Rotierende Ostereier

11/04/2010 - 17:33 von Felix Opatz | Report spam
Hallo Leute!

Ein Arbeitskollege hat mir am Freitag vorgeführt, wie sich ein
hartgekochtes Hühnerei durch schnelle Rotation aufrichtet. Es liegt also
zunàchst auf der Seite, wird dann in Drehung versetzt, und in den
meisten Fàllen stellt es sich dabei auf. So eine richtig schlüssige
Erklàrung dazu konnten wir nicht finden.

Meine Vermutung ist, daß es etwas mit der Verteilung der Masse relativ
zur Drehachse zu tun hat. Wenn das Ei aufrecht rotiert, ist der maximale
Abstand von der Drehachse kleiner, als wenn es quer liegend rotiert. Das
passende Stichwort scheint das Tràgheitsmoment zu sein.

Bei dem Versuch mit dem Drehstuhl und den Gewichten sorgt die
Drehimpulserhaltung dafür, daß man schneller rotiert, wenn man die
Gewichte zur Mitte hin verschiebt. Làsst sich daraus folgern, daß ein
drehender Körper seine Masse "lieber" mittig hàtte? Die Beobachtung ist
doch eher, daß beim Drehen eines Körpers mit beweglichen Gewichten diese
nach außen treiben (siehe Fliehkraftregler).

Ja, ich hatte als Kind auch einen Kreisel. Aber ich kann mich nicht mehr
erinnern, ob der sich durch das Rotieren aufgestellt hat, oder ob er
lediglich aufgrund der Drehimpulserhaltung in der Ausrichtung bleibt,
die man ihm anfangs verpasst hat. Interessant beim Ei ist ja auch, daß
sich die Drehachse beim Aufrichten veràndert, also durch das Ei hindurch
um 90° wandert, aber stets senkrecht zur Tischplatte bleibt (sonst gàbe
es sicher schnell eine enorme Sauerei in der Umgebung).

Die andere Idee ist, daß Form und Lage des Eidotters eine Rolle spielt.
Dazu müsste man allerdings vermutlich eine große Anzahl Eier
untersuchen. Ich glaub so viele kann ich diese Saison nicht mehr
vertilgen...

Last but not least gab es beim Vorführen eine signifikante Fehlerrate,
bei der das Andrehen so ungeschickt (?) war, daß das Aufrichten nicht
stattfand. Möglicherweise ist das ganze also auch nur eine
Wahrnehmungstàuschung durch die erwartete Beobachtung, und es hàngt von
anderen Faktoren ab, ob sich das Ei aufrichtet oder nicht.

Hat jemand weitere Denkansàtze? Oder bin ich schon nah dran?

Gruß,
Felix
 

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#1 André Grafe
11/04/2010 - 18:58 | Warnen spam
Am 11.04.2010 17:33, schrieb Felix Opatz:
Hallo Leute!

Ein Arbeitskollege hat mir am Freitag vorgeführt, wie sich ein
hartgekochtes Hühnerei durch schnelle Rotation aufrichtet. Es liegt also
zunàchst auf der Seite, wird dann in Drehung versetzt, und in den
meisten Fàllen stellt es sich dabei auf. So eine richtig schlüssige
Erklàrung dazu konnten wir nicht finden.

Meine Vermutung ist, daß es etwas mit der Verteilung der Masse relativ
zur Drehachse zu tun hat. Wenn das Ei aufrecht rotiert, ist der maximale
Abstand von der Drehachse kleiner, als wenn es quer liegend rotiert. Das
passende Stichwort scheint das Tràgheitsmoment zu sein.

Bei dem Versuch mit dem Drehstuhl und den Gewichten sorgt die
Drehimpulserhaltung dafür, daß man schneller rotiert, wenn man die
Gewichte zur Mitte hin verschiebt. Làsst sich daraus folgern, daß ein
drehender Körper seine Masse "lieber" mittig hàtte? Die Beobachtung ist
doch eher, daß beim Drehen eines Körpers mit beweglichen Gewichten diese
nach außen treiben (siehe Fliehkraftregler).

Ja, ich hatte als Kind auch einen Kreisel. Aber ich kann mich nicht mehr
erinnern, ob der sich durch das Rotieren aufgestellt hat, oder ob er
lediglich aufgrund der Drehimpulserhaltung in der Ausrichtung bleibt,
die man ihm anfangs verpasst hat. Interessant beim Ei ist ja auch, daß
sich die Drehachse beim Aufrichten veràndert, also durch das Ei hindurch
um 90° wandert, aber stets senkrecht zur Tischplatte bleibt (sonst gàbe
es sicher schnell eine enorme Sauerei in der Umgebung).

Die andere Idee ist, daß Form und Lage des Eidotters eine Rolle spielt.
Dazu müsste man allerdings vermutlich eine große Anzahl Eier
untersuchen. Ich glaub so viele kann ich diese Saison nicht mehr
vertilgen...

Last but not least gab es beim Vorführen eine signifikante Fehlerrate,
bei der das Andrehen so ungeschickt (?) war, daß das Aufrichten nicht
stattfand. Möglicherweise ist das ganze also auch nur eine
Wahrnehmungstàuschung durch die erwartete Beobachtung, und es hàngt von
anderen Faktoren ab, ob sich das Ei aufrichtet oder nicht.

Hat jemand weitere Denkansàtze? Oder bin ich schon nah dran?

Gruß,
Felix



Ich glaube es liegt an der unterschiedlichen Reibung und der
unterschiedlichen Krümmung der Oberflàche, habe irgendwann mal so eine
Erklàrung in der Knoff-Hoff-Show oder einer àhnlichen Sendung gesehen.
Da gab es bei der Bild der Wissenschaft auch mal einen seltsamen
Kreisel, der sich auch komisch verhalten hat, der hat sich wohl
umgedreht, ist aber der selbe Effekt.
http://www.wissenschaft-shop.de/hoe...kidee.html

MfG, André

André Grafe
01239Dresden 51°00'27.10 N 13°47'43.02 E
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