatz, 2 GB DDR Ram, dazu eine ATI Radeon 9200 SE Grafikkarte,
eine Adaptec 2940 UW SCSI Karte und eine IBM 9 GB SCSI Festplatte.

Früher hatte ich einen AMD Sempron 2800+ (2000 Mhz), dabei hat das
beschriebene System bei ruhendem Desktop ca. 120-130 Watt aufgenommen.



So àhnliche Systeme hatte ich einige im Einsatz, allerdings meisten mit A7N8X-E
Deluxe Mainboard und nForce 2 Ultra 400. Habe lange nicht aufgerüstet weil ich
den DolbyDigital Live Encoder vermisst habe. Jetzt tut's hier eine Asus Xonar D2X.


Weil mir das zu hoch war haben ich vor einem Jahr einen AMD Athlon-M mit
1400 Mhz (Geode NX genannte) eingesteckt, ein "Sparprozessor mit
geringerer Kernspannung.

Mit diesem Prozessor ist die Leistungsaufnahme auf ca. 80-90 Watt gesunken.



Gut möglich.


Wenn ich die Daten aktueller Rechner (vor allem solche mit Core I3)
vergleiche dann ist mein Ding ein Stromverschwender.

Was in diesem System ist dafür am meisten verantwortlich?

Ich habe den nForce Chipsatz in Verdacht dessen großer Kühlkörper recht
warm ist, so dass man ohne Umstieg auf ein anderes Mainboard hier nicht
mehr viel einsparen kann, trifft das so zu?



Das Mainboard ist sicher einer der Stromverbraucher. Trotzdem macht es wohl das
Gesamtpaket. Der Adaptec 2940UW ist meiner Erfahrung nach auch nicht gerade ein
Stromspar-Modell und die 9GB UW-SCSI Platte schon gar nicht. Hatte selber einige
dieser Platten in Betrieb und die werden wirklich warum und schlucken auch viel
Strom.

Ausserdem hast du eine dedizierte Grafikkarte im System (zwar kein
Hochleistungs-Modell aber immerhin).

Wenn du auf ein günstiges Mainboard mit Onboard-Grafik (oder bei core i3/i5
Modellen mit integrierter Grafik und H55 Chipsatz) wechselst fàllt da eben nicht
nur der niedrigere Stromverbrauch des Chipsatzes ins Gewicht sondern auch die
wegfallende Grafikkarte.

Auch das Netzteil solltest du nicht ausser Acht lassen. Gerade Netzteile im
vermuteten Alter von > 5 Jahren sind meistens nicht sonderlich effizient.

Angenommen dein Netzteil hat so 70% Effizienz (nicht unüblich bei
überdimensionierten Netzteilen im unteren Lastbereich) dann verbraucht dein
System reell vielleicht so um die 60W. Das könnte sich etwa so zusammensetzen:
- CPU: ~20W
- Mainboard: ~10W
- 9GB SCSI HDD: ~10W
- Adaptec Controller: ~10W
- 9200 SE: ~10W

Das sind alles keine grossen Werte aber die summieren sich; Kleinvieh macht ja
schliesslich auch Mist. Wenn ein System Strom sparen soll, dann solltest du
möglichst viele Komponenten entfernen und die benötigten Komponenten durch
sparsame ersetzen. Alleine schon die HDD mit dem Controller durch eine sparsame
S-ATA Platte/SSD zu ersetzen dürfte dir so um die 15W einsparen. Aktuelle
Platten sind dazu noch einiges flotter als deine alte 9GB HDD und leiser noch
dazu. Vorsicht aber bei deinem Mainboard. Bei nForce 2 Chips hatte ich schon mit
einigen Platten Probleme am aufgelöteten SiI S-ATA Controller mit modernen
Platten. Manche laufen nur wenn sie manuell auf S-ATA I Modus begrenzt werden.

Um ein wirklich sparsames System zu bauen braucht man in etwa folgendes:
- CPU: Core i3 mit Grafik / oder AMD Stromspar-Modelle
- Mainboard: H55 Chipset / AMD780G (nicht GX, kein SidePort), möglichst wenig
Zusatzchips wie IDE, RAID, FireWire oder USB3 chips
- Sparsame 3.5" HDD mit tiefer Rotationsgeschwindigkeit oder SSD (teuer aber
sehr sparasm)
- Keine dedizierte Grafikkarte
- So wenig RAM wie möglich in möglichst wenigen Modulen
(ja, auch die "fressen" ein paar Watt)
- Hocheffizientes Netzeil mit möglichst wenig total-Leistung damit es nicht im
"Nullast-Bereich" làuft sondern auf mittlerer Leistungsstufe. ~100W würde
reichen. In der Praxis tun es aber auch günstige 300W Modelle. z.B. BeQuiet
PurePower L7 300W, das soll aber keine Kaufempfehlung sein. Habe noch keines
dieser Geràte im Langzeittest gehabt.

So sollte sich ein Rechner bauen lassen, der im Leerlauf so 30-45W benötigt.
Wenn der Rechner aber nicht viel Rechenleistung zur Verfügung stellen muss
reicht unter Umstànden auch ein Atom- oder Via Nano basierendes System.

Gruss
Rainer

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