Serielle Konsole - was ist das eigentlich?

12/12/2011 - 10:29 von Sabine Baer | Report spam
Hallo, ja, auf genau die im Betreff genannte - vermutlich bloede -
Frage, was denn eigentlich eine 'serielle Konsole' ist, habe ich noch
keine befriedigende Antwort gefunden.

Ich habe einen Rechner mit einem Linux und einen mit FreeBSD, beide
haben natuerlich 'virtuelle Konsolen' und beide haben ein getty auf
seriellen Schnittstellen, damit Modem und serielles Terminal
angeschlossen werden koennen. Vom Terminal kann ich mich auch als root
einloggen und verwalten. Aber serielle Konsolen sind das ja wohl
nicht.

Bei beiden Rechnern werden auf dem Screen, den ich mit
[Ctrl-F1] sichtbar mache Meldungen "vom System" ausgegeben, von denen
ich annehme, dass es sich um Meldungen der 'Konsole' handelt. Ein
Dialog ist nicht moeglich, ich kann mich dort einloggen und bekomme
mit
$tty
unter Linux die Ausgabe
/dev/tty1,
unter FreeBSD die Ausgabe
/dev/ttyv0.

Auch wenn ich eingeloggt bin, kommen da weiter 'Konsolenmeldungen'
an.

Da beide Rechner untereinander und von einem dritten Rechner aus mit
$ ssh user@RECHNER
jeweils erreichbar sind, fehlt mir eigentlich - z. Zt. jedenfalls -
auch nichts. Aber beim herumgoogeln habe ich letztens mehrmals zu
lesen bekommen, wie wichtig 'serielle Konsolen' seien.

Deshalb meine Frage - was ist das eigentlich und wie
installiert/konfiguriert/bekommt man die?

Sabine

Good fences make good neighbours. (N.N.)
 

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#1 Rainer Koenig
12/12/2011 - 10:43 | Warnen spam
Sabine Baer writes:

Deshalb meine Frage - was ist das eigentlich und wie
installiert/konfiguriert/bekommt man die?



Serielle Konsole brauchst Du zum debuggen, wenn die Kiste gar nicht
mehr in die Gànge kommt und Du z.B. nur noch einen schwarzen
Bildschirm siehst.

Dann verbindest Du diese Kiste mit einem Nullmodemkabel zu einer
anderen Maschine.

Bei der "toten" Kiste gibst Du dann den Kernel-Parameter
console=ttyS0,115200n8 mit und auf der andern Kiste startest Du
ein Terminalprogramm das auf die gleich Bitrate konfiguriert wird,
also 115200, 8bits und keine Parity.

Der "tote" Rechner wird dann seine Kernel-Meldungen über das
Nullmodemkabel an die andere Maschine schicken und Du kannst
sehen, wo es ihn "zerlegt" und hast so Anhaltspunkte für die
Fehlersuche.

Gerade im Embedded Bereich nutze ich das sozusgen tàglich, denn
die kleinen Kisten haben oft keinen Monitorausgang oder der geht
wegen irgendwas noch nicht rund. So kannst Du debuggen und dich
dort auch einloggen, wenn diese Leitung in der /etc/inittab
konfiguriert wird.

HTH
Rainer
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