Schockgefrorenes Salzwasser aus Enceladus-Geysiren?

25/06/2009 - 12:34 von Jörg Yadgar Bleimann | Report spam
High!

Auf http://www.spiegel.de/wissenschaft/...09,00.html
wird über die Entdeckung von salzhaltigen Eispartikeln im E-Ring des
Saturn berichtet, die nach Meinung der Entdecker, dem Team um den
Heidelberger Physiker Frank Postberg, nur aus dem Untereis-Ozean von
Enceladus stammen können.

Nun wurden aber andererseits in den Wasserdampf-Fontànen über den
"Tigerstreifen" am Enceladus-Südpol spektrographisch keine Salze
festgestellt... Postberg argumentiert, dass zum einen Wasserdampf die
Spektrallinien von Salzen maskiert, zum anderen die E-Ring-Partikel aus
"schockgefrorenem" Salzwasser bestehen, das gar keine Zeit zum
Verdampfen hatte.

Im Vakuum kann ich mir so etwas nur mit unterkühltem Salzwasser
vorstellen - aber làßt sich Salzwasser, das doch ohnehin schon
Kristallisationskerne enthàlt, überhaupt unterkühlen?

Wenn ja, dann müsste es zwei verschiedene Arten von Wasser-Reservoirs
unter der Oberflàche von Enceladus geben (oder zumindest in der
Vergangenheit gegeben haben): den eigentlichen Ozean mit Temperaturen um
den Gefrierpunkt der Salzlösung herum, der die bekannten Geysire speist,
und weitgehend vom Ozean getrennte, unter Druck stehende isolierte
Kammern dicht unter der Eisoberflàche, wo das Salzwasser unter seinen
Gefrierpunkt abkühlt und im Falle des Aufreißens einer solchen Kammer
(z. B. durch tektonische Spannungen) schlagartig gefriert und aus dem
Schwerefeld des Enceladus geschleudert wird.

Was meint Ihr dazu?

Bis bald im Khyberspace!

Yadgar
 

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#1 Uwe Hercksen
25/06/2009 - 15:29 | Warnen spam
Jörg 'Yadgar' Bleimann schrieb:

Auf http://www.spiegel.de/wissenschaft/...09,00.html
wird über die Entdeckung von salzhaltigen Eispartikeln im E-Ring des
Saturn berichtet, die nach Meinung der Entdecker, dem Team um den
Heidelberger Physiker Frank Postberg, nur aus dem Untereis-Ozean von
Enceladus stammen können.

Nun wurden aber andererseits in den Wasserdampf-Fontànen über den
"Tigerstreifen" am Enceladus-Südpol spektrographisch keine Salze
festgestellt... Postberg argumentiert, dass zum einen Wasserdampf die
Spektrallinien von Salzen maskiert, zum anderen die E-Ring-Partikel aus
"schockgefrorenem" Salzwasser bestehen, das gar keine Zeit zum
Verdampfen hatte.



Hallo,

Wasserdampf enthàlt eh kein Salz, das bleibt beim Verdampfen zurück. Es
wàre nur vorstellbar das zunàchst ein Strom aus Wasserdampf und
Wassertröpfchen entsteht, die Tröpfchen verdampfen auch und die übrig
bleibenden kleinen Salzkristalle werden vom Dampf weiter mitgerissen.
Wenn Dampf und Salzkristalle dann abkühlen könnte Wasser an den
Kristallen kondensieren und gefrieren, so könnten salzhaltige
Eispartikel entstehen. Das Problem ist allerdings wie im Hochvakuum des
Weltraums in der Nàhe der Ringe die Dampfmoleküle wieder zu den
Salzkristallen finden sollen, aber wenn dazu Jahrmillionen zur Verfügung
stehen. Die Bedingungen müssen ja so sein das diese Eispartikel nicht
durch Sublimieren schrumpfen, sonst wàren sie schon làngst verschwunden.
Wenn sie aber nicht schrumpfen können sie ja sehr langsam wachsen, denn
in den Ringen herrschen ja Gravitationsbedingungen die die Ringe
zusammen halten statt sie zu zerstreuen. Diese Gravitationsbedingungen
wirken dann aber nicht nur auf kleine Stein- und Eispartikel, sondern
auch auf die Salzkristalle und Wasserdampfmoleküle. Die Temperatur und
die Strahlungsenergie der Sonne ist dort ja so gering das Wasser dort
als Eis lange existieren kann.

Bye

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