Siebenglatt bei historischen Masseeinheiten?

17/08/2014 - 17:56 von Ralf . K u s m i e r z | Report spam
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Moin!

Ich glaube, daß es das Problem gar nicht gibt und bei Wikipedia nur
wieder ein paar Leute rumspinnen, aber sicherheitshalber frage ich mal
hier, ob nicht doch ich es bin, der auf der Leitung steht:

Es geht um historische Masseeinheiten wie die "Kölnische Mark" oder
das "Karlspfund", die zugleich auch Münzfüße darstellten, also
angaben, welche Edelmetallfeingewichte die davon abgeleiteten
Münznominale haben sollten. Das Problem für die Historiker ist, daß
man die genauen Werte der Einheiten nicht kennt, weil davon keine
Einheitennormale erhalten sind. Deshalb gehen sie so vor, daß sie von
den Einheiten abgeleitete historische Fundstücke (vor allem Münzen)
analysieren und wiegen und daraus dann auf das Normal rückschließen.

Das ist aus mehreren Gründen nicht besonders genau und führt nur aus
Schàtzwerte mit Streuungen im Prozentbereich: Die Fundstücke können
falsch bestimmt, abgenutzt, bei der Herstellung gefàlscht oder spàter
z. B. durch Beschneiden des Randes gemindert worden sein, auch kann
sich der Münzer bei der Bestimmung des Feingehalts der Zaine geirrt
haben. Mit dieser Feststellung könnte es dann meiner Ansicht nach sein
bewenden haben.

Nun wird in den Wikipediabeitràgen mit der "Siebenglattheit"
bestimmter Schàtzwerte argumentiert. Mir erscheint das völlig absurd:
Da man in der Vergangenheit, als diese Masseeinheiten festgelegt
wurden, nicht wissen konnte, wie groß denn das Kilogramm im SI spàter
mal ausfallen würde, hatte man sicherlich keinen Anlaß, diese so zu
wàhlen, daß sie in irgendeinem besonderen Verhàltnis dazu stehen
würden. Von daher erscheint mir jeglicher Bezug auf Besonderheiten
eines bestimmten Schàtzwerts als purer Nonsens.

Oder sehe ich das falsch?

(Falls nicht, kann sich gerne mal jemand auf das Abenteuer einlassen,
die betreffenden Platzhirsche mit Logik vertraut zu machen.)


Gruß aus Bremen
Ralf
R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen:
adressiert Appell asynchron Atmosphàre Autor bißchen Ellipse Emission
gesamt hàltst Immission interessiert korreliert korrigiert Laie
nàmlich offiziell parallel reell Satellit Standard Stegreif voraus
 

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#1 Oliver Jennrich
17/08/2014 - 19:35 | Warnen spam
"Ralf . K u s m i e r z" writes:

Nun wird in den Wikipediabeitràgen mit der "Siebenglattheit"
bestimmter Schàtzwerte argumentiert.



Bin ich der einzige hier, der mit dem Begriff 'Siebenglattheit' nichts
anfangen kann?

Mir erscheint das völlig absurd: Da man in der Vergangenheit, als
diese Masseeinheiten festgelegt wurden, nicht wissen konnte, wie groß
denn das Kilogramm im SI spàter mal ausfallen würde, hatte man
sicherlich keinen Anlaß, diese so zu wàhlen, daß sie in irgendeinem
besonderen Verhàltnis dazu stehen würden.



Da der Meter, und damit der Liter, vollkommen unabhàngig von den
früheren Einheiten gewàhlt wurde, würde mich im Gegenteil eine irgendwie
geartete Sonderstellung einer SI-Einheit im Vergleich zu historischen
Maßeinheiten in der Tat sehr wundern. Man erwartet ja auch keinen
'glatten' Wechselkurs von Pfund Sterling zum Renbei.

Was ich mir aber sehr wohl vorstellen kann ist eine Bevorzugung
'glatter' Verhàltnisse zwischen den einzelnen Wàhrungen. Aus rein
praktischen Gründen - dann kann man z.B. 12 Münzen der einen Wàhrungen
mit 17 der anderen Aufwiegen - wie bei Schilling und Guineas (20:21).


Von daher erscheint mir jeglicher Bezug auf Besonderheiten eines
bestimmten Schàtzwerts als purer Nonsens.

Oder sehe ich das falsch?

(Falls nicht, kann sich gerne mal jemand auf das Abenteuer einlassen,
die betreffenden Platzhirsche mit Logik vertraut zu machen.)



Das überlasse ich dann doch dir. Mein Sendungsbewusstsein ist sehr
eingeschrànkt.

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