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Schaltnetzteil an Wechselrichter

23/12/2008 - 08:03 von Jürgen Spelter | Report spam
Hallo,

ich habe mir gestern einen kleinen LCD-Fernseher zugelegt, den muss ich aber
mit 12V DC betreiben.

Plan A, Netzteil ausbauen und direkt einspeisen (ev. mit step-up oder
step-down Wandlern)scheitert an der Garantiefrage.

Plan B ist, die 230V AC über einen vorhandenen Wechselrichter zuzuführen.

Der Wechselrichter hat einen 230V Ausgang und arbeitet mit sinusbewerteter
Pulsbreitenmodulation.

Jetzt wird der Scheitelwert der pulweitenmodulierten Spannung wohl auch im
Bereich des Scheitelwertes unserer Wechselspannung liegen, also um 325V!?

(Wenn ich den Wechselrichter hier hàtte, könnte ich ja mal das Oszilloskop
anschließen.)

Für den Eingangskreis des Schaltnetzteiles im LCD-TV dürfte die Kurvenform
ja ziemlich egal sein, höchstens die Spannungsfestigkeit des Eingangselkos
könnte kritische sein.

Hat jemand schon Erfahrungen mit àhnlichen Konstellationen gemacht?

Spricht irgendwas grundsàtzlich gegen die Speisung eines Schaltnetzteiles
aus einem Wechselrichter dieser Bauart?

Schon jetzt Dank und Grüße, Frohes Fest und Guten Rutsch!

Jürgen
 

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#1 Wiebus
23/12/2008 - 15:40 | Warnen spam
Hallo Jürgen.

Jetzt wird der Scheitelwert der pulweitenmodulierten Spannung wohl >auch im
Bereich des Scheitelwertes unserer Wechselspannung liegen, also um >325V!?



Bereich schon.wie Definierst Du Bereich? Bedenke auch, die
Netzspannung kann auch 250V sein, dann bist Du bei 353V
Scheitelspannung. Die Spannung zu halten könntest Du mit Deinem
Weselrichter u.U. sogar besser hinkriegen als ein möglicherweise
herumtanzendes Netz.
In dem Punkt solltest Du eigentlich genug Reserven habenwenn
sauber gearbeitet wurde.


Für den Eingangskreis des Schaltnetzteiles im LCD-TV dürfte die >Kurvenform
ja ziemlich egal sein,



Hàngt von dem Eingang Deines TVs ab. Wenn da einfach ein Gleichrichter
und ein nachgeschaltetes Schaltnetzteil drin ist,
sollte es wirklich eher egal sein.
Bei geràten mit höherer Leistungsaufnahme hast Du aber immer noch ein
spezielles Schaltnetzteil, einen PFC..
Den besseren ist es eh in weiten Bereichen Schnuppe, was Du
einspeisst.90-250V, 45-65Hz, egalich habe hier auch welche,
die kann ich mit 100-250V DC speisen, obwohl es nicht vorgesehen ist,
solange ich ein paar Randbedingungen einhalte, und z.B. bei niedriger
Spannung die Leistung kleinhalte, weil sonst der Stron und die
Stromverluste hoch werden, und damit das Teil sehr heiss.

Leider gilt das nicht für alle PFCs. Es hàngt etwas von der Topologie
der Schaltung ab.z.B.bei einem mit LT1249 aufgebautem PFC sollte
es klappen.aber der Teufel steckt im Detail. Und es gibt eben auch
noch andere Topologien als die aus dem 1249.
Hinweis zu PFCs: Wenn Du in Dattenblatt/Aplikation zum LT1249
schaust.der Kondensator direkt nach dem Eingangsgleichrichter
darf nicht so groß sein, das er "Siebt", weil das IC den Verlauf der
Eingangsspannung zu analog Berechnung noch erkennen muss. Daraus
folgte, das das Energiereservoar für den PFC VOR dem Gleichrichter
liegt, und somit der Gleichrichter die HF des Schaltreglers im PFC
führen muss.

höchstens die Spannungsfestigkeit des Eingangselkos
könnte kritische sein.




Kommt darauf an. Ich würde an der Stelle 400-450V Typen verwenden
wollen, andere sehen das lockererim übrigen hàttest Du bei PFC
keinen Eingangselko, sondern einen Eingangsfolienkondensator. Der
dicke Elko würde hinter dem PFC sitzen, weil der PFC immer von
Halbwelle zu Halbwelle ausgleichen muss. Vor dem PFC sitzt im
allgemeinen eine Filterkette, um die HF des Schaltreglers vom Netz
wegzuhalten. Auch wenn das meist weniger gut gelingt als ich mir
wünsche, schützt diese Kette in Gegenrichtung auch ein wenig vor Müll
aus Deinem Wechselrichter

Die Filterkette stellt eine kapazitive Last für Deinen Wechselrichter
dar. Einfachst Wechselrichter mögen das garnicht, und die besseren
können mit der Blindleistung nix anfangen. D.H., die brauchen nicht
nur Leistung um den Kondensator zu laden, sondern auch zum
entladen.der Wirkungsgrad wird mies.


Hat jemand schon Erfahrungen mit àhnlichen Konstellationen gemacht?




Ja. Bisher ist es immer gutgegangen.auch wenn das Ergebnis immer
unterschiedlich ist. Oft finde ich, das die Elektronik heisser wird
als bei "echtem" Netztbetrieb, aber vielen Geràten ist es auch völlig
egal. Bei Phonogeràten könntest Du u.U. Probleme damit haben, das
Oberwellen bzw. Artefakte aus dem Wechselrichter bis zu den
Lautsprechern durchpfeifen.

Spricht irgendwas grundsàtzlich gegen die Speisung eines Schaltnetzteiles
aus einem Wechselrichter dieser Bauart?



Nein. Aber wie gesagt, der Teufel steckt im Detail.

Persönlich finde ich, das TV und Wechselrichter so aufgebaut sein
müssten, das Sie das abkönnen. Bei neueren Wechselrichtern ist auch
fast davon auszugehen, das Sie das können, weil sie heute meist auch
Rechner speisen sollen. Und die haben alle Schaltnetzteile.

Persönlich würde ich nochmal in die Handbücher schauen, und auf die
Typenschilder, tief durchatmen und einschalten. :-)
Und wenn das TV raucht, würde ich es laut schimpfend dem Hàndler
zurückbringen, weil eigentlich ist es dann Murks.
Vermutlich schliessen sie sowieso grundsàtzlich den Betrieb an
Wechselrichtern per Bedienungsanleitung aus, weil sie sonst
für alle Fehler durch schlechte Wechselrichter aufkommen müssten.
Aber es ist dem Netzstecker nicht anzusehen, ob er in einer
Netzsteckdose oder aber in einem Wechselrichter steckte..


Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic

http://www.dl0dg.de

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