Silikon ätzt SMD-Widerstand an?

22/03/2016 - 11:21 von Ralph A. Schmid, dk5ras | Report spam
Moin,

bei uns werden in der Fertigung einige Platinen-Steckverbinder auf
einem Mini-ITX-Board, die leider keine Verriegelung besitzen
(PC-Scheiß halt), mit einem Klecks Silikon fixiert.

Nun begab es sich, daß die Ausfàlle zunahmen, und nach Identifizieren
des Fehlers fàllt auf, daß es sich um einen Widerstand handelt, 20k,
0603, keinen besonderen elektrischen Belastungen ausgesetzt
(3V-Bereich, harmlos) - aber er wird binnen 2, 3 Jahren hochohmig, und
das Geràt fàllt aus. Besagter Widerstand sitzt leider direkt neben so
einem Pfostensteckverbinder und bekommt deshalb gerne mal was von dem
Silikon-Zeugs ab.

Unter dem Mikroskop sieht er nach Abzupfen des Silikons immer hübsch
aus, keine sichtbare Korrosion, blitzsaubere Lötstellen, alles so, wie
es sein soll, alleine die 20k sind entwichen, er ist komplett
hochohmig.

Der zeitliche Zusammenhang kommt so grob hin, seit wir den Stecker
festpappen, fallen diese Widerstànde aus.

Nun habe ich mit erschrecken festgestellt, das ist ein
Feld/Wald/Wiesensilikon, steht zwar groß "sàurefrei" drauf, stinkt
aber dennoch nach Essig, und auch das Sicherheitsdatenblatt
http://www.mercateo.com/pdf/Conrad/...100_ML.pdf
sagt, daß da Saures drin is'.

Gibt es nun Erfahrungen oder gar öffentliche Quellen, die so einen
Zusammenhang bestàtigen? Die Fertigung reagiert immer etwas, ààhm,
seltsam, wenn man ihnen eingefahrene Gewohnheiten austreiben muß. Und
gibt es Empfehlungen, was man stattdessen nehmen könnte, das nicht
irgendwelche Bauteile anknuspert? Silikon hat halt den Vorteil, daß
man es ggf. mit dem Fingernagel rückstandsarm abgezupft kriegt, wenn
man mal an den Verbinder dran muß. Ich selbst meine ja, die Dràhte
halbwegs kurz mit Kabelbindern abgefangen (geeignete Fixpunkte sind
da), dann braucht es gar kein Silikon, dann hàlt das.

Viele Grüße

Ralph.


-ras

Ralph A. Schmid
http://www.schmid.xxx/ http://www.db0fue.de/
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#1 Marc Santhoff
22/03/2016 - 11:33 | Warnen spam
"Ralph A. Schmid, dk5ras" schrieb:

Nun habe ich mit erschrecken festgestellt, das ist ein
Feld/Wald/Wiesensilikon, steht zwar groß "sàurefrei" drauf, stinkt
aber dennoch nach Essig, und auch das Sicherheitsdatenblatt
http://www.mercateo.com/pdf/Conrad/...100_ML.pdf
sagt, daß da Saures drin is'.



1K-Silikon (aka "Badsilikon") ist gewöhnlich kondensationsvernetzend,
dabei tritt eben diese Essigzeug (weiß nicht genau was es ist, guck bei
Wikipedia oder Wacker) aus. Wenn man 2-Komponenten-Silikonelastomer in
additionsvernetzender Version benutzt, passiert das nicht.

Gibt es nun Erfahrungen oder gar öffentliche Quellen, die so einen
Zusammenhang bestàtigen? Die Fertigung reagiert immer etwas, ààhm,
seltsam, wenn man ihnen eingefahrene Gewohnheiten austreiben muß. Und
gibt es Empfehlungen, was man stattdessen nehmen könnte, das nicht
irgendwelche Bauteile anknuspert? Silikon hat halt den Vorteil, daß
man es ggf. mit dem Fingernagel rückstandsarm abgezupft kriegt, wenn
man mal an den Verbinder dran muß.



Frag doch den Lieferanten der Widerstànde und des Silikon. Ersterer hat
bestimmt noch nie Essig auf seine Produkte gegossen. ;)

Marc

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