Risiken und Haeufigkeiten

13/03/2011 - 05:14 von ram | Report spam
Ich neige dazu, die Frage, ob die Installation einer
Einrichtung aus dem Standpunkt der Risikobetrachtung
vertretbar ist, an Hand des Risikos zu entscheiden, welches
beispielsweise in der Form des Erwartungswerts der Toten pro
Sekunde des Betriebs gegeben sein kann.

Wenn dann wirklich jemand einmal durch die Einrichtung
stirbt, so ist damit eigentlich kein neues Argument für oder
gegen die Einrichtung gegeben, da es ja schon von Anfang an
bekannt war, daß jemand durch sie sterben kann und dies
so-und-so oft pro Sekunde erwartet wurde.

Allerdings nehmen viele dies dann zum Anlaß, die Sicherheit
der Anlage neu zu diskutieren, obwohl durch das Ereignis ja
keine neue Information über die Anzahl der Toten pro Sekunde
entstanden ist.

Andererseits könnte es sein, daß der ursprüngliche
Erwartungswert aufgrund von fehlerhafter oder mangelnder
Informationen geschàtzt wurde und mehr Tote nun zur Erhöhung
des Erwartungswertes führen sollten.

Das Problem ist eben, daß auch eine perfekt faire Münze
n mal hintereinander »Kopf« ergeben kann, so daß eine noch
so hohe Zahl von »Kopf«-Würfen hintereinander nicht
zwingend bedeutet, daß die Münze nicht fair sei.

Entsprechend müssen mehr Tote als erwartet auch nicht
heißen, daß ein Erwartungswert »falsch« ist.

Dies führt auf die Frage, ob sich die Wahrscheinlichkeit
überhaupt messen (und damit operational definieren) lassen
kann.

Personen, welche diese Frage bejahen, nennt man
»Frequentisten«. Die Bayesianer gehören nicht zu ihnen, aber
auch Frequentisten benutzen gerne das Bayessche Theorem und
andere Ergebnisse von Bayes.
 

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#1 karl
13/03/2011 - 10:32 | Warnen spam
Am 13.03.2011 05:14, schrieb Stefan Ram:
Ich neige dazu, die Frage, ob die Installation einer
Einrichtung aus dem Standpunkt der Risikobetrachtung
vertretbar ist, an Hand des Risikos zu entscheiden, welches
beispielsweise in der Form des Erwartungswerts der Toten pro
Sekunde des Betriebs gegeben sein kann.

Wenn dann wirklich jemand einmal durch die Einrichtung
stirbt, so ist damit eigentlich kein neues Argument für oder
gegen die Einrichtung gegeben, da es ja schon von Anfang an
bekannt war, daß jemand durch sie sterben kann und dies
so-und-so oft pro Sekunde erwartet wurde.

Allerdings nehmen viele dies dann zum Anlaß, die Sicherheit
der Anlage neu zu diskutieren, obwohl durch das Ereignis ja
keine neue Information über die Anzahl der Toten pro Sekunde
entstanden ist.

Andererseits könnte es sein, daß der ursprüngliche
Erwartungswert aufgrund von fehlerhafter oder mangelnder
Informationen geschàtzt wurde und mehr Tote nun zur Erhöhung
des Erwartungswertes führen sollten.

Das Problem ist eben, daß auch eine perfekt faire Münze
n mal hintereinander »Kopf« ergeben kann, so daß eine noch
so hohe Zahl von »Kopf«-Würfen hintereinander nicht
zwingend bedeutet, daß die Münze nicht fair sei.

Entsprechend müssen mehr Tote als erwartet auch nicht
heißen, daß ein Erwartungswert »falsch« ist.

Dies führt auf die Frage, ob sich die Wahrscheinlichkeit
überhaupt messen (und damit operational definieren) lassen
kann.

Personen, welche diese Frage bejahen, nennt man
»Frequentisten«. Die Bayesianer gehören nicht zu ihnen, aber
auch Frequentisten benutzen gerne das Bayessche Theorem und
andere Ergebnisse von Bayes.




Wenn also bei einer Münze 20-mal hintereinander Kopf kommt, glaubst Du immer noch,daß sie fair ist.
Woher hast Du den Blödsinn, daß Bayesianer nicht glauben, daß sich Wahrscheinlichkeit messen làßt.
Du verzapfst da viel Schmarrn.

Ciao
Karl

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