Serverflags: "DontZoom" und "DontZap"

28/01/2014 - 19:11 von Wolfgang Klein | Report spam
Hallo!

Ich stelle fest, daß die Spezialtastenkombis zum Beenden des X-Servers
und das Ändern der Auflösung nicht funktionieren. Das scheint wohl
entweder systemweit deaktiviert zu sein oder in xorg nicht mehr
programmiert zu sein. Eine eigene xorg.conf mit folgendem Inhalt schafft
leider keine Abhilfe:

Section "ServerFlags"
Option "DontZap" "false"
Option "DontZoom" "false"
EndSection

Der X-Server reagiert auch damit nicht. Wie kriege ich die Tastenkombis
wieder aktiv?

Distri ist Linux Mint 13, X Server 1.11.3



Wolfgang Klein
 

Lesen sie die antworten

#1 Helmut Waitzmann
30/01/2014 - 06:09 | Warnen spam
Wolfgang Klein writes:

Ich stelle fest, daß die Spezialtastenkombis zum Beenden des X-Servers
und das Ändern der Auflösung nicht funktionieren. Das scheint wohl
entweder systemweit deaktiviert zu sein oder in xorg nicht mehr
programmiert zu sein. Eine eigene xorg.conf mit folgendem Inhalt schafft
leider keine Abhilfe:



Du meinst mit „Ändern der Auflösung“ die in den X‐Server eingebaute
Lupe, die es ermöglicht, auf einem auf die Bildschirmflàche vergrößerten
Ausschnitt die Pixel größer zu sehen? Ich gehe im Folgenden mal davon
aus.

Section "ServerFlags"
Option "DontZap" "false"
Option "DontZoom" "false"
EndSection



Sieht für mich o.k. aus.

Mir fàllt dazu noch ein:

$ xmodmap -pke | grep -E -e 'BackSpace|KP_(Add|Subtract)' -i
keycode 22 = BackSpace Terminate_Server BackSpace Terminate_Server
keycode 82 = KP_Subtract XF86_Prev_VMode KP_Subtract XF86_Prev_VMode
keycode 86 = KP_Add XF86_Next_VMode KP_Add XF86_Next_VMode

„Terminate_Server“, „XF86_Next_VMode“ und „XF86_Prev_VMode“ spielen da
wohl eine Rolle. Hast Du diese Tasten auch?

Zur Lupe ist es erforderlich, dass der X‐Server in der Datei „xorg.conf“
entsprechende Modelines konfiguriert hat. Ohne sie weiß er nicht, wie
er den Bildschirm ansteuern soll, d.h., mit welcher Pixel‐, Spalten‐ und
Zeilenfrequenz.

Hier ist ein Auszug aus meiner Konfigurationsdatei. Ich habe alle
Zeilen numeriert, damit auch die langen Zeilen, falls sie umbrochen
werden, noch klar erkennbar sind:

1 Section "ServerFlags"
2 Option "DefaultServerLayout" "ServerLayout: Meersau"
3 EndSection
4 Section "ServerLayout"
5 Identifier "ServerLayout: Meersau"
6 Screen "Screen: Intel 82815 Chipset Graphics Controller (CGC); iiyama Vision Master Pro411 A705MT"
7 InputDevice "Generic Keyboard"
8 InputDevice "Configured Mouse"
9 EndSection
10 Section "Screen"
11 Identifier "Screen: Intel 82815 Chipset Graphics Controller (CGC); iiyama Vision Master Pro411 A705MT"
12 Device "Device: Intel 82815 Chipset Graphics Controller (CGC)"
13 Monitor "Monitor: iiyama Vision Master Pro411 A705MT"
14 DefaultDepth 24
15 SubSection "Display"
16 Modes "1600x1200" "1400x1050" "1280x960" "1152x864" "1024x768" "832x624" "800x600" "640x480"
17 EndSubSection
18 EndSection
19 Section "Monitor"
20 Identifier "Monitor: iiyama Vision Master Pro411 A705MT"
21 # Horizontal- und Vertikalfrequenz sind fuer den Monitor
22 # ueberlebenswichtig:
23 HorizSync 30-86 # kHz
24 VertRefresh 50-180 # Hz
25 UseModes "Modes: iiyama Vision Master Pro411 A705MT"
26 EndSection
27 Section "Modes"
28 Identifier "Modes: iiyama Vision Master Pro411 A705MT"
29 Modeline "1400x1050" 136.00 1400 1448 1584 1792 1050 1052 1061 1081
30 EndSection
31 Section "Device"
32 Identifier "Device: Intel 82815 Chipset Graphics Controller (CGC)"
33 Option "DDC" "On"
34 EndSection

Zeile 2 nennt das DefaultServerLayout, das ab Zeile 4 beschrieben wird.

Zeile 6 nennt die Screen‐Konfiguration, die ab Zeile 10 beschrieben
wird:

In Zeile 16 werden Namen für Monitorbetriebsarten (Modelines)
aufgezàhlt. Die Namen sind, obwohl bedeutungsvoll gewàhlt, prinzipiell
nur Schall und Rauch. Allerdings sind etliche von ihnen standardisiert.
Diese Betriebsarten werden der Reihe nach verwendet (vorausgesetzt, der
X‐Server weiß, welche Modelines für sie zu verwenden sind), wenn ich die
Tastenkombination Alt-Ctrl-XF86_Next_VMode drücke: Je weniger
Bildpunkte auf dem Bildschirm gezeigt werden, desto größer sind sie: die
Bildschirm‐Lupe. Die Bildschirmlupe kann also nur funktionieren, wenn
hier entsprechende Modelines genannt werden.

Das reicht aber noch nicht: Die Grafikhardware muss wissen, wie sie den
Monitor (in Zeile 13 genannt) ansteuern kann, d.h. welche Horizontal‐,
Vertikal‐ und Punktfrequenzen er vertràgt, ohne kaputt zu gehen.

Seine Eigenschaften werden ab Zeile 19 beschrieben. Weil meine
Grafikhardware recht langsam ist, wird in Zeile 25 eine Sammlung von
maßgeschneiderten Modelines (hier: nur eines) genannt, die ab Zeile 27
beschrieben ist. Ohne dieses Modeline könnte ich den Monitor nicht mit
24 Bit Farbtiefe und 1400 auf 1050 Bildpunkten betreiben. (Die
Betriebsart „1600x1200“ (siehe Zeile 16) könnte meine Grafikhardware nur
mit so niedriger Horizontal‐ und Vertikal‐Frequenz betreiben, dass die
Frequenzbereiche für den Monitor (Zeilen 23 und 24) unterschritten
würden. Deshalb ist ihre Nennung in Zeile 16 effektiv nutzlos.)

Langer Rede kurzer Sinn: Stelle sicher, dass deine Datei „xorg.conf“ das
richtige Serverlayout benutzt, in dem die richtige Screen‐Konfiguration
genannt ist, die die richtige Monitorkonfiguration und die gewünschten
Modelines nennt. Prüfe, dass die Monitorkonfiguration passende
Modelines kennt.

Wichtig: Wenn Du an der X‐Server‐Konfiguration feilst, stelle zuerst
sicher, dass die erlaubten Horizontal‐ und die
Vertikal‐Frequenz‐Bereiche in der Konfigurationsdatei stimmen. Bei
falschen Frequenzen kann der Monitor zerstört werden. Das Handbuch zum
Monitor müsste sie Dir verraten. Heutzutage können die meisten
Monitoren der Grafikharware mitteilen, welche Frequenzbereiche sie
vertragen (Stichwort „DDC“).

Wenn Sie mir E-Mail schreiben, stellen | When writing me e-mail, please put my
Sie bitte meine E-Mail-Adresse mit Vor- | e-mail address together with my full
u. Nachnamen ins To- oder Cc-Feld, etwa | name into the To- or CC-header, like
To: Helmut Waitzmann

Ähnliche fragen